Dienstag, 17. Juli 2012

Von Hennen und Hähnen.

Die Kirche – ein Tummelplatz für Karrieristen?


„Ich wollt, ich wär ein Huhn“ sangen die Comedian Harmonists sehr erfolgreich in den 20er Jahren. In dieser Zeit war das Thema Karriere auch noch nicht so wichtig. Man machte einfach die Arbeit, die einem zugewiesen wurde und freute sich, wenn der Chef zufrieden war und man selbst auch.

Diese Zeiten sind anders geworden. Heute fängt das Berufsleben mit einem „Titel auf einer Visitenkarte" an. Ein normaler Verkäufer wird da schon schnell mal zum „Key Account Manager“.  Sekretärinnen werden zu „Management Assistants“. usw. Personalfachleute sind vielfach damit beschäftigt für die einfachen Berufsbezeichnungen immer neue Titel zu erfinden. Ist ja auch billiger, als eine gute Gehaltserhöhung und so sind alle zufrieden.

Wie aber sieht das nun in der Kirche aus?

Gibt es auch hier eine Karriereleiter, die man erklimmen kann, wenn man nur laut genug Forderungen stellt, sich durchboxt oder durchsetzt? Besonders die immer mehr werdenden Altarraum-Amazonen scheinen das zu glauben. Sie haben durch die einschlägige Literatur verinnerlicht, dass es wichtig ist, auf den gewünschten Berufsfeldern „Karriere zu machen“.

Auslöser dieses Beitrages ist ein Post des Predigtgärtners, der sich über die „Frauenfeindlichkeit“ der Kirche so seine Gedanken gemacht und dann sofort von den Kampfemanzen überfallen wurde, für die es die Krönung ihrer Karriereträume zu sein scheint, Priester zu werden?
Doch ist der Priester nicht von Gott berufen, dieses Amt als Diener Gottes in Demut auszuführen? Und gehen aus dieser Berufung  nicht die Berufungen zum Bischof oder zum Papst hervor?
Haben uns nicht gerade die letzten Päpste bewiesen, dass sie in erster Linie Gott dienen, aber nicht „Karriere“ machen wollten?
Schauen wir uns den „Karriereweg“ unseren jetzigen Papstes an Priester – Professor an verschiedenen Universitäten – der Ruf als Erzbischof nach München – Kardinalskreierung – Ruf nach Rom als Präfekt der Glaubenskongregation – Papst.
Hatte er in all dieser Zeit jemals an sich gedacht und Gott den Ruf verweigert? Wie er seine "Karriere" sieht, hat er uns ja sehr bildlich in seiner Rede auf dem Münchner Marienplatz dargestellt.

Sehen wir deshalb in den Kommentarbereich des Predigtgärtners, wo sich eine Frau darüber beklagt, dass sie erstmal nicht Ministrantin werden durfte, sich aber jetzt zur Oberministrantin „hochgekämpft“ habe. Und auch die „Positionen“ der Lektorin habe sie erst nach langem Kampf erhalten. Ja und sie will auch predigen. Auch dafür wird sie kämpfen. Und sie rät jungen Mädchen, dass sie sich zu Priesterinnen, Bischöfinnen und Päpstinnen durchboxen sollen.
Wenn man diese Frauen aber anmahnt, ihren „Karrierewunsch“ doch den gegebenen Umständen anzupassen, schließlich hat Gott sich ja dabei was gedacht, bekommt man zur Antwort, dass man auch dafür kämpfen würde, vom Heiligen Geist gerufen zu werden.
Lassen wir uns mal überraschen, was der Heilige Geist von solchen „Ich will berufen sein“- Kämpferinnen hält!

Ich denke eher, dass Gott etwas anderes mit dieser Frau vorhat, denn hätte er sie zum Priester berufen wollen, wäre sie als Mann zur Welt gekommen.

Diese Beispiele zeigen aber, wie sehr eine Tätigkeit in der Kirche mit der persönlichen Selbstverwirklichung  verwechselt wird.

Kann Frau sich nicht woanders selbst verwirklichen? Muss es ausgerechnet das Verkündigungsamt in der Kirche sein – oder was steckt dahinter?

Und um wieder zum Ausgang zurückzukommen. Warum will die Henne unbedingt ein Hahn werden und krähen, wenn es doch so schön ist ein Huhn zu sein und zu gackern ....?

1 Kommentar:

  1. man könnte sich vorstellen, daß die sommerlochgelangweilten SpOn- und WOn-foristen sich rudelweise hier zu Worte melden. Sie sind andernorts in der blogozoese schon gesichtet worden und scheinen zu glauben, sie hätten leichtes Spiel mit uns. Falsch- wie man z.B. bei elsa sieht.
    Sehr schnell werden jedenfalls ihre defizitären Geschichts -& Religionskenntnisse aufgedeckt. Hier allerdings hast du ja auch den Altarraum-amazonen auf die Füße getreten, was diese erfahrungsgemäß mit schäumenden Rundumschlägen beantworten
    Was dahinter steckt- ist das "ich -will-auch" derer die eher des Fischers Fruu als Vorbild haben und weniger wissen, was das Dienen in der Kirche bedeutet.

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