Dienstag, 7. August 2012

Der Kardinal hat Humor...


... oder das Drama von Zorneding.


Plötzlich „Investigationsjournalistin“. Mei, wer hätte das gedacht und das auch noch mitten im Sommerloch. Eigentlich wollte ich nur ein paar Informationen sammeln für unsere Serie „Grüß Gott aus der Nachbarschaft“. Denn gerade eine der schönsten Kirchen hier im Umland hat eine spannende Geschichte. Da ist es gut, wenn man sich ein bisschen ausgiebiger informiert. Und bei dieser Recherche bin ich auf die Webseite der Pfarrei gestoßen, die in dieser Kirche ab und an Heilige Messen feiert und auch mal die eine oder andere Wallfahrt organisiert.
Ich fand dann auch eine Menge Hintergrundmaterial, doch – oh Schreck – auf der Website auch diese Linkliste:

Was ist da denn los, dachte ich mir, verließ dann aber die Seite, weil ich die benötigte Information hatte. Den Link wollte ich in einem Nebensatz erwähnen.

Da mir dann aber doch noch ein paar Informationen gefehlt haben, musste ich heute nochmal auf die Seite der Pfarrei. Diesmal bin ich auf der Startseite gelandet: 

Es hat ein paar Stunden gedauert, bis ich mich von dem Schock erholt hatte. Und ich fange jetzt mal damit an, was auf dieser Seite so los ist.
Zunächst gab’s ein Bild des Pfarradministrators Markus Z., als er in seiner Gemeinde als Rapper auftrat. Na gut, der Jugend gefällt das vielleicht und manche brauchen halt die Show. Scrollt man auf dieser Seite aber weiter nach unten trifft man auf die nächsten Links  zur „Pfarrerinitiave in Freiburg“ und „Passauer Priester im Dialog“ (Das ist die Organisation des gerade wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten suspendierten Priesters Artinger).
Weiter geht’s mit einem Link zum Austro-brasilianischen Bischof Kräutler, der sogar eine „Umfrage“ unter den Bischöfen der Weltkirche starten will.
Und dann zwei absolute „Höhepunkte“:
  1. Eine üble Beschimpfung von Papst Benedikt, der „kein Rezept für die Wiederverheirateten Geschiedenen habe“ und nicht auf die Unterschriftenaktion  der KFD reagiert habe.
  2. Noch übler ist der zweite Hetzartikel gegen den Heiligen Vater, in dem ihm vorgeschlagen wird, sich doch mal Rat bei Hans Küng zu holen.

Wahrscheinlich wird die Website vom PGR betrieben, in dem der eine oder andere eher dem linksgrünen Spektrum zuzurechnen ist. Wenigstens einer macht das auf seiner privaten Homepage auch deutlich. Die Homepage der Pfarrgemeinde ist so grün, dass man denkt man sei im Urwald. Wahrscheinlich haben sie dem armen Pfarrer Z. erklärt, dass das Kirchenvolk das genauso will.

Und der hat jetzt das Nachsehen. Er verabschiedet sich zum 31. Juli von seiner Gemeinde und wird in Altötting die Emmanuel School of Mission priesterlich betreuen und für diese Gemeinschaft Seelsorgemithilfe im Münchner Norden leisten.

Die Gemeinde Zorneding wird einen neuen und erfahrenen Priester als Pfarradministrator bekommen: Prof. Dr. Olivier Ndjimbi-Tshiende, kommt ursprünglich aus dem Kongo und ist zurzeit Pfarrer in St. Georg in Milbertshofen. Pfarrer Ndjimbi-Tshiende leitet die Pfarrei St. Georg seit 2008 und konnte dort bereits Erfahrungen mit Vandalen machen. Es war seine Kirche, die mehrfach von randalierenden Jugendlichen „heimgesucht“ wurde. Die Sache ging völlig ruhig über die Bühne – denn man hat nichts mehr darüber gelesen.  Da wird Pater Ndjimbi-Tshiende mit Sicherheit auch in Zorneding bald wieder Ordnung schaffen, obwohl ich mir denken kann, dass linksgrüne PGR, Wisiki und KFD-Frauen sicher härtere Nüsse sind als ein paar jugendliche Krawallos und Kirchenzerstörer.
Wünschen wir ihm Glück und Gottes reichen Segen für seine neue Aufgabe. Und dass es ihm gelingt, die „Papstkritik“-Artikel sowie die Links zu Hans Küng,  den „Pfarrerinitiativen“ und "Wisiniki" schnellstmöglich von der offiziellen Website der Pfarrei zu entfernen.

Und danken wir dem Kardinal, dass er den Wechsel in Zorneding so geräuschlos über die Bühne gebracht hat. Und den üblichen „Wir möchten-gern die-Kirche-zum-Sozialverein-machen“-Protestlern keine Bühne geboten hat. 
Dafür gibt's ein Dreifaches


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