Mittwoch, 24. Oktober 2012

Vorbilder

Es ist schon wieder ein paar Wochen her, als wir in unserer Kirche St. Michael eine Primiz mit unserem Pater Pater Deyvi Astudillo Torres SJ feiern durften.
Pater Deyvi ist bei uns in München an der Hochschule für Philosophie. Er feierte in seiner Zeit als Diakon sehr oft die Heilige Messe mit uns und verlas das Evangelium.
Im Juli diesen Jahres wurde er in seiner peruanischen Heimat Lima zum Priester geweiht, von Bischof Pedro Ricardo Barreto Jimeno.
Nach der Feier seiner Heimatprimiz in Peru kehrte er nach München zurück, wo er, da er ja „zu uns gehört“ auch mit uns seine Primiz-Messe feierte.
Er ist noch nicht so lange in Deutschland, deshalb hatte er für seine erste Predigt Hilfe von Pater Martin Maier SJ, der sehr lange in Südamerika war und mit Pater Deyvi in einem deutsch-spanischen Dialog predigte. Das war sehr beeindruckend, denn Pater Maier kennt die Situation vor Ort sehr genau und ist mit Bischof Jimeno befreundet, so wie es auch der Präfekt der Glaubenskongregation, Erzbischof Müller ist.
In dieser Interview-Predigt erfuhren wir auch, dass Bischof Jimeno sich in Peru sehr stark für die Menschen dort einsetzt, weil sie von den mächtigen Minenbetreibern nicht nur schlecht bezahlt und ausgebeutet werden, sondern auch noch in einer total verseuchten Umwelt leben und arbeiten müssen.
Mit einem solchen Einsatz macht man sich nicht nur Freunde und so kommt es, dass Bischof Jimeno schon mehrere Morddrohungen erhalten hat. Er ignoriert sie aber und macht einfach weiter.
Da bleibt es natürlich nicht aus, dass man diesen mutigen Mann mit der Situation in Deutschland vergleicht.
Hier muss kein Kirchenmann in der Angst leben, mit dem Tode bedroht zu werden, wenn er einmal laut Wahrheiten ausspricht, die der sog. modernen Gesellschaft gegen den „Strich“ gehen. Trotzdem bekommt man den Eindruck, dass fast keiner sich aus der Deckung hervorwagt, und die Dinge einmal thematisiert, die in Deutschland oder auf dem ganzen Kontinent aus dem Ruder laufen.
Es sieht tatsächlich so aus, als hätte keiner die Kraft oder den Mut, sich mal mit den Vertretern des Zeitgeistes anzulegen.
Nur – wovor fürchten die sich eigentlich? Ist das so schrecklich, einmal in einem Negativ-Artikel von den „Folia excrementa“ angegriffen zu werden? Dass man das gut "überleben" kann, hat uns gerade Bischof Tebartz-van Elst bewiesen, der vor diesen Schreiberlingen nicht eingeknickt ist, sondern sich einfach mal gewehrt hat. Und schon darf der Herr Wensierski beim SpOn nichts mehr über den Bischof schreiben. Es scheint sogar so, dass er generell nichts mehr über die katholische Kirche schreiben darf. Zumindest liest man unter Berichten über die Kirche seinen Namen nicht mehr.
Wieso also diese Angst, die Wahrheit zu verkünden? Können sich die deutschen Hirten da nicht mal unseren Papst Benedikt zum Vorbild nehmen? Der kann das doch perfekt und verpackt die wahren Worte in freundliche Worte. Oder am französischen Bischof Vingt-Trois, der mit seiner Gebetsaktion zu Maria Himmelfahrt das ganze Volk zum Nachdenken gebracht hat?
Man muss ja nicht immer "lospoltern". Wie kann es aber sein, dass ein Vorsitzender der DBK es sich gefallen lässt, von einem atheistischen prominenten Mitglied einer sog.„modernen“ Partei aufgefordert zu werden, ihm völlig unbekannte Menschen zu „exkommunizieren“? Wieso traut er sich nicht, dem Herrn Abgeordneten einfach mal mit einem „Wir werden für Sie beten“ zu antworten, oder ihm eine Erklärung zu geben, warum jemand exkommuniziert wird und wann nicht?
Was hat unsere Bischöfe so mutlos gemacht? Das Wort von den Geflügelprodukten im Zustand einer dreiminütigen Kochphase lasse ich jetzt mal außen vor....

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