Donnerstag, 27. September 2012

Der Kirchensteuer-Hype – ein neuer Medien-Angriff auf Papst und Kirche?


Der Anlass ist doch eher unscheinbar: Da klagt ein Freiburger Professor gegen die Kirchensteuer und in den Medien wird der übliche Hype losgetreten. Inzwischen sind wir ja sensibilisiert und deshalb scheint es interessant, das ganze doch einmal zu hinterfragen:
Kirchensteuer gibt es seit mehr als 100 Jahren. Sie wird zu einem bestimmten Prozentsatz von der Lohn-/Einkommensteuer erhoben und bisher hatte man nicht den Eindruck, dass es deswegen in Deutschland mal zu einer Revolution kommen könnte.

Die Frage stellt sich also: woher das plötzliche Interesse der Medien an der Kirchensteuer?

Dass die Kirchensteuer grundgesetzlich verankert ist, wissen wir. Dass sie sowohl für katholische als auch für evangelische Kirchenmitglieder gilt, sollten wir wissen. Ebenso wie die Medien es wissen sollten.
Deshalb sollte man schon stutzig werden, wieso dieses Thema plötzlich medienmäßig auf die katholische Kirche beschränkt wird.

Kann ein Freiburger Professor wirklich der Grund dafür sein?
Gehen wir deshalb mal kurz zurück in die Zeit des diesjährigen Katholikentages, der vom 16. bis 20. Mai in Mannheim stattfand. Während dort Party gefeiert wurde, alles vertreten war, was Rang und Namen hatte, haben einige Grünen-Politiker in Berlin ein Papier veröffentlicht . Unter dem Titel „Der Geist Gottes wohnt in uns“ dachten die katholischen Grünen-Politiker Gerhard Schick, Josef Winkler, Agnieszka Brugger, Gabriele Thirion-Brenneisen, Raymond Fojkar, Ulrike Gote, Bettina Jarasch und Christa Nickels über ein neues System der Kirchensteuer nach, das sie „Kulturabgabe“ nannten.  Damit sollte die Kirchensteuer abgeschafft und durch eine neue Abgabe ersetzt werden, die jeder zahlen soll. Ein System à la Italien also. Das würde laut Aussage des federführenden Bundestagsabgeordneten Gerhard Schick dazu führen, dass weniger Menschen aus der Kirche austreten.

Natürlich hat dieser auf den ersten Blick für die Kirche positive Vorschlag auch seinen Preis. Und dieser Preis ist hoch, aber uns allen schon bekannt. Herr Schick äußerte sich seinerzeit dazu in WeltOnline:
"Die katholische Kirche muss sich einer Reform-Diskussion stellen. Es gehe dabei etwa auch um die Frage der Laienbeteiligung, die Gleichberechtigung von Frauen und um einen ökumenischen Dialog mit der evangelischen Kirche.“

Wie gesagt, das Papier ging im allgemeinen Getöse des Kirchentages und des Champions-League-Finales unter.

Alles klar?
Da wundert es uns nicht, wenn die Medien plötzlich ein so großes Interesse gerade an der katholischen Kirchensteuer haben.
Da wundert es uns auch nicht, wenn plötzlich Grüne Politiker, die doch bisher eher als Anti-kirchlich aufgefallen sind, sich für eine Abschaffung der Kirchensteuer stark machen.

Was uns aber sehr wundert, dass viele konservative Katholiken und konservativ-katholische Medien mit genau diesen Kirchenzerstörern gemeinsame Sache machen!
  

Kann man nicht einfach einmal Geduld haben?

Die Alt68er sind am Ende, mit ihrem Zeitgeist und mit ihrer Ideologie. Selbst der Spiegel drischt seit neuestem auf die Grünen ein. Anderseits gibt es viele junge Priester, die im Geist Roms predigen (ich durfte es während des Frauendreißigers in diesem Jahr mehrmals hören).
Vertrauen wir doch auf unseren Gott, unseren Herrn Jesus Christus, unsere Gottesmutter, unsere Heiligen und unsere Gebete!!!

Die Novene zum heiligen Erzengel Michael ist eine gute Gelegenheit – gerade weil am kommenden Mittwoch, 3. Oktober die Größen aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kirche mit eben diesem Erzengel in unserer Kirche St. Michael ganz nah beisammen sein werden. 

Auch Pater Hagenkord von Radio Vatikan hat sich mit diesem seltsamen Hype auseinandergesetzt. Hier ist der Link.

1 Kommentar:

  1. Der gute Pater Hagenkord sollte es einfach besser wissen. Ich habe dort entsprechend kommentiert. Aber wie ich vermute, wird er das nicht veröffentlichen.

    Ich habe ihn schlicht aufgefordert, einfach mal "um die Ecke" beim Päpstlichen Rat für die Gesetzestexte nachzufragen, ob dessen Vorgabe für den Fall des "Kirchenaustritts" v. 13.3.06 noch Rechtskraft hat. Zm Zeitpunkt meines "Austritts" im Frühsommer d.J. war das noch so.

    Er wird um diese Bestätigung nicht nachsuchen. Er müßte sonst seinen ganzen Beitrag löschen.

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