Samstag, 4. August 2012

Die Suche nach dem Jahr des Glaubens

Quelle: Photodisc; Papst Benedikt: ©Fabio Pozzebom/ABr [CC-BY-3.0-br (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/br/deed.en)],
via Wikimedia Commons; Logo "Anno della Fede":www.annusfidei.va , Composing: Ich
Auf der Website des Vatikan zum Jahr des Glaubens gibt es einen Downcounter.
Er steht heute bei 68 Tagen. Das sieht erst mal nach einer ganzen Menge Zeit aus ... aber was passiert eigentlich zur Vorbereitung hier bei uns in Deutschland?
Neugierig wie ich nun mal bin, habe ich mal bei katholisch.de auf die Website geklickt, um herauszufinden, was die Kirche in Deutschland zum Jahr des Glaubens geplant hat.

Auf der Startseite finde ich nichts – keinen Artikel, kein Logo, ja nicht mal einen Link auf die Website nach Rom.
Also gebe ich den Suchbegriff „Jahr des Glaubens“ ein. Resultat: „Bad Request [Invalid Hostname]." Oha, dort hat man offensichtlich vom Jahr des Glaubens noch gar nix gehört. War wohl ein Fehler des Vatikan, die Website „Jahr des Glaubens“ erstmal nur in englisch und italienisch anzubieten. Und das kann man bei katholisch.de offensichtlich nicht lesen.

Ein bisschen besser sieht es auf der Website der deutschen Bischofskonferenz aus, die zumindest das Vatikan-Logo mit deutschem Text versehen auf ihrer Startseite haben. Klickt man auf das Logo, landet man auf der italienischen (!) Seite des Vatikan - obwohl die englische sicher erst mal besser wäre.

Also dann bin ich mal virtuell durch die süddeutschen Bistümer getourt, um mal zu gucken, was die dort vorhaben:
  • Augsburg, Startseite – kein Hinweis 
  • Bamberg, Startseite – kein Hinweis
  • Passau, Startseite – kein Hinweis
  • Regensburg, Startseite – kein Hinweis
  • Würzburg, Startseite – kein Hinweis
Aber es gibt auch zwei „Lichtblicke“:

Eichstätt, Startseite – Bingo! 
Hier gibt es einen Hinweis und einen Artikel mit einem weiterführenden Link, der zur Ankündigung des Pontifikalamtes am 11. Oktober führt und von dort gibt es weitere Links, viele Termine und es gibt sogar schon ein Merkheft, das man downloaden kann.

Dann mal ab ins Heimatbistum München und Freising: 
Fleißig in der Vorbereitung ist man auch hier. Das Erzbistum hat seit Tagen eine Ankündigung auf der Startseite, die zur Website „Jahr des Glaubens“ verlinkt.

Auch hier gibt es schon einiges zu entdecken, z.B. das Video von Kardinal Marx. Oder die Termine, die Kardinal Marx zum Jahr des Glaubens unter dem Thema „Ich glaube“ mit den Gläubigen wahrnehmen wird:
  • Donnerstag, 11. Oktober 2012, 18.30 Uhr: Eröffnungsgottesdienst (Freising, Mariendom)
  • Mittwoch, 12. Dezember 2012, 10 Uhr: „Ich glaube an Gott“ (München, Maria-Ward-Schulen)
  • Samstag, 23. Februar 2013, 16 Uhr: „Ich glaube an Jesus Christus“ (München, Muffathalle)
  • Freitag, 26. April 2013, 16 Uhr: „Ich glaube an den Heiligen Geist“ (Chiemsee, Katechese auf einem Schiff, Gottesdienst auf der Fraueninsel)
  • Samstag, 13. Juli 2013: „Ich glaube die Kirche“ (Berchtesgaden, Kirchleitenkapelle)
  • Sonntag, 14. Juli 2013, 10.30 Uhr: Festgottesdienst zum 100. Geburtstag von Kardinal Julius Döpfner (Freising, Mariendom)
  • Mittwoch, 24. Juli 2013: Gedenkgottesdienst zum Todestag von Kardinal Julius Döpfner (München, Liebfrauendom)
  • Dienstag, 8. Oktober 2013: „Ich glaube an die Vergebung“ (Fürstenfeldbruck, Kloster)
  • Samstag, 9. November 2013: „Ich glaube an die Auferstehung“ (Erding)
  • Sonntag, 24. November 2013: Abschlussgottesdienst (Freising, Mariendom)

