Donnerstag, 21. Juni 2012

Ungehorsam und Segen

Ich finde Arztbesuche immer sehr anregend, allerdings nicht den Besuch im Sprechzimmer, nein, die Lektüre der herumliegenden Zeitschriften zeigt mir immer wieder, dass Schizophrenie mittlerweile als normal gilt, wobei ich mich immer wieder frage, ob Manfred Lütz  oder George Orwell  das Probelm besser beschreiben.
Auf jeden Fall erfreute mich heute auf der Titelseite der örtlichen Zeitung ein Bild mehrerer Weihekandidaten und  die zugehörige Überschrift lautete "Wenn Priester den Gehorsam verweigern!"
 Die Unterüberschrift belehrte mich, das es fast 200 Priester (also weltweit gesehen ein halbes Promille) gäbe, die den wiederverheirateten Geschiedenen nicht mehr die Sakramente (Plural! ist neu und lässt hoffen, das es auch das Bußsakrament einschließt) verweigern würden und (jetzt kommt's) dafür den Segen des Papstes wollen.
Genauere Informationen gäbe es auf Seite 3.

Leider war mein Doktor heute von der schnellen Truppe und ich  musste ins Sprechzimmer und konnte nicht auf Seite 3 lesen.
Aber diese paar Titel-Zeilen drücken das ganze absurde Theater wundervoll aus.
Was diese Leute wollen ist nicht im Sinne der Kirche, also Ungehorsam und dafür gibt es nun mal keinen Segen.
Wobei es natürlich so ist, das niemand den Segen nötiger hat, als der der auf Irrwegen sich befindet oder sich tief in Sünden verstrickt hat.
So ein Mensch hat aber den Segen für sich nötig, damit er erkennen kann, das er auf dem Holzweg ist und umkehrt!
Vor allem aber verwundert mich immer folgendes:
"Warum um alles in der Welt machen diese Leute nicht ihren eigenen Club auf? Warum wollen sie für ihr verkehrtes Tun ausgerechnet den Segen des Papstes?"
Mir kommt das immer vor wie ein passionierter Steakhouse Besucher, der aber  im vegetarischen Restaurant um die Ecke partout einen Stammplatz freigehalten haben will.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Mit dem Posten eines Kommentars erteilen Sie die nach der DSGVO nötige Zustimmung, dass dieser, im Falle seiner Freischaltung, auf Dauer gespeichert und lesbar bleibt. Von der »Blogger« Software vorgegeben ist, dass Ihre E-Mail-Adresse, sofern Sie diese angeben, ebenfalls gespeichert wird. Daher stimmen Sie, sofern Sie Ihre email Adresse angeben, einer Speicherung zu. Gleiches gilt für eine Anmeldung als »Follower«. Sollten Sie nachträglich die Löschung eines Kommentars wünschen, können Sie dies, unter Angabe des Artikels und Inhalt des Kommentars, über die Kommentarfunktion erbitten. Ihr Kommentar wird dann so bald wie möglich gelöscht.