Mittwoch, 15. August 2012

Maria Himmelfahrt vor Ort, zum Fortlaufen

Also da sind wir heute, mitsamt selbstgepflückten Kräutersträußchen,  in der Messe angekommen, um mal wieder wundervoll marianisch, katholisch und volksfromm zu sein.
Und was mussten wir uns anhören?
Irgendwie fasse ich es immer noch nicht!
Es wurde ein glühendes Plädoyer für die Frauen, denen endlich doch all die gesellschaftliche Anerkennung (häh, wie bitte?!?) zuteil werden solle und gegen Unterdrückung und für das Aufstehen und  lautstark protestieren und überhaupt wurde der staunenden Gemeinde eröffnet, dass das Magnificat das Kampflied der Frauen geworden wäre, die sich mit ihrer Rolle in der Männerkirche unzufrieden fühlten und überhaupt...
Während ich noch zwischen Fallen in Ohnmacht bzw. Schreiend hinauslaufen schwankte, wurde ich von meinen Kindern zur Ordnung gerufen "Mama benimm dich!", während meinem Gatten ein gemurmeltes "Dummschwätzer" und "wenn die meinen die Kirche in D dadurch retten zu wollen, sind se auf dem Holzweg" entschlüpfte.
Ich fügte mich in mein Schicksal und die Predigt ging weiter. Richtigerweise wurde darauf hingewiesen, dass Teile des Magnificat aus dem Lobgesang der Hannah stammten, die unter ihrer Kinderlosigkeit schrecklich  litt und aus Dankbarkeit, für die wundersame Geburt des Samuel, Gott gegenüber ihren Lobgesang sang.
Dann wurde aber aus der Hannah wieder die erste Feministin, (der genaue Gang dieses Salto Mortale ist mir entfallen) aber ich dachte




"Je nun, also heutzutage werden ja Frauen mit vielen Kindern (also nicht richtig vielen, so 11 bis 15 Stück), aber mehr als 3 gilt ja heutzutage schon als richtig viel) von vielen mitleidig angeguggt und viel dummes Zeug muss man sich auch anhören. Sind sie gut in der Schule heißt es "Ja klar, so will das Kind Aufmerksamkeit erlangen, die Eltern müssen es ja wegen der vielen Geschwister vernachlässigen" Ist das Kind schlecht in der Schule heißt es "Kein Wunder bei den vielen Geschwistern kann das Kind ja nicht adäquat gefördert werden"....................
Irgendwie schien der Prediger der Ansicht zu sein in diesem Wandel der öffentlichen Meinung habe sich die Verheißung des Magnificat erfüllt.
Kann aber sein, dass ich das verkehrt verstanden habe.
Auf jeden Fall ging die Messe weiter (relativ normal) dann nahte der Schluß und es wurde das "Magnificat" gesungen.
Üblicherweise ist es liturgisch so, dass wenn Texte oder Textpassagen aus den Evangelien vorgelesen werden, die Gemeinde aus Ehrfurcht vor dem Schriftwort steht (außer bei den Wandlungsworten, da kniet man).
Auf jeden Fall erklang das Magnificat und alles bleib sitzen, dabei wurde  doch in der Predigt mehrer Male erwähnt, das das Magnificat das Lied zu Aufstehen sei.
Gottseidank, dass die meisten Leute bei der Predigt eh nicht zuhören, kann man da nur sagen.
Meine Familie meint eh, ich wäre die einzige die darauf achten würde, was der Pfarrer sagt!
Besonders originell ist das Ganze ja nicht, wenn man bedenkt, das die Befreiungstheologie ja schon lange verurteilt wurde und auch Frauen definitiv (das letzte Mal dogmatisch festgelegt in Ordinatio sacerdotis 1994! nicht katholische Priester werden können.
Und schon in  den Don Camillo Filmen muss  Peppone irgendwo  zu Don Camillo sagen "Sie mogeln Monsignore, die Kommunisten, die sind wir!"
Hab's nur auf italienisch gefunden:

Ich weiß ja schon, dass das Meckern nichts bringt, aber manchmal tut es gut sich das von der Seele zu schreiben.


6 Kommentare:

  1. So bitter es erscheinen mag- da hilft nur eines: mit den Füßen abstimmen. Es gibt sicher Besseres in halbwegs erreichbarer Nähe.
    Vielleicht sölltest Du uns auch die Namen der Gemeinde und des Pfarrers, der diese pseudokatholischen Messen mit zu Emanzenliedern umdeklarieretn Hymnen "feiert" mitteilen? Nur daß man weiß, wo man nicht hingehen kann, falls man mal des Weges kommt?

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  2. Da kann man ja froh sein, dass nicht auch noch die Esos zu Wort kamen. Bei meiner Recherche zu den Kräutern, die in den Buschen gehören, bin ich auch auf viele "Hexen- und Zauberseiten" gestoßen, die diese Kräuterweihe auch für sich "entdeckt" haben. Wäre ja noch eine Steigerung gewesen, wenn sich Euer Priester noch bei den Hexen etc. entschuldigt hätte.

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  3. Hihi! Das ist ein Hammer! ;-)

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    1. Da kriegt man wirklich das kalte Grausen, und ich binfroh, dass ich in Bayern bin ... auch wenn's da auch schon den einen oder anderen Ausreißer gibt ...

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  4. Man könnte dem Pfarrer natürlich aiuch das Buch "Warum werden wir nicht katholisch ?" von Pastor Andreas Theurer schenken, vielleicht ginge ihm dann ein Licht auf? Er könnte natürlich auch konvertieren und sich unter die Fittiche der Emanzipations-"theologin" Käßmann begeben- bei der würden seine Elogen sicher auf offene Ohren stoßen.Falls es aber für glaubenstreue Lutheraner in Zukunft etwas Ähnliches wie Anglicanorum coetibus geben sollte, was Theurer sich wünscht, hat sich der Verein vielleicht schon aufgelöst und ist Teil einer linken oder grünen politischen Partei geworden.

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  5. Naja das eigentliche Drama ist, das ist ein absolut lieber, engagierter, netter, menschenfreundlicher, sich um seine Schäfchen kümmernder, aufmerksamer und freundlicher Mensch, ein Traumpriester sozusagen, nur seine Ansichten, die sind halt nicht katholisch.
    Selbstverständlich gehört er zu den Unterschreibern des Memorandums!

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