Dienstag, 30. Oktober 2012

Zu den wiederverheirateten Geschiedenen

Wie man ja immer wieder hört, ist das brennende Thema, betreffs der Ehen,  keinesfalls die Tatsache, dass es selbst katholische Ehepaare mit dem zweiten Ehezweck nicht so haben, was zu der von Lebensrechstgruppen schon lange vorhergesagte, immer ignorierten und jetzt nicht mehr zu leugnenden Überalterung der Gesellschaft führt. (Ich war übrigens neulich mit meiner Tochter, zum Zwecke der Berufsberatung, auf dem Arbeitsamt, da meinten die ernsthaft, der Beruf mit Zukunft sei Altenpfleger).
Es sei hier mal auf den KKK verwiesen, wo es in NR. 1601 hießt:
 Der Ehebund, durch den Mann und Frau unter sich die Gemeinschaft des ganzen Lebens begründen, welche durch ihre natürliche Eigenart auf das Wohl der Ehegatten und auf die Zeugung und die Erziehung von Nachkommenschaft hingeordnet ist, wurde zwischen Getauften von Christus dem Herrn zur Würde eines Sakramentes erhoben

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Von Natur aus ist die Ehe auf das Wohl der Ehegatten hin ausgerichtet, und der Zweck ist die Zeugung und Erziehung von Nachkommen.
Nix Pille, Abtreibung, und Kleinkinderhort mitsamt Tagesmutter, auch wenn letzteres  hier von offiziell katholischer Seite angepriesen und gelobt wird.
Ist natürlich absolut out und uncool, kann man ja heutzutage nicht mehr so sehen und so weiter. Weiß ich auch, leb ja nicht hinter dem Mond.
Aber es sei die, zugegeben ketzerische, Überlegung erlaubt, ob nicht deshalb soviele Ehen kaputt gehen, weil die Leute gar nicht mehr wissen, warum sie verheiratet sind?
Auf jeden Fall besteht, wie unser großer Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz nicht müde wird zu behaupten, die große Sorge keineswegs darin, den Leuten beizustehen, die heiraten und sich in dem Stand herumplagen,der laut Franz von Sales schon Buße genug ist. Nein, es geht immer und immer wieder um die Alleinerziehenden, die Wiederverheirateten Geschiedenen u.s.w..
Das sind natürlich keineswegs Leute mit Probleme, nein, die sind alle glücklich ,gut drauf, engagiert, erfolgreich im Beruf und erfolgreich im Management der Patchworkfamilie. Und weil ja im Bild der Sozialvereinskirche ja keineswegs die gescheiterten Existenzen (der Schatz der Kirche wie der heilige Laurentius dem empörten Kaiser, erklärte) dazugehören, sondern nur die tollen, ist es für all unsere Kirchenmanager völlig unverständlich, dass man nahe an Gott sein kann, wenn man unter seiner eigenen Sünde leidet, wie der Papst in Freiburg ausgeführt hat. 


 Ich bin aktuell zu faul, entsprechende Links zu suchen, aber die Nichtzulassung wiederverheirateter Geschiedener zu den Sakramenten scheint ja die Bremse überhaupt für die Neuevangelisation zu sein, das brennende Problem, anundfür sich.
Viel ist drüber diskutiert worden, ich will das nicht aufdröseln, will auch über niemanden den Stab brechen, der "das Handtuch schmeißt" nein keineswegs. Es macht nicht jeder die Erfahrung des Paulus, dass man von allen Seiten bedrängt, doch noch Raum findet.
Aber wenn wir mal kurz bedenken,  dass Ehe und Familie die Grundlage des Gemeinwohls sind, so kommen mir die normalen Leute vor, wie der Stand der Bauern, kurz vor der franz. Revolution, der alle und jedes tragen soll auch und in der Kirche. So wurde vor einigen Jahren die Familiensonntage, ausgerufen, das war als unser Kinder einerseits klein und anstrengend und andererseits auch schon pubertierend und nervenaufreibend waren. Ich hab damals angefangen den zugehörigen Hirtenbrief (find ihn aber nicht online)  zu lesen und kam mir vor, wie ein eh schon am Ende seiner Kapazität seiender Esel, dem noch zusätzliche Lasten aufgelegt werden sollen.
(Dachte mir damals "lasst doch die Familien einfach in Ruh')

Manchmal allerdings denke ich ,das Problem löst sich eh demnächst von selber, dann nämlich, wenn die Superseelsorgeeinheiten gekommen sein werden und  überall nur noch Wortgottesdienste gefeiert werden.

Kardinal Ratzinger sagt irgendwo, das Problem kommt daher, dass die Leute einfach so zur Kommunion rennen, und das eigentlich gar nicht dürften (z.B wegen Versäumnis der Sonntagspflicht u.ä) aber es trotzdem so ein Gemeinschaftsakt geworden ist "macht man halt" und die wiederverheirateten Geschiedenen, bei denen weiß man es halt...
und daher kommt das Drama.
Interessanterweise hat Romano Guardini, auf den sich viele der liturgischen Neuerer nach Vat II beziehen, immer wieder beklagt (also schon vor der Liturgiereform!!) dass die Arkandisziplin dringend wiederhergestellt werden müsse.
Und hier liegt m.E das Problem, dass selbst wenn man morgen die Ehescheidung (nach einer gewissen Bußzeit) kirchlich anerkennt, nicht gelöst wird.
Es fehlt das Bewusstsein für die Realität Christi in den gewandelten Substanzen, die schaudernde Ehrfurcht vor dem hohen Preis, den er Christus für uns gezahlt hat, und das Bewusstsein für die Unverdientheit der Erlösung.
Komischerweise kommen all diese Leute, die die Türen der Pfarrhäuser einrennen und den unwilligen Priestern gerne, wahlweise mit dem Ordinariat oder der Presse drohen, weil sie doch angeblich so große Sehnsucht nach der Begegnung mit dem eucharistischen Herrn haben, nicht zur Anbetung.
Das Gleiche gilt auch für all die Interkommunion Fans.
Ich meine immer, das wär's doch, da kann man mit den eucharistischen Herrn plaudern und ihm seine Sorgen und Kümmernisse vortragen, man ist ganz nahe bei ihm und so eine Anbetung steht jedem offen, egal ob evangelisch oder  5mal geschieden.

Es mag einzelne Fälle geben, wo jemand wirklich nach langen Irren und Wirren, im Hafen der Mutter Kirche gelandet ist und sich in einer unlösbaren irregulären Situation befindet. Und dazu eine tiefe Sehnsucht nach der Gottesbegegnung im Sakrament hat.
Aber solche Leute tragen ihre Situation meist "wie ein Mann" und der Herr löst es dann.
Mehrheitlich halte ich das ganze für ein hochgekochtes Politikum.

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