Samstag, 30. Juni 2012

Warum 1974 die Deutschen Weltmeister geworden sind...


.... obwohl sie die Nationalhymne nicht laut mitgesungen haben.




„Lasst uns die Reihen schließen,
Wir sind bereit zum Tod,
Wir sind bereit zum Tod,
Italien hat gerufen!
Lasst uns die Reihen schließen,
Wir sind bereit zum Tod,
Wir sind bereit zum Tod,
Italien hat gerufen!“

Das ist die Übersetzung des Refrains der italienischen Nationalhymne, die einzelnen Strophen erspare ich dem geneigten Leser, denn die sind noch härter.


So – und jetzt stehen da so ein paar liebe nette deutsche Jungs daneben und sollen singen „Einigkeit und Recht und Freiheit....“
und das soll zum Sieg motivieren?


Wirklich nicht. Damit macht der Präsident einen guten Eindruck im Ausland und im Bundestag passt das auch ganz gut, aber auf dem Fußballplatz?
Ich bin ja die ganze Zeit der Meinung gewesen, 1974 (oder auch schon lange vorher) haben die Spieler im stillen mitgesungen „Deutschland, Deutschland...“ bekannt als verpönte erste Strophe. Es gab ja zu dieser Zeit noch keine grüne Gedankenpolizei und deshalb durften die das auch.


Aber, der Thermometer hat mich in seinem Beitrag mit der Erwähnung von „Sissi“ auf eine andere Idee gebracht - (es gibt da so eine Szene in einem Sissi-Film, wo der Kaiser Franz-Josef mit seiner Kaiserin in der Mailänder Scala sitzt und das Volk singt Verdi's "Va' pensiero")





"Va' Pensiero" sollte mal die italienische Hymne werden, aber das war wohl doch zu "weich" für diese harten Zeiten.


Der Text der italienischen Hymne entstammt – wie so viele Hymnen aus einer Revolutionszeit. In dieser Revolution ging es u.a. auch gegen die Österreicher, die ja Norditalien besetzt hatten.
Die Österreicher hatten aber zu dieser Zeit eine Hymne, die von Joseph Haydn komponiert war und mit folgendem Text gesungen wurde


Die Kaiserhymne von Josef Haydn *)
Quelle: Public domain via Wikimedia Commons


Da wir älteren ja alle noch wissen, dass der Kaiser Franz sehr lange Mitglied unserer Nationalmannschaft war, hat sicher Helmut Schön die Weisung herausgegeben: „Jungs, bitte nur im Stillen mitsingen, aber dann den folgenden Text: „Gott erhalte Franz.....“


Hat doch prima geklappt. Immerhin hat es zwei Weltmeistertitel nach Deutschland gebracht: 1974 spielte der Kaiser mit und 1990 trainierte der Kaiser das deutsche Team.


Es wäre also angebracht, den Staatstragenden Text der deutschen Hymne für Fußballspiele umzuschreiben und die „Jungs“ mit einem motivierenden Text in Stille mitsingen zu lassen.
Dann können die Italiener singen was und so laut sie wollen.
Ach und noch was: Die spanische Hymne hat gar keinen Text, deshalb können die Spieler auch nicht mitsingen. Trotzdem sind sie Europa- und Weltmeister geworden.
Ich hoffe, damit ist diese seltsame Diskussion nun endgültig beendet.


*) Inzwischen hat die "Kaiserhymne einen anderen Text, der u.a. letztes Jahr hier gesungen wurde.





Aber jetzt schreib ich wirklich nichts mehr über Fußball und auch nix mehr über Nationalhymnen und die Frage, wie motiviere ich meine Spieler ist hiermit beantwortet.

1 Kommentar:

  1. ... schade, ich verstehe kein einziges Wort des gesungenen Liedes ...

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