Dienstag, 27. November 2012

Da fehlen die Worte!


Mit der Jahresversammlung des ZDK hatten wir uns ja hier schon mal beschäftigt und eigentlich ist diese Veranstaltung so zum Gähnen, weil man von dort nichts hört, als die immer wieder gleichen Themen. Aber: während  Spitzenfunktionäre der katholischen Organisation lt. RP-Online offensichtlich entfernt von der Welt zu folgenden epochalen Erkenntnissen kamen: "Die Kirchenvertreter zeigten sich kompromissbereit. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hatte unlängst angekündigt, den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen zu überdenken. Eine Arbeitsgruppe wurde eingerichtet.“, zieht der Zeitgeist offensichtlich gerade um und keiner hat's gemerkt.

Dass in Deutschland fast jede zweite Ehe scheitert, ist kein Geheimnis und so hat sich der ehemalige Bundes-Arbeitsminister einmal in einem großen Artikel in WeltOnline seine ganz eigenen Gedanken darüber gemacht. Norbert Blüm traut sich was, wenn er schreibt: Hemmungslos wechselt der Beziehungsvirtuose die Lebensabschnittspartner und reiht nacheinander polygam auf, was in anderen Kulturen gleichzeitig, also nebeneinander, als Vielweiberei vorgeführt wird. Welch herrliche neue Zeiten! Das ganze Leben ist ein Karussell. Wir steigen ein und aus und um.“

Hut ab! Sowas hat man in einer deutschen Zeitung lange nicht mehr gelesen und man kann Norbert Blüm nur in allen Punkten zustimmen. Es zeigt sich, der Mann ist zwar katholisch, hat aber wohl keine Ambitionen, noch einen Posten in einer "Laienorganisation" zu ergattern und kann deshalb die Dinge beim Namen nennen.

Da können wir im ersten Schritt erst mal uneingeschränkt Beifall klatschen. 
Aber im zweiten müssen wir uns natürlich fragen, warum es für solche Worte einen Ex-Minister braucht und warum sich nicht mal ein Kirchenmann aus der Deckung wagt und genau das genau so treffend sagt?

Die Suche nach dem passenden Wort unseres Herrn, wie man  Scheidung und Wiederheirat nachträglich absegnen kann, hat offensichtlich dazu geführt, die Scheidungssituation in Deutschland nicht mit den Augen der Gebote zu betrachten.

Müssten die Worte von Norbert Blüm nicht eigentlich die Worte eines Bischofs oder Kardinals sein. Und zwar immer dann, wenn sog. Wisiki-Aktivisten oder andere ZDK-Größen die Abschaffung des 6. Gebotes fordern?

Wie auf Bestellung legt BILDOnline heute nach und stellt die Frage, ob professionelle Paar-Therapien eine Ehe retten können?
Eine offene Einladung also für die Kirche, um zu sagen, dass Beichte und Gespräche mit dem Priester vielleicht mehr bewirken können, als eine „professionelle Partnerberatung“!

Wie kann man sich das erklären? So weit standen die Tore für deutliche Worte lange nicht offen – und unseren Kirchenführern fällt nichts anderes ein, als „Barmherzigkeit“ mit wiederverheirateten Geschiedenen zu fordern?.

Mehr Mut – kann man da unseren Hirten nur wünschen!.

Beten wir darum!

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