Das klingt alles schon mal sehr gut. Und wenn man eine Gelegenheit hat dabei zu sein, ist das bestimmt sehr intensiv. Hoffentlich werden die einzelnen Termine auch über das Internet übertragen – damit die Daheimbleibenmüsser nicht ganz ausgeschlossen sind.

Man kann auf dieser Webseite aber auch sehen, dass in München die Veranstaltungen zum "Beginn des II Vatikanisches Konzils vor 50 Jahren" sowie der "100. Geburtstag von Kardinal Döpfner"  in das „Jahr des Glaubens“ mit hinein genommen werden. 
Ob diese Menge an unterschiedlichen Themen das Jahr des Glaubens nicht etwas verwässern?
Es gibt bereits zahlreiche Links zu schon feststehenden Veranstaltungen und Vorträgen, die aber überwiegend die „50 Jahre Beginn des II Vatikanischen Konzils“ betreffen.
Außerdem sieht man auf der Startseite den Öko-Kindergarten. Jahr des Glaubens an die Ökoreligion?
Die weiteren Links zu Gebeten oder Texten bieten aber sehr interessante Inhalte, z.b. viele Texte von Josef Ratzinger/Papst Benedikt.
Über Twitter kann man dem  Jahr des Glaubens unter http://twitter.com/heutebeten folgen.

Was ich mir aber wünschen würde, wäre, dass es auch in den Stadtrandkirchen Abendmessen an den Werktagen gibt. Dazu könnten sich die Pfarreien im Umkreis von 5 km sich abstimmen, so dass die Abendmesse im Wechsel in jeweils einer der verschiedenen Stadtrandkirchen stattfinden würden. Auf die gleiche Art könnte man auch eine ewige Anbetung in einer der Kirchen initiieren. Bin mal gespannt, ob dafür vor lauter Feierlichkeiten und „Party“ und "alles so schön grün hier" noch Zeit dazu bleibt.

© Erzbistum München und Freising
Free Download von hier
Regelrecht schockiert hat mich aber bei der Website in München: Das Erzbistum genehmigt sich ein eigenes Logo zum Jahr des Glaubens!!! Ist das Schiff aus Rom etwa nicht gut genug? Muss ausgerechnet das Heimatbistum des Papstes hier „querschießen“ und einen Alleingang starten?
Und dazu noch mit so einem schrecklichen Logo in gelb und blau, das mit Glauben nur das Wort zu tun hat und aussieht wie eins von den Google-Captcha-Bildern. Es weist mit nichts (Kreuz, Kirche) auf den katholischen Glauben hin. Vielleicht hat ja jemand eine Idee, was dieses Logo aussagen soll? Mir fällt da zur Zeit nichts ein. Sind das etwa die Wellen, auf dem das Boot aus Rom fährt?


„Mia san mia“, das seh ich ja meistens auch so, aber in diesem Fall sollte das „Mia san mia“ doch für die ganze Kirche als Einheit gelten und das Jahr des Glaubens eben auch unter einer Flagge segeln. 

Kommentare:

  1. ich würde sagen , daß ist ein Farbensehtest auf Gelb-Blaublindheit.

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    1. Dann ist mein Farbsehen ja normal, denn lesen kann ich's. Verbleibt aber die Frage, was der Künstler mit diesem Bild ausdrücken wollte.

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    2. das möchte ich lieber nicht wissen, vielleicht, daß er weiß, daß es eckige und runde Schrifttypen gibt? Aber wieso eigentlich Künstler? Das sieht ja eher schwer nach einem Griff in den Do-it-yourself-Kasten aus.

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