Dienstag, 21. August 2012

Zum heutigen 445. Geburtstag des Franz von Sales


Schreiben

Der Heilige Franz von Sales
Gemälde aus dem Heimsuchungs-
kloster Oberronning
Public domain
ist ein wirklich schöner Beruf. Den anderen etwas mitzuteilen, was einen selbst berührt. Oder darüber zu berichten, was in der Welt passiert – hat zu allen Zeiten die Menschen bewegt, diese Arbeit beruflich zu machen.
Der Schriftsteller hat es da leicht. Er kann in seinen Büchern seiner Phantasie freien Lauf lassen, er kann eigene Erfahrungen einfließen lassen, er kann sich an der Realität bedienen oder alles in einen geschichtlichen Kontext setzen. Er kann sogar seine politischen Überzeugungen mit hineinbringen. Solange alles in einer spannenden Geschichte verpackt ist, werden die Bücher von den Menschen gerne gekauft oder gelesen. Das gleiche gilt für Autoren von Filmen und Fernsehspielen.

Schwieriger ist es da für Journalisten dem Berufsbild gerecht zu werden. Als ich meine Ausbildung in einem Zeitungsverlag machte (das ist schon viele Jahre her), war es ein ungeschriebenes Gesetz, dass in eine Nachricht keine eigene Meinung hineinprojiziert wird. Meinungen der Redakteure waren nur im Kommentarbereich zugelassen.

Das ging über viele Jahre gut. Ausreißer gab es immer. Aber alles in allem war wahrheitsgemäße Berichterstattung das Grundprinzip
guten Journalismus. Kein Wunder also, dass so „alte Hasen“ wie Peter Scholl-Latour oder Friedrich Nowottny immer noch viel gefragte Interviewpartner sind.

Was wir heute in den Medien erleben, ist eine Vermischung von Hobby-Schriftstellerei, Kommentar und Berichterstattung. Fast keine Zeitung macht sich hier mehr die Mühe zu recherchieren oder wahrheitsgemäß zu berichten. In der Zeit des schnellebigen Internets und der stündlichen Updates und sog. Newsticker  ist es effektiver, die vorgefasste Info incl. Meinung einfach kritiklos abzuschreiben und weiterzutragen. Dem Volk dürstet nach immer mehr und schnelleren Informationen und es will nach seinem Gusto in dieser Welt mitspielen. Die vorgefassten Meinungen werden gerne übernommen und weitergetragen, nach dem Lesen einiger Artikel glauben die Meisten, alles zu wissen, und geben dieses „Wissen“ dann auch sofort weiter.

Wir konnten es in den letzten Tagen erleben, an der Berichterstattung über die Straftat einer russischen „PunkBand“, die zu Nachahmung in Köln führte und in den Medien als „Protest“ dargestellt wurde.
Auch die Reise eines Bischofs nach Indien, die im Januar (!) stattfand, wird heute – 7 Monate später – zur tagesaktuellen Nachricht, um einen "Skandal" darzustellen, der keiner ist.
Noch deutlicher wird es, wenn es um die Kirche geht und das Wissen, das viele darüber haben sich auf Inquisition, Hexen, Geld, beschränkt.

Schaut man genau hin, sieht man, dass die gesamte Medienwelt inzwischen in der Lage ist, den Großteil der Menschen nach Gusto zu lenken. Hexenjagd war immer ein beliebtes Spiel der Deutschen (nie der Kirche), Denunziantentum, Sippenhaft usw. wurde durch die Medien legitimiert und halten die Menschen bei Laune.
Wenn man genau hinsieht, sieht man, alles  was der Politik durch die Medien vorgegeben wurde, ist inzwischen schief gegangen, weil man vor lauter Hype  und mitmachen können, die Nachteile nicht sehen wollte. Diese negativen Dinge fliegen uns gerade um die Ohren. Aktuelles Beispiel „Biosprit“.

Was bleibt uns also? Wie können wir es ändern? Ich denke, Jammern nützt auch hier nichts, aber Kritik ist gut und hier sollten wir alle Möglichkeiten nutzen.
Unsere stärkste Waffe ist jedoch das Gebet.

Der Heilige Franz von Sales ist der Schutzpatron der Journalisten. 
Bitten wir ihn an seinem 445. Geburtstag um seine Fürsprache und darum, dass er den einen oder anderen Journalisten wieder auf den Weg der Wahrhaftigkeit zurückbringt. 

2 Kommentare:

  1. wenn je eine Berufsgruppe der Hilfe, Fürsprache, Fürbitte und Anleitung eines Heiligen bedurfte- sind es die Journalisten.
    Wenn man ihre derzeitgen Leistungen betrachtet, kommt man fast zu der Ansicht- daß einer wohlmöglich nicht ausreicht.

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  2. Ich habe schon immer festgestellt, wenn ich mich wo echt auskenne, bwz wo live dabei war und dann darüber in der Zeitung lese, war ich immer auf einer anderen Veranstaltung, bzw habe an der Uni was Verkehrtes gelernt.
    Aber schon der Patriarch von Venedig Albino Luciani stellte fest, es ist leicht die Menschen aufzuhetzen sind und wie wenig die Menschen zu positivem Tun anzuleiten sind.
    Skandal brüllen ist leicht, sich selber bessern schwer.
    Und je mehr gebrüllt wird. "Skandal" umso weniger kommt der Mensch dazu den einzigen Menschen zu ändern, den er ändern kann, nämlich sich selber!

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