Dienstag, 25. September 2012

Glaubt Lady Gaga wirklich, sie sei größer als John Lennon?


1966 auf dem Höhepunkt des Beatles-Hypes gab John Lennon dem Londoner Evening Standard ein Interview. Er sagte darin unter anderen, dass das Christentum irgendwann verschwinden werde und dass Jesus ok war, aber seine Nachfolger es nicht sind. Er hielt die Beatles damals für populärer als Jesus, was in gewissen Kreisen wahrscheinlich sogar stimmte. Soweit so gut, das Interview wurde in England veröffentlicht und die Briten nahmen es mit Humor, zeichneten ein paar Karikaturen – und hakten das Thema ab, weil sie grundsätzlich nicht viel auf die Meinung von Popstars gaben. Gesunde Einstellung!

Kurze Zeit später führte die Lennon-Bemerkung in USA zu einem Proteststurm, sie war aus dem Zusammenhang gerissen worden und dominierte die Headlines der amerikanischen Medien. Das führte von Absagen und Boycotten der Konzerte bis hin zu öffentlichen Verbrennungen der Beatles LPs auf Scheiterhaufen! Die Beatles waren in USA einfach nur „megaout“.
Und John Lennon wird heute sicherlich seine Meinung revidiert haben.


Der Größenwahn hat sich also für John Lennon nicht wirklich ausgezahlt. Aber trotzdem erscheint das ganze immer wieder nachahmenswert. Da will wohl der eine oder andere Popstar oder das eine oder andere Popsternchen der Welt mal zeigen, dass man viel größer ist als die Beatles damals. Schrilles Outfit ersetzt die Musik. Für die dummen Fans von heute reicht ja auch bloße Performance. Aber um richtig „groß“ zu werden, muss man halt mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, als es für ein paar kreischende Teenager notwendig ist. Da muss ein echter "Kracher" her und es bieten sich – wieder mal – Papst und Kirche mit den bekannten Themen an. Diesmal zeigt uns Lady GAGA, dass ihr Name Programm ist und beweist uns zudem noch ihr Unwissen über Glauben und Kirche. Früher hat man sich für Dummheit geschämt, heute gibt man damit an.
Um diese Dummheit zu zeigen, lässt sie sich bei einem Konzert über den Papst aus und die Teenies haben geschrieen, weil sie es wahrscheinlich gar nicht verstanden haben. Die deutschen Medien greifen sowas natürlich begeistert auf und haben heute ihre Schlagzeilen der derzeitigen Königin des Pop gewidmet.
Aber: auch eine POP-KÖNIGIN wird lernen, dass der Ruhm vergänglich ist. Bei manchen ist es sogar sehr schnell gegangen.

John Lennon hat uns wenigstens wunderschöne Lieder hinterlassen.

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