Mittwoch, 1. August 2012

Grüß Gott aus der Nachbarschaft (3)


Aus alt mach neu: Der doppelte St. Stephan in Putzbrunn bei München.


St. Stephan Putzbrunn-2
St. Stephan in Putzbrunn bei München, erbaut
zwischen 1723 und 1725
©Rufus46 via Wikimedia Commons
Fährt man auf der B471 von Haar weiter Richtung Süden kommt man direkt in den Ortskern der Gemeinde Putzbrunn.
Wie so viele Gemeinden im Umland Münchens verdankt auch Putzbrunn seine Existenz der alten Salzstraße und ist mehr als 1000 Jahre alt. Nicht ganz so alt ist die Kirche St. Stephan, die erst zwischen 1723 und 1725 erbaut wurde. Der barocke Saalbau steht mitten im Ortszentrum des über die Jahrhunderte landwirtschaftlich geprägten Ortes.  Eine weitere Barockkirche mehr, die einfach so am Straßenrand herumsteht und schon seit ein paar Jahren nur noch für Hochzeiten und besondere Veranstaltungen genutzt wird.

Zu Zeiten, als ich noch jeden Morgen und Abend auf meinem Weg ins Büro durch Putzbrunn hindurchfuhr hatte ich keinen Blick für die schöne Kirche am Straßenrand. Selbst wenn die Ampel davor auf rot stand, habe ich sie fast nicht wahrgenommen. 


Putzbrunn St. Stephan Innenraum
Bekannt aus Heimatfilmen aller Art: St. Stephan ist
eine typische bayerische Dorfkirche
©Rudolf Buch via Wikimedia Commons
Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde viel gebaut im Ort und so fiel mir auch ein Neubau erstmal nicht auf. Erst als der Turm sichtbar wurde, dachte ich, wieso bauen die denn in diesen Zeiten noch eine Kirche (Schäääm)?   Aber es war tatsächlich so. Denn Putzbrunn hat sich herausgemacht. In den letzten 30 Jahren siedelten sich hier immer mehr auch internationale Unternehmen an, was zu einem starken Bevölkerungswachstum führte. Die alte Kirche St. Stephan wurde zu klein.
Zudem waren inzwischen auch viele Protestanten „zugroaßt“, die ebenfalls eine kirchliche Heimat brauchten. So entstand das ökumenische Zentrum St.Stephan/St.Martin. Beide Gemeinden nutzen den gleichen Glockenturm, aber jede Konfession hat ihre eigene Kirche. Die armen Putzbrunner! Was für ein Tausch! Von einer barocken Umgebung in einen stuhlkreisähnlichen Raum mit einem bunten modernen Gemälde an der Wand und seifenblasenartigen Lampen an der Decke! Moderne Architektur zum Gruseln. Das erklärt aber wahrscheinlich, warum sich die Putzbrunner so für den Erhalt der alten Kirchen (z.B. Keferloh) im Umfeld engagieren, also hat die neue Kirche auch was Gutes.

Erstaunlich ist auch, dass man im Internet viele Informationen über die alte Kirche findet, aber fast nichts über die neue. Das sieht doch ganz so aus, als könne man sich innerhalb der Gemeinde auch nicht so recht mit dem Kirchenneubau anfreunden.

Weiter zu St. Ulrich in Grasbrunn

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