Mittwoch, 15. August 2012

Wer's glaubt, wird selig


Unter dieses Motto stellte heute Weihbischof Wolfgang Bischof seine Predigt zum Hochfest Maria Himmelfahrt. Er ging dabei auf die augenblickliche Szenerie in München ein: Filmplakate, Presseberichte, TV- und Radioberichte über einen Film, die uns über diesen dem Markus-Evangelium nachempfundenen Text  an allen Ecken und Enden stolpern lassen.
Weihbischof Bischof wandelte allerdings das banale Sprich-Wort  durch das Hinweglassen von zwei Buchstaben in seine ursprüngliche Bedeutung: „wer glaubt wird selig“. Er versicherte uns in seiner Predigt, dass ein tiefer und fester Glaube an Gott schon im Diesseits ein wichtiger Teil unseres Lebens ist und uns durch Höhen und Tiefen begleitet. Und dass ein starker Glaube  uns zur ewigen Seligkeit führen wird. Eine wunderbare, dem Hochfest würdige Predigt. Er schloss mit den Worten, dass wir, wenn uns in den nächsten Tagen das eine oder andere Filmplakat ins Auge fällt,  daran denken sollen, dass es wahr ist:
Wer glaubt wird selig!


Aufhänger für diese Predigt war, dass am Donnerstag, 16. August in München der neue Film von Markus Rosenmüller anläuft.
Er basiert auf einem amerikanischen Kinohit und wurde auf bayerische Verhältnisse und das bayerischen Glaubensleben adaptiert.
„Wer’s glaubt, wird selig“ spielt in einem kleinen Dorf in Bayern, das einmal ein florierender Skiort war. Leider hat’s dort seit 5 Jahren nicht mehr geschneit, und so ist das Dort ziemlich verarmt und heruntergekommen. Die Gemeinde fühlt sich von Gott im Stich gelassen. Eine neue Touristenattraktion muss her. Und so fügt es sich, dass die Schwiegermutter eines Dorfbewohners ums Leben kommt, als sie von einem herabfallenden Kruzifix erschlagen wird. Das bringt die Dorfbewohner auf die Idee, aus der Toten eine Heilige zu machen und vom Wallfahrtstourismus zu leben. Der Schwiegersohn reist nach Rom, um beim Papst eine Heiligsprechung zu erwirken ...






So weit so gut. Sieht man sich den Trailer an, scheint es sich um eine turbulente Komödie zu handeln, die die katholischen Glaubensinhalte doch ziemlich „auf die Schippe nimmt“. „Bayerisch, deftig, bunt“. So wie man sich außerhalb Bayerns eben Bayern vorstellt und wie sich die Bayern auch selbst sehen.

In einem Interview  mit merkur-online bekräftigte Markus Rosenmüller, dass sein Film in keinem Fall gegen die Kirche oder eine antikirchliche Satire sei:

„... Ich habe nie daran gedacht, dass ich jemanden verletzen könnte. Der Film hat ja einen sehr versöhnlichen Aspekt: Der Papst ist meines Erachtens sehr ideal gezeigt, da dürfte sich die Kirche freuen. Ich sehe es auch so, dass man eine menschliche Führungsgestalt da oben braucht....“

Er ging auch darauf ein, dass in den kleinen bayerischen Dörfern der Glaube ein wichtiger Bestandteil des Dorflebens sei und dort noch sehr stark gelebt werde. Auf die Frage, ob er ein gläubiger Mensch sei, antwortete er, dass er zwar manchmal am Zweifeln und Wanken sei und dass ihm der Glaube in anderen Phasen sehr viel Halt gebe. In seinen Filmen versuche er aber, dem Glauben auch das humoristische abzugewinnen. Der Film habe ihm sehr viel Spaß gemacht, da eine „Wunder Inszenierung“ immer ein „gefundenes Fressen“ sei.

Lassen wir uns also überraschen von der Komödie und zeigen wir der Welt, dass wir Katholiken Humor haben und nicht so verbissen sind.
Das Projekt wird vom St. Michaelsbund, dem katholischen Medienhaus des Erzbistums, sehr wohlwollend begleitet. Es gibt auf dem YouTube Channel  des Michaelsbundes ein längeres Interview mit dem Regisseur Markus Rosenmüller und auch mit einigen Hauptdarstellern.



Offensichtlich wird diese Komödie von der Kirche mit einem „Augenzwinkern“ gesehen, stellt sie doch nur das allzu menschliche dar – und dazu gehört auch der Glauben.
Die Kirche sieht es anscheinend mit Humor und als wenn auch überzogene, so doch positive Darstellung des katholischen Glaubens.
Ich denke, auf jeden Fall müssen wir Katholiken uns nicht darüber aufregen, denn Humor ist tiefkatholisch.

Ich würde für einen solchen Film wahrscheinlich nicht ins Kino gehen, aber wenn er dann irgendwann mal im Fernsehen läuft, würde ich ihn mir vielleicht ansehen. 

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