Samstag, 25. August 2012

Wenn der Opa mit dem Enkel ...

... am gleichen Tag Geburtstag hat, kommt das nicht nur in Bayern eher selten vor.

Wenn aber beide bedeutende Könige wurden und beide Ludwig heißen, kann das nur in Bayern vorkommen.

Ludwig I geboren am 25. August 1786
LouisI
Ludwig I mit den Insignien der Macht
Gemälde von Joseph Karl Stieler, zu
sehen in der Neuen Pinakothek München
©: Public domain
kennen viele in erster Linie als "Erfinder" des Oktoberfests. Aber Ludwig I hat auch München neu erfunden. Unter seiner Regentschaft erhielt die Stadt ihr heutiges Gesicht. Seine Vorlieben für Italien und Griechenland kann man in München an allen Ecken und Enden "riechen". Ob Feldherrnhalle,  Ludwigsstraße incl. Ludwigskirche, Königsplatz ... alles ist während seiner Regierungszeit gebaut worden. Der Bau der "Walhalla" bei Kelheim an der Donau geht ebenfalls auf sein Konto. Seine Vorliebe für Griechenland kostete ihn eine Menge Geld, da er den Freiheitskampf der Griechen aus seiner Privatschatulle finanzierte. Zum Dank wählten die Griechen seinen Sohn Otto zum König und haben bis heute eine weißblaue Fahne. Berühmtheit erlangte Ludwig auch durch seine zahlreichen Affären, die in der "Schönheitengalerie" in Schloss Nymphenburg zu besichtigen sind. Bis es dem Volk zu bunt wurde: Die Affäre mit Lola Montez wuchs sich zu einer Staatsaffäre aus, die das Volk so gegen ihn aufbrachte, so dass er am Ende abdanken musste.

Auf sein Konto geht aber auch die Wiederbelebung der nach der Säkularisation geschlossenen Klöster und die Neugründung der Abtei St. Bonifaz, mitten in der Stadt München. In der Krypta dieser Abtei liegt er heute begraben, an der Seite seiner Frau Therese, die als evangelische bis 2002 auf ihren Platz dort warten musste.



Ludwig II geboren am 25. August 1845.
Über ihn ist alles geschrieben, er lebt weiter in Büchern, Filmen, Musicals. Der Bayern liebster "Kini", der aber zu Lebzeiten einiges Ungemach erdulden musste. Er lebte für die Schönheit und die Musik, war aber auch sehr technikbegeistert.
Politik und vor allem Säbelrasseln konnte er nichts abgewinnen. Und das wurde ihm zum Verhängnis. Ein König, der nicht Krieg führen will, passte nicht in die politische Landschaft und schon gar nicht ins Bild der Preußen, die die bayerischen Soldaten dringend brauchten, um Krieg gegen Frankreich zu führen und das Kaiserreich auszurufen. Widerwillig machte Ludwig mit, ein gutes Geschäft, wie wir heute wissen, denn die Preußen bezahlten daraufhin seine Schulden und wir haben heute die Touristen.
Ludwig zog sich immer mehr zurück und wurde schließlich für "verrückt" erklärt. Er kam unter mysteriösen Umständen zu Tode. Viele Legenden ranken sich um ihn, was ihm die Liebe "seines" Volkes bis heute erhalten hat: "Sie nahmen ihm die Krone ab und warfen sie ins Tal hinab und gaben sie den Zwergen..."


1 Kommentar:

  1. Man kann eine Menge lernen aus der weiß-blauen Geschichte und zwar zum einen das Gott der Herr auf krummen Zeilen gerade schreiben kann und keine Heiligen braucht um seiner Kirche Raum zu schaffen, siehe Ludwig den Iten.
    Und all denen die so gerne Skandal schreien, wenn wer sein Geld für Prunk und Protz ausgibt, sei daran erinnert, dass die Schlösser des Kini die Haupteinnahmequelle des Freistaates Bayern sind und jeden Sommer wahre Volksscharen warten, um Neuschwanstein zu besichtigen.
    Wie ärmer wäre die Welt ohne die Verschwendungssucht Ludwigs des IIten.

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