Samstag, 28. Juli 2012

Grüß Gott aus der Nachbarschaft (2)

Parallel zur Autobahn A99, direkt an der B471 liegt der Ort Keferloh. Hier steht einer der bekanntesten Biergärten Münchens. Unter dem Namen "Kreitmeir" genoss die Lokalität einen guten Ruf weit über München hinaus. Inzwischen hat das "Gut Keferloh" seinen ursprünglichen Namen zurückerhalten. Hier riechts nach Schweinswürstln, Hendln, Kraut und Bier - aber auch nach viel Geschichte, die hier mit viel Glaubenstradition verbunden ist. Wie oft schon bin ich hier vorbeigefahren oder war im Biergarten oder im Restaurant. "1000 mal berührt" und doch nichts wahrgenommen. Aber heute morgen habe ich mal bewusst angehalten.
Das Kreuz an der Parkplatzeinfahrt
zum Biergarten "Gut Keferloh"

Der Parkplatz zum Biergarten war noch ziemlich leer und so konnte ich direkt an der Einfahrt unter dem Holzkruzifix parken. Ausgerichtet ist das Kreuz auf die B471. Und von hier herab segnet der Herr unermüdlich die vorbeieilenden Autofahrer. Eine gute Startposition also für einen "Streifzug" durch den kleinen Ort:

Keferloh ist älter als München und seine Gründung geht auf den Sieg der Schlacht am Lechfeld 955 zurück. 1158 übernahmen die Prämonstratenser aus Schäftlarn den Ort. Darauf entstand die Kirche St. Ägidius. Sie ist heute eine der wenigen erhaltenen romanischen Kirchen im süddeutschen Raum. Im Laufe ihrer Geschichte musste sie einige Umbauten und "Modernisierungen"
ertragen, bis zur Barockisierung im 18. Jahrhundert. Nach der Säkularisierung verblieben in Keferloh zwei große Gutshöfe, die sich um den Erhalt der Kirche bemühten, aber einen langsamen Verfall nicht aufhalten konnten. In den 60er Jahren wurde die Kirche re-romanisiert, nachdem man bei Restaurierungsarbeiten die gut erhaltenen romanischen Malereien freigelegt hatte. Doch richtig "Fahrt" nahm die Restaurierung erst im Jahr 2003 auf. Ein Förderverein zum Erhalt der Kirche wurde gegründet, der viel private Initiative und Engagement einbringt. Seitdem wird die Kirche für heilige Messen (St. Ägidius ist eine Filialkirche von St. Stephan in Putzbrunn) aber auch für Konzerte genutzt.
Die Kirche St. Aegidius aus dem 12. Jdh.
Zur Zeit leider mit undurchdringlichen Bauzäunen
umgeben, da der Friedhof restauriert wird.  
Und gebaut wird dort immer noch kräftig. Die Kirche ist zwar fertig restauriert. jetzt aber soll der alte Friedhof wieder erstehen. Deshalb ist im Kirchhof alles aufgebaggert und man kommt in die Kirche zur Zeit nicht hinein. Mein sehnsüchtiger Blick auf die Kirchentür wurde von einem der Bauarbeiter auch gleich mit einem verneinenden Kopfschütteln beantwortet. Also umkehren und auf die Innenaufnahmen verzichten, die gibt's aber zuhauf auf der Seite des Fördervereins.

Fenster "zum Himmel"
           Als ich mich umdrehte, bemerkte ich, dass ich die ganze Zeit über die Gottesmutter "im Rücken" hatte. Denn eins der Fenster des Gasthofes ist mit einem wunderschönen Marienbild übermalt. Auf der anderen Seite des Parkplatzes werden die Besucher von einer Kapelle "begrüßt."
Die Kapelle "St. Maria"


Alle Bilder: Ich und mein iPhone, ganz ohne ©
Und davon träum ich auch immer: Eine eigene Kapelle, in der man ganz privat beten kann. Diese hier ist der Gottesmutter geweiht und wurde 1872 erbaut. Sie ist privat und deshalb mit einem verschlossenen Zaun umgeben, was bei der Nähe zum Biergarten auch durchaus Sinn macht. Auch wenn man nicht hineinkann: Das Licht der Kerzen schimmert nach draußen und die Kapelle lädt ein zu einem Ave Maria, das vor der Tür gebetet genauso viel Freude macht und Kraft gibt.

Weiter zu St. Stephan, Putzbrunn



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