Sonntag, 26. August 2012

Quellsünden und Öffentlichkeit

Früher hat man sie noch auswendig gelernt, all diese Listen, die 10 Gebote, die leiblichen und geistigen Werke der Barmherzigkeit, die göttlichen und menschlichen Tugenden und auch die sogenannten Quellsünden (früher hießen die, etwas irreführend, Todsünden).
Ich will ja nicht behaupten dass pures Auswendiglernen von Kathechismusfragen einen automatisch heilig werden lässt, das nun wirklich nicht, aber es ist hilfreich.
Ausgerechnet Kardinal Lehmann, (damals allerdings erst  Bischof Lehmann) hat das mal, in einem seiner Anfälle von Frömmigkeit, so formuliert :
"Wir haben ein Recht zu wissen, was wir glauben"
Also um was geht es?
Um die Verschwendung, mit der immer wieder Bischöfe unglaubwürdig gemacht werden sollen.
Im Prinzip könnte man nun auf den Urankläger der Verschwendung, einen gewissen Judas Iskariot, verweisen und die Antwort Jesus zitieren "lass sie!" und gut wäre.
Aber die Sache geht tiefer.

Vor einigen Jahren benannte  ein bekannter Eiscremehersteller seine Eissorten nach den 7  Quellsünden und auch, wenn sie das nur einen Sommer lang durchgehalten haben, heißt eines der Produkte immer noch "Temptation"  (= Versuchung) Je nun, also wie lauten diese Quellsünden denn nur?
Neid, Stolz, Geiz, Völlerei, Wollust, Zorn, Trägheit.
Abundan lauten sie etwas anders nämlich: Neid, Hochmut, Habsucht, Unmäßigkeit, Unkeuschheit, Zorn, Überdruss.
Man nennt sie auch Wurzelsünden, weil aus ihnen alle Sünden erwachsen.
Warum diese lange Vorrede, nun weil es mich einfach nervt, dass in einer Gesellschaft die mit der Unkeuschheit und Unmäßigkeit ihr Geld verdient, offensichtlich der Neid regiert wenn ein Bischof mal gediegen eine lange Flugreise absolviert und das in Zeiten, wo selbst Lieschen Müller schon in Thailand war und die Tippse aus dem Büro demnächst mit 4 Wochen  Neuseeland ihre Pensionierung einläutet.
Es scheint ein merkwürdiges soziologisches Phänomen zu sein, dass der Neid und der Geiz da so richtig blühen, wo die Leute echt üppig zu leben haben.

1 Kommentar:

  1. Rudolphine26.08.12, 20:52

    ebenso merkwürdig-oder auch nicht- ist es , daß es immer die Kichenfeinde sind, die wenn denn gar nichts anderes mehr geht, mit geheuchelter Entrüstung die Verschwendungskarte ziehen und sich nicht entblöden, mit Jesus und der Bergpredigt zu argumentieren, von der sie erwiesenermaßen nicht ein einzgies Wort verstanden haben. I
    Im zusammenphantasierten "Fall" des Bischofs von Limburg ( der ohne ein Limburg-Leaks allerdings nicht möglich geworden wäre ) geht es um etwas ganz anderes. Hier soll ein papsttreuer ,nicht zeitgeistweichgespülter Hirte zur Strecke gebracht werden- egal mit welchen Mitteln. Dummerweise kennen wir diese Vorgehensweise der Spiegeltruppe mittlerweile so gut, daß wir die Artikel schon im voraus selber schreiben könnten.
    Aber liebe Augsteinepigonen- der Spiegel in seinem aktuellen doch desolaten, schon bald zombíeartigen Zustand hat weder die Macht noch den Einfluß Bischof Tebartz-vam Elst aus seinem Amt zu schreiben. Vorbei.

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