Sonntag, 11. November 2012

Der Heilige Martin, sein Namensvetter, und allgemeine Reflexionen über Heilige und Sünder

Heute ist St. Martin und einer der größten Kämpfer gegen die "abgöttische Heilgenverehrung" wurde, weil am Vorabend, (der Vigil) von St,. Martin geboren, so wie es gut katholisch Brauch ist,  auf dessen Namen getauft. Ich denke die ganze Geschichte des Dr Martin ist eine Tragödie  und leider die Geschichte eines  nützlichen Idioten. Schade, es hätte auch anders laufen können.

Leider, schwer unbekannt und stark verdrängt, hatten die  Heiligen, alle ihre Ecken und Kanten. Ein guter Priester sagte mal, dass die wenigsten von ihnen mit dem Rosenkranz in der Hand auf die Welt gekommen wären. ;) Es gibt welche, die viel mehr Dreck am Stecken hatten als Luther,  beispielsweise König David und Saulus/Paulus. Petrus hat Christus zweimal mehr verraten als es Judas getan hat. Es gibt Heilige, die an furchtbaren Seelenqualen litten, die skrupulös waren, Depressionen hatten, die sich schon in der Hölle sahen, um jetzt nur mal an Franziskus, Teresa von Avila und etwa die heilige Therese von Lisieux zu denken. Einen schlechten Vater hatte etwa Augustinus auch. Genauso gibt es gibt Jähzornige, wie etwa Ignatius von Loyola. Über ihn habe ich mal gelesen, dass er bei einer Strecke zu Fuß ein Stück weit einen zufälligen Begleiter gehabt haben soll, der im Gespräch die Muttergottes beleidigt haben soll. Noch lange, nachdem sich ihre Wege getrennt hatten, musste er stark mit sich kämpfen, um ihm nicht wütend nachzueilen um ihn zu erdolchen. ;) Manfred Lütz sagt dem hl. Hieronymus einen miesen Charakter zu, außerdem soll er mit einem anderen Heiligen – hab jetzt vergessen, wer es war - spinnefeind gewesen sein. Der hl. Pfr. v. Ars sagt, dass im Himmel Heilige zusammen sind, die auf der Erde niemals miteinander ausgekommen wären. Sogar die, die für den ganzen Schlamassel verantwortlich sind, werden als Heilige verehrt, Adam und Eva.

Ich denke, dem guten Dr. Martin fehlte Gottvertrauen und sich annehmen und jemand, der ihm das immer wieder zugesprochen hätte. Das Wort das dir hilft., das kannst du dir nämlich nicht selber sagen! Irgendwie, hat er  im Gegensatz zu den Heiligen, die wie alle Menschen ihre Geschichte haben,  vielleicht einfach den Schritt zum Gottvertrauen, zur Selbst- und Lebensannahme nicht geschafft.

Ich möchte ihm gerne zugestehen, dem Dr. Martin, dass er, wenn er gewusst hätte, wohin sein Aufstand führen würde, brav im Kloster geblieben wäre, oder gar nicht erst eingetreten wäre, sondern den Prozess wegen Mordes beim Duellieren, über sich ergehen hätte lassen.
All diese Fragen des Inhalts "Was wäre geschehen, wenn., damals der und der.............." sind, laut Aslan in Narnia, verkehrte Fragen, deshalb lass ich es hiermit gut sein, verweise nur auf die Spekulationen Manfred Lütz' was hätte sein können, wenn Luther damals Michelangelo hätte verstehen können.
Warum ich mir aber, am Tag des Heiligen Martins, über seinen wohl nicht heiligen, aber sehr bekannten,  Namensvetter so Gedanken mache?
Nun es ist der Aufhänger um was Prinzipielles loszuwerden. 
Wir leben ja in Zeiten, wo jeder Fehler, wenn es opportun ist, sippenhaftmäßig gegen die Kirche ins Feld geführt wird und dabei gleichseitig eindeutig sündhaftes Verhalten gefeiert und gesetzlich geschützt wird.


So gedenke ich immer noch des Guttenberg Hypes (den ich übrigens sofort wählen würde, wenn ich könnte,) wo irgendwer geschrieben hat:

Einer ist gefallen und hat sich entschuldigt
wenn wir da nicht die Hand ausstrecken, dann ist unser christliches Erbe endgültig den Bach runter. Es ist schon merkwürdig: Seit in unserer Gesellschaft Sünde und Vergebung keine Grössen mehr sind, wuchert einerseits die Unmoral und andererseits die geifernde Unbarmherzigkeit gegenüber Fehlenden. Ein Paradox. Denken wir daran: Über nichts herrscht im Himmel grössere Freude als über den Sünder, der umkehrt. Und noch was persönliches: Gottlob sind meine zahlreichen Versagen kein Medienthema. Ich hätte keine ruhige Minute mehr.. 

 
Erlaubt ist alles, nur schlecht gehen darf es einem dabei nicht, weswegen ich es mir nicht verkneifen kann, mal wieder auf das "Narrenschiff" Gedicht zu verweisen.

 Den schwarzen Anker
gelichtet, die Leinen los
und abgelegt vom Pier
des sicheren Hafens.

Wie schmettern die
Klänge der Bordmusik:
Sie vertreiben dir alle
trüben Gedanken.

Nachts aber, nach Hummer
und Sekt, tief unter den
kreisenden Sternen,
kommen dir Fragen:

Der redselige Kapitän, wie
steht es um sein Patent?
Die Mannschaft, wer hat sie ausgewählt?

Und die anderen Gäste?
Verdächtig erscheint ihr
kreischender Frohsinn, ihre
Sucht nach Vergnügung.

Dich erfasst schwarze Unruh.
Du schluckst bittre Pillen. –
Geschaukelt von den Wellen, fällst
Du zuletzt in Schlaf.

Von Gerold Effert, mit freundlicher  Genehmigung des Corvinus Verlag


So wollen wir die beginnende Adventszeit, die ja mit dem Fest des Heiligen Martins eingeleitet wird, dazu nutzen, wofür sie eigentlich gut ist, nämlich als Fastenzeit, um den eigenen Fehlern auf die Spur zu kommen.
Wenn wir dann begreifen, dass wir  der Erlösung bedürfen, dann mag es Weihnachten werden und  abschließend sei mir der Verweis auf eine Geschichte aus den KZ's erlaubt. Gefunden habe ich die Geschichte auf dem Jahr des Glaubens Blog. Es geht um Geschichte und ihre Katastrophen, das Schweigen Gottes, seine scheinbare Nichtführung der Seinen, kurz um das, was vornehm und  gebildet Theodizee heißt und wo die Antwort lautet, das der Glaube Sinn  gibt, auch da wo, es keinen Sinn gibt und nur menschliches Versagen zu sehen ist.
Hier Ani maamin 
Ich weiß das in dem Beitrag vieles nur angerissen, gestreift und holzschnittartig ist. 

 

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