Montag, 30. Juli 2012

Modern samma, Grün samma, Party samma

Das Glockenbachviertel ist Münchens Partymeile – und das steckt an

Auch und besonders den über die Grenzen der Stadt hinaus berühmten Pfarrer Schießler , der "Chef" der Partykirche St. Maximilian. Er passt sich seiner Umgebung an und lässt den Zeitgeist wehen. Ob als unkonventioneller Sozialarbeiter, als Wiesn-Kellner, oder als Kämpfer gegen Rom, er ist der Liebling der Medien.
Gerne präsentiert er sich in Feierlaune. Denn Party ist der Sinn des Lebens. Und dem hat er auch seine Kirche St. Maximilian untergeordnet. Berühmt sind deshalb die alljährlichen „Festwochen“, die immer Mitte Juli stattfinden. Da freut sich das Kirchenvolk, denn hier ist richtig was los:
Die Festwochen begannen dieses Jahr am 15. Juli mit der „Viecherlmesse“. Hund, Katze, Maus, aber auch Schildkröte und Hamster stehen hier im Mittelpunkt, natürlich inklusive ihrer „Dosenöffner“. Die heilige Messe im Rahmen von BOW-WOW. Wo gibt’s das sonst in dieser Welt? Arche Noah reloaded:
Hereinspaziert und empfangt den Segen. Die Bilder sprechen für sich und den Geräuschpegel während des Hochgebetes kann man sich dazu denken ... WOW-WOW ...


Weiter gings am Abend mit einer Vernissage. In der vollbesetzten Kirche wurden Bilder und Installationen von Benedikt Fuhrmann präsentiert: „Ein Blick Iran“ Ein solches Event musste natürlich gefeiert werden. Es gab Tee, Datteln und Aprikosen und alle waren glücklich. Eine Besucherin äußerte sich begeistert „Ich hätte nie gedacht, dass es möglich ist, dass ein Imam in einer katholischen Kirche den Koran rezitiert. Ein christlicher Priester, der öffentlich in einer Moschee betet, das wäre toll – wenn auch unvorstellbar.“

Höhepunkt der  "Festwoche" war die Heilige Messe am 22.7., die mit einer Fahrzeugsegnung und einem Pfarrfest abgeschlossen wurde.
Schon in der Kirche zeigte die Deko mit Sonnenblumen, wer in dieser Pfarrei das Sagen hat. Fahrzeugsegnung? „Ja bitte, aber nur mit Fahrrad“. Da freuten sich die Kinder, die mit BobbyCar, Dreirädern und Fahrrädern umweltfreundlich angereist waren, dass sie in der Kirche herumtoben durften. Heißa! Und Weihwasser für diese Fahrzeuge gab es dann auch noch! Ein paar hatten ihre Fahrzeuge draußen geparkt, durften aber trotzdem mitfeiern und so wurde auch das eine oder andere Auto mit Weihwasser besprengt. Am nachfolgenden Pfarrfest ging’s bayrisch-urig zu.  Und gut war’s, dass die Tierfreunde schon eine Woche früher dran waren. Sie hätten Tränen der Rührung in den Augen gehabt, wenn sie den Wagen mit dem übergroßen Hendl auf dem Dach erblickt hätten. Hendl – Hauptsache „resch“ war die Devise und dann war am Ende doch noch alles gut!


Update: Auch der BR hat in einer Radiosendung über die Vernissage berichtet.

Kommentare:

  1. ...und Du bedauerst zutiefst, dass Du LEIDER an keinem der Events (ein Wort, das wirklich dringend genutzt werden muss) dabei sein konntest...
    Mein Mitleid!

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    1. Ja, mein Terminkalender war an diesen Tagen so überfüllt, dass ich leider keine Zeit hatte, dort mal vorbeizuschauen. Tee gibts aber auch bei mir zuhause und Datteln nag ich eh nicht so besonders. Vielleicht werde ich nächstes Jahr mal die "Viecherlmesse" besuchen, auch um herauszufinden, ob Katzen dort wirklich diskriminiert werden, weil man ja auf den Fotos keine sieht.
      Ein Fahrrad habe ich nicht und mein Großneffe wollte mir sein Bobbycar nicht leihen. Mein Auto ist Gott sei Dank "ab Werk" gesegnet, so dass es das Weihwasser von Pfarrer Schießler nicht braucht.

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  2. Ich denke ja immer, man kann die Glanzleistungen unserer Priester vor Ort, anlässlich der Erstkommunionvorbereitungsgottesdienste u.ä nicht toppen, aber ich habe mich geirrt.
    Und sowas im katholischen Bayern ts, ts...

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