Dienstag, 25. September 2012

Schnäppchenjäger

Als ich mich vor nunmehr 7 Jahren entschloss, in die Kirche einzutreten, merkte mein Steuerberater an: "Du wirst Dich wundern, was Du da noch zusätzlich an Steuern zahlen musst." Ich muss sagen, es hat mich nicht sonderlich abgeschreckt, und mein Entschluss wurde durch diese Tatsache auch in keiner Weise beeinflusst.
Gut, als dann der erste Bescheid kam, dachte ich, eine Shopping Tour durch die Theatinerstraße oder einen schönen Urlaub hätte man dafür schon machen können.
Aber so viel Freude wie ich an der Kirche habe, hätte mir weder eine "Shopping Tour" noch eine tolle Reise gemacht.
Ich erlebe den Himmel auf Erden, jedesmal, wenn ich ein Gotteshaus betrete und all diese Schönheit erblicke, die ja auch von meinen Kirchensteuern instandgehalten wird. Ja, sie wird nicht nur von meinen Kirchensteuern instand gehalten sondern sie zeigt auch denen ihre Schönheit, die mangels Einkommen sie nicht mit finanzieren können.

Klar ärgere ich mich manchmal darüber, wenn ich dann lese, welche Leute mit seltsamen Ideen auch von dieser Kirchensteuer finanziert werden. Andererseits wurden auch die beiden Deutschland-Reisen von Papst Benedikt von der Kirchensteuer bezahlt und schönere Erlebnisse hätte ich für viel mehr Geld nicht haben können.
Und wenn ich sehe, wofür die Kirche alles aufkommen muss, dann bin ich froh und dankbar, wieviele positive Dinge ich mit meinem Kirchensteuer-Anteil mittragen kann.
In Deutschland ist die Kirche eine Gesellschaft des öffentlichen Rechts. Das brachte die Verbindung der Kirchensteuer mit der Mitgliedschaft in der Kirche. Eine Abschaffung der Kirchensteuer geht nur mit einer Grundgesetzänderung. 
Die Finanzierung der Kirche durch den Staat ist in Deutschland historisch begründet und ein Relikt der Säkularisierung. Zu Napoleons Zeiten wurden die Kirchen nämlich komplett enteignet, die Güter fielen dem Staat zu. Der Staat wurde aber daraus verpflichtet, für den Unterhalt der Kirchen und der Priester zu sorgen. Das gilt bis heute. Wenn der Staat das ändern wollte, müsste er den Kirchen ihre Güter zurückgeben incl. Zinsen. Dann wären die Kirchen noch reicher als sie heute sind und könnten noch viel mehr Links-Grünes Personal einstellen. Dass die Kirche das heute schon tut und viele linksgrüne Sozialarbeiter mit guten Gehältern versorgt, die auch noch viel zu viel mitreden und uns vorschreiben wollen, was wir glauben sollen - ja das finde ich auch blöd. Genauso blöd finde ich, wenn für das Geld Marketingkonzepte von Unternehmensberatungen eingekauft werden. 

Aber: auch eine Finanzierung der Kirchen über freiwillige Beiträge würde nichts ändern. Denn dann könnten sich erst recht "die Falschen" über Zuwendung von mehr Mitteln Einfluss verschaffen. "Wes Brot ich ess, dess Lied ich sing", wäre dann noch verbreiteter.
Natürlich wäre es besser, wenn wir Vorgaben machen könnten, wofür das Geld verwendet werden soll. Aber das würde am Ende ausgehen, wie wenn wir über das Wetter entscheiden könnten: der eine will Sonne, der andere Regen usw. und am Ende gibt es nur Streit und es würde gar nichts mehr gemacht.

Wären die meisten aber tatsächlich bereit, einen gewissen Prozentsatz ihres Einkommens freiwillig an die Kirche zu überweisen? Wenn man die deutsche "Geiz-ist-Geil"-Mentalität der letzten Jahre so beobachtet, habe ich meine Zweifel, ob das wirklich so funktionieren würde.
Ich verstehe nicht, warum sich jetzt so viele über die Kirchensteuer beklagen und sie abgeschafft sehen wollen. Mit diesen Forderungen von Wisiniki und ähnlichen linken Gruppierungen möchte ich mich nicht gemein machen.

Und wer aus der Kirche austritt, weil er nicht zahlen will, der tritt eben aus. Der hat sich innerlich schon so weit von der Kirche entfernt, dass ihm das Geld einfach wichtiger als die Kirche ist. Wofür will er dann aber noch die Sakramente? 

Mir sind Gott und Christus so wichtig, dass ich mit ihnen in einer Gemeinschaft sein will, und da macht es mir nichts aus, an diese Gemeinschaft meinen Beitrag zu leisten. Ob jetzt freiwillig oder gesetzlich geregelt, ist mir in diesem Zusammenhang egal. 

Diese "Alles umsonst-Mentalität" ist wirklich schlechter Stil und hat in der Kirche nichts zu suchen! Und Diskussionen ums Geld haben mit dem Glauben nichts zu tun. Es hindert mich niemand daran, meinen Glauben zu leben. Warum sollte ich mich wegen der falschen Mittelverwendung von der Kirche entfernen? Ich denke nicht daran! Gebete wirken! Und sie sind unsere stärkste "Waffe"!


