Sonntag, 30. September 2012

Euthanasie und die letzten Dinge

Heute flatterte mir der "Fels"  ins Haus, wo ein Herr Manfred Spieker sich, in meinen Augen sehr fundiert, mit dem Thema "Euthanasie" aus katholischer Sicht auseinander setzt.
Ich habe den konkreten Beitrag aus dem Fels nicht online gefunden aber diesen hier der ähnlich ist.
Im Beitrag im Fels geht es auch um Argumente der Nationalsozialisten bzgl Euthanasie, die den heutigen fast gleichen.
Das absolut kuriose, und schockierende ist, das das Thema Euthanasie  eben genau wegen der
NS Vergangenheit jahrelang (gottseidank) tabu war, aber es eben nicht mehr ist. Und dazu noch die Argumente fast dieselben sind.
Entgegen der landläufigen Meinung haben die Nazis  nicht nur argumentiert  "Ist zu teuer" sondern haben die Euthanasie als Tat der Liebe und des Mitleids dargestellt.
Wobei man das Argument "Ist ja viel zu teuer" auch heute wieder hört, allerdings eher verschlüsselt und unter der Hand.
Wie ein kurzer Blick auf den 1941! uraufgeführten Film "Ich klage an" zeigt, ist die Sache aktueller denn je und ein Löwe von Münster, der kein Bettvorleger ist, dringend nötig.
Darum soll es mir aber nicht gehen.
Ich frage mich schon lange, und immer drängender, was für Vorstellung vom Jenseits die Euthanasie Fans haben.



Kann man sich bei einer Abtreibung noch damit selber in die Tasche lügen, dass das, was man "wegmachen" lässt noch gar nicht richtig da war, ein Zellklumpen ist. Und wenn man da realisiert es war Person, sich immer noch damit beruhigen kann, das dieses nie ins Leben gekommene Kind nichts, aber auch gar nichts Böses getan hat, und somit bei den "Guten" ist. (all diese Ansichten sind verkehrt, und selbst wenn das abgetriebene Kind bei den Engeln ist, so bleibt die Schuld der Lebenden und die ist groß)
Es geht mir aber nicht um Abtreibung , deren Opfer in der Tat unsichtbar sind, es geht um Euthanasie von großen, ausgewachsenen, alt und krank gewordenen, Menschen wo aber ähnlich argumentiert wird.
"Der hat es dann besser!"
Ich habe mir eigentlich abgewöhnt bei einer solchen Argumentation, egal ob es um den Sprecher selber, wenn er denn alt und und klapperig geworden ist, oder um Tante Eulalia geht, einfach zu fragen
"Wie kommst du denn darauf, dass es dir, bzw dem dann besser geht?"
Früher habe ich es ab und an gefragt, aber die Reaktionen waren so seltsam.
Im Besten Fall völliges Unverständnis oder man wies mir nach, daas man selber bzw Tante Eulalia ja in guter Mensch sei und unterstellte mir, mittelalterlich Höhlenangst zu verbreiten.
Man will also den leidenden  Menschen von seinem Leid erlösen!
Das kann aber nur bedeuten, dass man davon aufgeht, dass es dem Menschen nach dem Tod automatisch besser geht.
Ja wie kommt man denn darauf?
Also fast alle Jenseitsvorstellungen der meisten Religionen sind ziemlich unattraktiv.
Der Hades bei den ollen Griechen, oder das Totenreich der Germanen, nee, nee da wollen wir schon mal gar nicht hin.
Um wo Besseres hinzukommen, muss man bei den Griechen schon als Halbgott geboren sein und sich dann auch noch bewährt haben, bzw bei den Germanen tapfer gekämpft haben.
Bei den Moslems muss man auch gekämpft haben. Ungläubige  kommen eh in die ziemlich grausame Hölle und bei den Frauen, das weiß man nicht. Selbst bei den Hindus  und Buddhisten, die ja für alle Menschen, als Endzustand, die Auslösung im Nirwana haben, dauert es ganz schön viele Aufenthalte auf der buckligen Erde, bis man endlich losgelöst  von und damit auch uninteressiert an Freud und Leid,  ins Nirwana eingehen kann.
Lediglich das Christentum hätte in seiner "Wir kommen, alle, alle in den Himmel" Variante da was anzubieten.
Dummerweise ist die "Wir kommen, alle, alle in den Himmel" Variante nicht richtig.

Es bleibe also nur die atheistische Variante mit "es gibt kein Jenseits, mit dem Tod ist alles aus!".
Dann ist aber Euthanasie keine Erlösung des Menschen von seinem Leid, weil es ja danach keinen Menschen mehr gibt. Es ist dann einfach Hoffnungslosigkeit in Reinkultur.
Warum? Nun,  schon Nitzsche stellte fest  "Jedes Glück will Ewigkeit, will tiefe, tiefe Ewigkeit".
Und wir spüren es auch in jeder wirklichen Schönheit, egal ob Musik, oder Landschaft oder Malerei, oder dem Lächeln eines Säuglings, liegt eine Option auf Ewigkeit, eine Ahnung des Göttlichen.
Und wenn es das alles nicht gibt, keine Ewigkeit und keinen Gott, dann wird die Schönheit schal und leer.




2 Kommentare:

  1. Und pikanterweise sind die , die jetzt Euthanasie und Eugenik ( gehörte auch schon bei den Nazis zusammen) propagieren und etablieren wollen, die selben, die jetzt noch retrograd mit Gratismut-je später desto heftiger- das 3. Reich bekämpfen und deren Protagonisten und Ideengeber verachten. Daß sie -jedenfalls , was Eugenik und Euthanasie angeht-auf dem alten Gedankengebäude von wertem und unwertem Leben stehen, ist ihnen vor lauter Selbstgerechtigkeit noch gar nicht aufgefallen.
    Und der angeblich so mildtätige "schöne Tod" aus Mitmenschenhand - als propagierte Errungenschaft eines fortschrittlichen Humanismus (in Wirklichkeit aber Rückkehr zur alten heidnischen Barbarei)schafft nicht das Leid und das Leiden ab sondern gleich den Leidenden.

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  2. Ja Guradini schreib das in seienem Versuch das "3. Reich" geistig einzusortieren auch.
    Es war ein diabolischer (weil auf der bewussten Abkehr von Christus basierender) Rückfall ins Heidentum. (Nannte sich ja auch so "Neuheidentum")
    Und wie die ollen Heiden ja Kraft, Stärke und Souveränität (=Autonomie, Emanzipation, Freiheit) wertschätzen, auch wenn List und Ungerechtigkeit mit im Spiel waren, aber den alten, kranken, nicht mehr zeugungsfähigen König umbrachten, Stichwort Bohnenkönig, so ist es heute wieder.

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