Montag, 22. Oktober 2012

Vom Dienen und der Predigt des Papstes ohne Worte

Heute am 29ten Sonntag nach Pfingsten wird im Evangelium (Mk 10, 35-45)  eindeutig das Dienen, dem Herrschen und Bedientwerden vorgezogen.
In völliger, je nun, wie sag ich das nur, Antizipation dessen was man heutzutage so für richtig hält, habe ich mir in der Predigt diversen Unfug über das Thema anhören müssen.
Nebenbei, ein kluger Mann hat mal festgestellt, der absolute Witz unserer Tage sei, dass die Leut' einerseits riesige Egoisten seien,  aber andereseits den Heiligen Martin als nicht so richtig almosengeberisch empfänden, weil er den Mantel nur geteilt und nicht hergegeben hätte.
So habe ich  eine Predigt über die "Verwerflichkeit des Bedientwerdens", gestern im Altersheim gehört, wo halt die Mehrzahl der Gemeinde überhaupt nicht mehr dienen kann,. selbst wenn sie wollten, weil sie einfach  nicht mehr können und teilweise sogar in den Gottesdienst und zurück gebracht werden müssen.
Die andere Predigt fand in unserer Pfarrgemeinde statt, wo ebenfalls die Mehrheit in Sozialwohungen lebt, oder es zu einer Eigentumswohnung in umgewandelten Sozialwohungen gebracht hat bzw, wenn sie ganz gut dastehen, es zu einer bescheidenen  Reihenhaushälfte gebracht haben.
Es gibt allerdings einige gemeindenahe  Honoratioren, die in freistehenden Einfamilienhäusern im Bungalowstil mit umgebenden Gärtchen wohnen, und mal "Herr bzw Frau Wichtig" waren, aber auch diese Gemeindemitglieder sind mittlerweile schon lange in Pension.
Es war also weit und breit keiner da, der sich von der wilden Geißelung des Machtmissbrauchs, getroffen hätte fühlen können.
Etwas unzufrieden, weil das Evangelium offensichtlich nix mit mir zu tun hatte, schob ich die ehemalige Vorsitzende des Seniorenclubs, die früher alle herumkommandiert hat und dabei Vieles und Gutes  auf die Beine gestellt hat    ("Katholisches Schlachtschiff"  hat mein Mann immer gesagt)   und nun selber Hilfe braucht und das sehr gut trägt, in ihrem Rollstuhl nach Hause.
Dort angekommen, nötigte sie mich in den Fernsehsessel  und sagte "Komm wir guggen noch schnell Rom, den Rest der Messe mit der  Seligsprechung der Anna Schäffer. das musst du  sehen"
Justament bei der Kommunionausteilung schalteten wir uns zu.
Ich fand es ergreifend, wie Papst Benedikt da ganz zum Schluß gestützt werden müssend, ob der schweren Paramente, wie meine virtuelle Namenspatronin, Ester, als sie zum König ging, die Stufen am Petersdom heruntergeholfen wurde, um einigen Personen- im Rollstuhl die Kommunion zu reichen.
Ja und das schien mir die Stelle eindeutig zu beleuchten.


Er, den der Priester noch morgens verbal gegeisselt hat mit "denen die anderen vorschreiben wollen, was sie zu glauben haben..... und die wiederverheirateten Geschiedenen und das Gewissen und auch kein Papst kann wissen, was Gott wirklich will......nur die Liebe.........und Autorität ist gegen die Liebe.............."
Er,  Benedikt zeigt um was es geht.
Andere Priester kommen sich ja wahnsinnig Klasse vor, wenn sie selber auf den Sedilien Platz nehmen und die eh schon geplagten Laien (s.o) auch noch mit Ämtern und den entsprechenden Sitzungen und Schulungen, von der eh schon von allen Seiten angegriffenen Familie, wegführen.
Eine Familienmutter, die  auf Sitzungen herumfällt ist zu Hause, wo sie gebraucht wird,  nicht da und ein Familienvater auch nicht!
Der Papst hätte gebrechlich, wie er nun mal ist, alle Berechtigung, wen anders zu schicken, aber er spendet Christus und er tut es nicht mit der Grandeur des obercoolen, gesunden, Erfolgreichen.
Nein er wendet Mühe auf und er tut es unter Schwierigkeiten.
Es gibt wie gesagt im Buch Ester, die Stelle (Est 5, 1a)  wo Ester., gestützt auf 2 Hofdamen, zum König geht.
So kann man das auch sehen - wenn man will, zwingend ist es nicht - Der Papst geht, gestützt auf 2 Begleiter, hin zu den Königen der Kirche, das sind, wie schon Laurentius dem römischen Kaiser erklärte, die Armen und Kranken.
Und deshalb hat er auch Anna Schäffer heilig gesprochen, weil sie mit ihrem Leid  eine Fürstin gewesen ist.

1 Kommentar:

  1. Für die Predigt im Altersheim gibt es nur eine plausible Erklärung: der Herr Prediger hat sie aus seiner Sammlung alter Predigten hervorgeholt, die Alten merken´s ja eh nicht und was soll man sich mühen, extra eine für sie passende Auslegung des Evangeliums zu ersinnen? Das entspricht allerdings nicht im Geringsten der Liebe, die er als Hirte den ihm anvertrauten Seelen entgegenbringen soll- und da besonders den Alten, Gebrechlichen, Kranken und Bedürftigen und die er selber groß im Munde geführt - und schlimmer- als Verbalkeule gegen den Hl. Vater geschwungen hat. Der hat allerdings mehr Liebe im kleinen Zeh als Euer Herr Prediger insgesamt, und so wird alles Gesagte und Gepredigte auf ihn selbst zurückfallen.
    Ich stelle mir vor. wie er beim Jüngsten Gericht Gott anfaucht, er habe nicht zu bestimmen, wer was glauben soll und sein PGR sei allein maßgebend.

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