Freitag, 14. September 2012

Mit dem Fest Kreuzerhöhung


wurde heute der "Frauendreißiger" in Maria Ramersdorf beendet. Es war ein wahrer Festtag für uns alle!
Ich hatte mir vorgenommen, am letzten Tag des Frauendreißigers die ganze Gebetszeit dabei zu sein, aber als ich ankam, war der erste Rosenkranz schon fertig gebetet. So begann "mein letzter Tag des Frauendreißigers" mit der wunderschönen Marienandacht, die mit der Kreuzsegnung endet. Diese Andacht am letzten Tag hat noch etwas besonderes: Alle bekommen eine geweihte Gebetskarte, und bevor jedem das Kreuz aufgelegt wurde, beteten wir:
Der Priester betete:
"Reicher Segen komme herab auf Euch,/
Verzeihung und Tröstung,/
Wachstum im Glauben und in der Liebe/
und unzerstörbare Hoffnung auf ewiges Leben.

Wir alle beteten:
O heilig'Kreuz, ich falle vor Dir nieder
und sing Dir heiße Dank- und Jubellieder:
An dir hat unser Herr das Werk vollbracht,
das uns zu Glaubenskindern hat gemacht.
Das Kreuz und das Marienbild lasst reichen
den Völkern mich als das Erlösungszeichen,
dass niemals voneinander wird getrennt,
was Vaters Liebesplan als Einheit kennt."

Während der Andacht wurde das Allerheiligste ausgesetzt, das wir dann anschließend in aller Stille anbeten konnten.
Diesmal war uns allerdings nur eine Viertelstunde beschieden und ich hatte Glück, dass ich meine Bitten, den Papst zu beschützen noch vor den Herrn bringen konnte, als der Chor, der die Heilige Festmesse begleiten sollte, auf der Empore seine Chorprobe begann. Das war etwas schade, denn da war es mit der Andacht vorbei. Es begann mit lautem Schwätzen und gekicher, dann folgten Stimmübungen und Gesangsproben. Irgendwann hatte der Mesner Mitleid und schloss den Tabernakel, denn auch mit dem Rosenkranzgebet wurde es angesichts des lauten Probesingens nichts mehr. Das war wieder schade, aber denn strömten auch schon die Messbesucher in den nicht sehr großen Kirchenraum und es kam eine zusätzliche Unruhe rein.
Mit der Glocke hatte der Chor seine Probe beendet und Ministranten, Dienste, Priester und Kardinal Wetter zogen ein. Ein schönes Bild und in der kleinen Kirche wirkte das alles sehr heimelig.
Wir hörten die "Missa pro patria" von J.B. Hilber, einem Schweizer Komponisten. Es war sehr schön und sehr laut mit vielen Bläsern, was aber in eine Wallfahrtskirche sehr gut passt.
Kardinal Wetter predigte über Maria und das Kreuz, indem er das Jahr des Glaubens zum Thema machte. Er erklärte uns, wie der heilige Vater dieses Jahr des Glaubens sieht: Nicht dass "Event an Event" gereiht wird, sondern dass sich jeder einzelne um eine Vertiefung seines Glaubenslebens bemüht - und eine "Liebesbeziehung mit Jesus" eingeht. Das war ein sehr guter Ansatz, den wir in diesem Zusammenhang in Deutschland noch nicht gehört haben. Und es hat sehr gut zum Tagesevangelium gepasst.
Was für ein Glück für Kardinal Wetter, dass er bei uns sein und ein echtes Glaubensfest feiern konnte. Seinen Nachfolger hat es ja nun in diesen Tagen nicht so gut getroffen. Er vertritt mit seiner Gruppe aus Weihbischöfen und Laienvertretern das Erzbistum München und Freising beim "Gesprächs(Dialog)-Prozess" in Hannover. Wie traurig muss es dort sein, wenn man in der SZ lesen muss, dass der McKinsey-Mann Mitschke-Collande dort sein Buch vorstellte und wahrscheinlich den Bischöfen gleich einen Anschlussauftrag entlocken wollte - vielleicht ein Marketingkonzept für die Kirche?
Unter diesen Umständen wären die Worte von Kardinal Wetter sicher nicht auf fruchtbaren Boden gefallen.
Zum Schluss der Messfeier sangen wir das "Ramersdorfer Te Deum", das seit dem ersten Frauendreißiger bis heute nichts von seiner Wichtigkeit verloren hat:

Das Gnadenbild im Hochaltar von
Maria Ramersdorf
©Rufus 46 via Wikimedia Commons
"Gnadenbild von Ramersdorf;
vor Dir knien alle Christen.
wo wir unser Heil vermissen.
Bitt Maria vielerorts;
Schütze München ewiglich;
wenn Verfolgung neu ausbricht."

Danach gab es die letzte Segnung mit dem Kreuzpartikel, die diesmal Kardinal Wetter vornahm.

Wieder mal war die Zeit des Frauendreißigers ein tiefes spirituelles Erlebnis und es ist schade, dass es schon wieder vorbei ist.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Mit dem Posten eines Kommentars erteilen Sie die nach der DSGVO nötige Zustimmung, dass dieser, im Falle seiner Freischaltung, auf Dauer gespeichert und lesbar bleibt. Von der »Blogger« Software vorgegeben ist, dass Ihre E-Mail-Adresse, sofern Sie diese angeben, ebenfalls gespeichert wird. Daher stimmen Sie, sofern Sie Ihre email Adresse angeben, einer Speicherung zu. Gleiches gilt für eine Anmeldung als »Follower«. Sollten Sie nachträglich die Löschung eines Kommentars wünschen, können Sie dies, unter Angabe des Artikels und Inhalt des Kommentars, über die Kommentarfunktion erbitten. Ihr Kommentar wird dann so bald wie möglich gelöscht.