Freitag, 17. August 2012

Die Froschprinzessin

Unsere Sommertelenovela (Teil 5)

Fortsetzung von hier

Der Sommer ging ins Land, täglich das selbe Schauspiel - und immer noch kein Prinz weit und breit und auch niemand wollte ihre Bilder kaufen. Zudem war es Urlaubssaison und viele Frösche beschlossen, einmal andere Plätze aufzusuchen, einige wanderten in die Berge, andere in den Süden und wieder andere wollten sich endlich mal die berühmten Krötentunnel aus nächster Nähe betrachten. Es wurde wieder einsam um die Froschprinzessin. Da beschloss sie, etwas ganz "Verrücktes" auszuprobieren. Sie wollte sich die Wartezeit auf den Prinzen mit einer kreativen Idee verkürzen -  ein ganz großer Star sollte aus ihr werden! Und so gründete sie ein Theater, auf dessen Bühne sie ganz allein stehen würde und wo sie sich gleichzeitig Mitleid, Bewunderung und Beifall sichern konnte,
denn auch das Publikum bestand aus ihr selbst, sie hatte sich einfach ein paar Klone dafür bestellt. Die Bühne verlegte sie auf den Grund des Dorfteiches, wo sie niemand sehen konnte, aber die verbliebenen Frösche suchten staunend nach ihr.
Denn sie hatte vorher natürlich noch Flugblätter verteilt, damit auch alle hinsehen, wie großartig sie auf dem Grund des Brunnens Theater spielt. Nach einigen Versuchen fand sie, dass "Romeo und Julia" genau das richtige Stück für den Teichgrund sei. Denn schließlich hatte mit diesem Stück ihr ganzes Unheil angefangen. Sie war -fand sie-genau so schön und lieblich wie die Capulet-Tochter nur viel grüner. Sie probierte schon einmal die Sätze, die sie ihrem erwarteten Liebsten entgegenflöten (naja quaken) wollte: Romeo, oh Romeo! Aber er hörte sie nicht, denn er war längst über alle Berge.
Dabei stellte sie sich schon in ihrem aus Algen gehäkelten Brautkleid vor, das sie stets einsatzbereit bei sich trug.Auf den Kopf, so hatte sie beschlossen, würde sie sich einen aus Sumpfdotterblumen geflochtenen Kranz setzen und weil der Prinz auch als Romeo weiter auf sich warten ließ, probierte sie schon einmal ein paar graziöse Tanzschritte Plitsch-Platsch-Plitsch.
Als sich ihr eines Tages ein sichtlich verliebter Kröterich näherte, behauptete sein Name sei Romeo und sich erbot, sie leidenschafalich auf den breiten Mund zu küssen, jagte sie ihn erbost davon. Eine Kröte! Niemals!

Keine Kommentare:

Kommentar posten

Mit dem Posten eines Kommentars erteilen Sie die nach der DSGVO nötige Zustimmung, dass dieser, im Falle seiner Freischaltung, auf Dauer gespeichert und lesbar bleibt. Von der »Blogger« Software vorgegeben ist, dass Ihre E-Mail-Adresse, sofern Sie diese angeben, ebenfalls gespeichert wird. Daher stimmen Sie, sofern Sie Ihre email Adresse angeben, einer Speicherung zu. Gleiches gilt für eine Anmeldung als »Follower«. Sollten Sie nachträglich die Löschung eines Kommentars wünschen, können Sie dies, unter Angabe des Artikels und Inhalt des Kommentars, über die Kommentarfunktion erbitten. Ihr Kommentar wird dann so bald wie möglich gelöscht.