Freitag, 23. November 2012

Das Problem mit der aktiven Sterbehilfe mal von einer anderen Seite beleuchtet. und was der KKK dazu meint

Meine Tochter, hat neulich in Mathe total abgeloost und jetzt muss sie in Nachhilfe.
In Anbetracht der Tatsache, dass Zahlen nicht unbedingt ihr Ding sind, sie eh gerade pubertätsmäßig einen auf "zickiges Weib" macht und sie  deshalb meint, ein Recht auf  Zahlenaversion zu haben, ist sie von der Nachhilfe nicht gerade angetan.
Mathelehrer blöd, Mathenachhilferleherin noch viel blöder und Mathe eh blöd!
Dann verfiel sie heute auf den Ausweg. Wenn sie jetzt dramatischerweise das Zeitliche segnen würde, dann bräuchte sie im Himmel bestimmt kein Mathe.
Dummerweise liebe ich Zahlen und es fasziniert mich, dass Mathematik eine geeignete Sprache ist, um naturwissenschaftliche Erkenntnisse auszudrücken.
Also wer Mathe kann, versteht auf eine bestimmte  Art die Dinge, die die Welt im Innersten zusammenhalten.
Auch Musik versteht was von den tieferen Geheimnissen des Seins und voilà, Mathe und Musik haben in der Tat mehr miteinander zu tun, als der gleiche Anfangsbuchstabe ahnen lässt.
Ich meinte also, im Himmel würde sie doch Gott schauen und durch ihn auch all die Dinge verstehen können, die ihr bislang unverständlich wären (der Spiegel des Hl Paulus) und auch die Schönheiten der Mathematik erfassen können.
Ihr großer Bruder überlegte, ob ich ein Fall für den Psychiater wäre (von wegen Schönheit der Mathematik) und der kleine versuchte, die Situation zu retten und sagte "Naja vielleicht kommste ja nicht in den Himmel, sondern musst zuerst ins Fegefeuer!" worauf sie (theatralisch, das liebt sie zur Zeit) sagte "Naja, wenn ich von der Brücke springe, weil ich eine 6 im Zeugnis kriege, dann ist das ja Selbstmord und ich komme in die Hölle!"
Woraufhin ich meinte, ich hätte volles Vertrauen in ihre Intelligenz und den Erfolg der Nachhilfe und bevor sie ein gar zu schlechtes Zeugnis heimbrächte, ja auch auf die Realschule gehen könnte., weswegen sich das Brückenspringen ja erledigen würde.
Das Gespräch wandte sich dann anderen Dinge zu und ich  habe mich auf Umwegen der Sache genähert, die mich in Anbetracht der wieder aufgeflammten Diskussion um die aktive Sterbehilfe schon die ganze Zeit umtreibt,
also im KKK steht unter Nr 2281 ff folgendes:



Der Selbstmord widerspricht der natürlichen Neigung des Menschen, sein Leben zu bewahren und zu erhalten. Er ist eine schwere Verfehlung gegen die rechte Eigenliebe. Selbstmord verstößt auch gegen die Nächstenliebe, denn er zerreißt zu Unrecht die Bande der Solidarität mit der Familie, der Nation und der Menschheit, denen wir immer verpflichtet sind. Der Selbstmord widerspricht zudem der Liebe zum lebendigen Gott.

2282 Wenn der Selbstmord in der Absicht begangen wird, als Beispiel -vor allem für junge Menschen - zu dienen, bildet er zudem ein schweres Ärgernis. Freiwillige Beihilfe zum Selbstmord verstößt gegen das sittliche Gesetz.
Schwere psychische Störungen, Angst oder schwere Furcht vor einem Schicksalsschlag, vor Qual oder Folterung können die Verantwortlichkeit des Selbstmörders vermindern.

2283 Man darf die Hoffnung auf das ewige Heil der Menschen, die sich das Leben genommen haben, nicht aufgeben. Auf Wegen, die Gott allein kennt, kann er ihnen Gelegenheit zu heilsamer Reue geben. Die Kirche betet für die Menschen, die sich das Leben genommen haben.

es ist schon klar und gerade Manfred Lütz, der ja vom Fach ist, betont es immer wieder, dass es gerade bei schweren Depressionen immer wieder zum Selbstmord kommt, das aber Folge der Krankheit ist und somit nicht unter "Sebstmord" fällt,
Aber die aktuelle Diskussion um aktive Sterbehilfe schon.

Der KKK beschäftigt sich auch explizit mit dem Thema Euthanasie und zwar heißt es unter Nummer. 2276 ff
2276 Menschen, die versehrt oder geschwächt sind, brauchen besondere Beachtung. Kranke oder Behinderte sind zu unterstützen, damit sie ein möglichst normales Leben führen können.

2277 Die direkte Euthanasie besteht darin, daß man aus welchen Gründen und mit welchen Mitteln auch immer dem Leben behinderter, kranker oder sterbender Menschen ein Ende setzt. Sie ist sittlich unannehmbar.
Eine Handlung oder eine Unterlassung, die von sich aus oder der Absicht nach den Tod herbeiführt, um dem Schmerz ein Ende zu machen, ist ein Mord, ein schweres Vergehen gegen die Menschenwürde und gegen die Achtung, die man dem lebendigen Gott, dem Schöpfer, schuldet. Das Fehlurteil, dem man gutgläubig zum Opfer fallen kann, ändert die Natur dieser mörderischen Tat nicht, die stets zu verbieten und auszuschließen ist.

2278 Die Moral verlangt keine Therapie um jeden Preis. Außerordentliche oder zum erhofften Ergebnis in keinem Verhältnis stehende aufwendige und gefährliche medizinische Verfahren einzustellen, kann berechtigt sein. Man will dadurch den Tod nicht herbeiführen, sondern nimmt nur hin, ihn nicht verhindern zu können. Die Entscheidungen sind vom Patienten selbst zu treffen, falls er dazu fähig und imstande ist, andernfalls von den gesetzlich Bevollmächtigten, wobei stets der vernünftige Wille und die berechtigten Interessen des Patienten zu achten sind.

2279 Selbst wenn voraussichtlich der Tod unmittelbar bevorsteht, darf die Pflege, die man für gewöhnlich einem kranken Menschen schuldet, nicht abgebrochen werden. Schmerzlindernde Mittel zu verwenden, um die Leiden des Sterbenden zu erleichtern selbst auf die Gefahr hin, sein Leben abzukürzen, kann sittlich der Menschenwürde entsprechen, falls der Tod weder als Ziel noch als Mittel gewollt, sondern bloß als unvermeidbar vorausgesehen und in Kauf genommen wird.
Die Betreuung des Sterbenden ist eine vorbildliche Form selbstloser Nächstenliebe; sie soll aus diesem Grund gefördert werden.

Dem ist wenig hinzuzufügen, außer einem Staunen darüber, warum es einem im nächsten Leben besser gehen sollte.
Seltsamerweise kennen die meisten Religionen einen düsteren Ort (Hades oder das Reich der Göttin Hel) für die Toten.
Bei den Moslems kommen eh nur die Dschihadisten in ein schwer irdisch gedachtes Pardies und für Leute aus Südostasien ist die Lehre der ewigen Widergeburt was eigentlich Schreckliches.
Lediglich das Christentum kennt die ewige Seligkeit, aber durch Euthanasie kommt man da sicher nicht hin.

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