7 Kommentare:

  1. Der fortdauernde subtile Ungehorsam der deutschaprachigen Bischöfe gegenüber Rom (Ehesakrament, Wandlungsworte, Tridentinische Messe, Bildersturm, Donum vitae, ZdK u.v.m) fordert zu der Überlegung heraus, ob man das alles mit seiner Kirchesteuer mitfinanzieren muß/darf. Mein Gewissen als Gläubiger kann das nicht mittragen. Deswegen bin ich und meine Frau (Konvertitin) "ausgetreten". Nicht aber um zu sparen, sondern meinen römisch-katholischen Glauben leben zu können. Der gleiche Betrag geht jetzt an die Petrus-Bruderschaft. Ich bin jetzt des Geldes wegen angeblich exkommuniziert und gedenke meinen Fall in Rom zur Prüfung vorzulegen.

    Abgesehen davon, geht das bischöfliche Verdikt mir glatt hinten vorbei, weil ich zudem auch kein Deutscher bin und weltweit dieses Verdikt keine Wirkung entfaltet und zudem dem seinerzeit geltenden Kirchenrecht widerspricht.

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    1. Ich bin einfach viel zu dankbar, dass ich überhaupt in der Kirche bin. Da fällt es mir schwer, darüber nachzudenken, auszutreten.
      Liegt vielleicht auch daran, dass hier in München die katholische Welt in vielen Punkten einfach noch in Ordnung ist. Natürlich werden auch hier Leute mitfinanziert, wo man das kalte Grausen kriegt, aber hier ist der private Kontakt nach Rom noch viel zu stark und auf dem "kleinen Dienstweg" wird dann schon mal der eine oder andere hinwegbefördert, wenn er nicht "spurt". Dass sich auch hier die Priester zunehmend der politischen Einflussnahme durch die Grünen erwehren müssen, ist klar. Aber es hält sich trotz allem in Grenzen.
      Wenn man die Geschichten aus anderen Bundesländern hört, kriegt man allerdings das kalte Grausen.

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    2. Prima und gut. Ich bin dankbar, rechtzeitig die Kurve gekriegt zu haben um weiterhin römisch-katholisch bleiben zu können. Meine Frau erst recht, nachdem sie aus innerem Antrieb vor fast 25 Jahren den rechten Weg beschritten hat.

      Spricht Herr Glück vom ZdK mitsamt seinen Vorstellungen und Forderungen auch in Ihrem Namen? In meinem Namen sicher nicht mehr. Ich bleibe Papsttreu.
      Auch wenn das Hw. Zollitsch mit seinen Relativierungen des Ehesakraments nicht behagt.

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    3. Das Problem, das wir in Deutschland haben ist, dass sich die Parteien fast alles in diesem Staat unter den Nagel gerissen hat und sich das vom Bürger gut bezahlen lassen. Die Parteien haben überall ihre Finger drin. Und mit meinen Steuergeldern muss ich das bezahlen. Wenn ich Einkommenssteuer bezahle, zahle ich für Herrn Lammert, für Frau Roth oder Herrn Gysi.
      Zahle ich kath. Kirchensteuer bezahle ich Herrn Glück. Würde ich ev. Kirchensteuer bezahlen, müsste ich Frau Goering Eckart finanzieren.
      Also beten wir weiter (wir beten bis zum 29.9. die Novene zum heiligen Michael), eben gerade, weil alle sämtlichen oben erwähnten und noch ein paar dazu am 3. Oktober in unserer Kirche St. Michael sein werden. Wenn der Herr Glück dann zur Einsicht kommt, dass der ZDK die Aufgabe hat, Kirche in die Politik zu bringen und nicht die Politik in die Kirche ist viel erreicht.
      Und ich kann mir vorstellen, dass viele der jungen Bischöfe darauf achten werden, dass die Politik in der Kirche den Platz erhält der ihr zusteht.
      Dazu müssen aber die Alt-68er erst mal in Pension geschickt werden.
      Ich vertraue auf die Kraft der Gebete und dann werden meine Zahlungen auch irgendwann wieder an der richtigen Stelle landen. Und aus der Kirche werde ich deshalb bestimmt nicht austreten.

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    4. Ok, nur noch eins dazu:
      Wir sind im Gegensatz der (Geldeinnahme bestimmten) Meinung des Bischofs eben NICHT aus "der Kirche" ausgetreten. Jemand, der glaubt, kann garnicht austreten. Und da wir auch nicht "ausgetreten" sind, brauchen wir auch niemals wieder "eintreten".

      So sagt es nicht nur unser Pfarrer, so sagen es mehere Patres der Petrus-Bruderschaft. Und ich "muß" überhaupt nichts ertragen, was sich gegen Rom und das Glaubensbekenntnis und Glaubensinhalt richtet.

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    5. "Du kannst nicht aus der Organisation Kirche austreten und weiter zur geistlichen Gemeinschaft dazugehören", sagte der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Hans Langendörfer, im ARD-"Morgenmagazin".
      Durch die Kirchensteuer könnten die Katholiken einen zusätzlichen Beitrag zum Gemeinwesen leisten, zum Beispiel für soziale Einrichtungen.
      Sehen wir also die Lammerts, Glücks, Thierse als Hilfsbedürftige, für die wir unseren sozialen Beitrag leisten müssen. Da kriegt man doch gleich ein richtig gutes Gefühl.

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  2. Also wir kriegen, wegen der Kinder, unsere komplette Kirchensteuer wieder zurück.
    Was mich sehr freut, weil es zeigt, dass wenigstens in der Kirche, Kinderreichtum noch was wert ist.
    Andererseits, gilt immer noch das Wort von EB Dyba der mal gesagt hat:
    "Heutzutage leiden Leute an der Kirche, die von ihr 5 stellige Gehälter beziehen"

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