Freitag, 9. November 2012

Ein Fundstück. Reflexionen über die pc des Liedes "Ich geh mit meiner Laterne"

Es stammt von Josef Bordat, der sich als Neutralitätsbeauftrager, der Sache der politischen  und weltanschaulichen Neutralität, unter Berücksichtigung der Genderkompatibilität verschrieben hat.
Eine,  wie wir meinen, Aufgabe die nicht wichtig genug genommen werden kann.
Dankenswerterweise hat er den erneuten und permanenten Versuch der katholischen Kirche entlarvt,  mittels des Liedes, "Ich geh mit meiner Laterne" die freien, deutschen, gendermaingestreamten und vom Kreissaaal an neutral, gerecht und anti diskriminierend erzogen  Kinder, wieder unter die Knute der Unfreiheit und des Glaubens an Sinn und Zweck des Lebens (sieh erste Katechismusfrage) zu zwingen.
Hier drucken wir, mit freundlichen Genehmigung des Autors, den Text in voller Länge zur Warnung und Mahnung ab.
Es fehlt nur noch der, heutzutage leider notwendige,  Hinweis., das wir hier im Label Narrenschiff, Satire und Humor sind.

Gutachten

9. November 2012

Über die weltanschauliche Neutralität eines so genannten „Sanktmartinsliedes“ mit dem Titel Ich gehe mit meiner Laterne (Verfasser unbekannt, vermutlich katholisch).
Gegenstand des Gutachtens
Gegenstand des Gutachtens ist ein so genanntes „Sanktmartinslied“ mit dem Titel Ich gehe mit meiner Laterne (Verfasser unbekannt, vermutlich katholisch). Der Text ist nachfolgend dokumentiert:
Ich gehe mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir.
Dort oben leuchten die Sterne und unten da leuchten wir.
Mein Licht ist aus, ich geh’ nach Haus’,
rabimmel rabammel rabumm.
Ergebnis der Beurteilung
Die weltanschauliche Neutralität des so genannten „Sanktmartinsliedes“ mit dem Titel Ich gehe mit meiner Laterne ist gegeben / nicht gegeben. Das Liedgut wird vom Standpunkt weltanschaulicher Neutralität als unbedenklich / bedenklich eingestuft. Der Verfasser ist vermutlich katholisch.
Begründung
Das Lied beginnt mit einer Verhöhnung des Selbstbestimmungsrechts freier Individuen in einer modernen Gesellschaft durch die Macht der Kirche, die auf antiindividualistische Zwangsvergemeinschaftung basiert und in einer auf Repression und Unfreiheit fußenden Bindung des Menschen an sein Artefakt mündet: Ich gehe mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir.


Die in Aussicht gestellte Autonomie („Ich“) und die scheinbare Freizügigkeit („gehe“) wird durch die kollektivistische Auflage („mit“) und die Fesselung an das im Zuge rücksichtsloser Indoktrination stark verinnerlichte („meiner“) Symbol der Unterdrückung („Laterne“) zynisch konterkariert. So wie die Kirche seit Jahrtausenden Menschen unterdrückt, so unterdrückt hier die „Laterne“ die Freiheit dessen, der sie sich gutgläubig zu eigen macht und damit in eine Abhängigkeit gerät, die in ihrer stabilen Konstitution nicht mehr zu brechen ist, ohne dass der Mensch selbst daran zerbricht. Am Ende „geht“ hier ein Mensch, der ohne seine „Laterne“ im Duktus der Liedtextdiktion keine Daseinsberechtigung mehr hat. Um darüber hinwegzutäuschen, wird die Verbindung wechselseitig konstruiert und zu einer vitalen Verzahnung von Mensch und „Laterne“ umgedichtet („Ich gehe mit meiner Laterne und[sic!] meine Laterne mit mir“). In Wahrheit wurde der Mensch jedoch längst zum Opfer der „Laterne“, also: der katholischen Kirche.
Es folgt eine wahnwitzige Idealisierung der Lebenswelt derer, die unter eben jener klerikalen Repression leiden: Dort oben leuchten die Sterne und unten da leuchten wir. Die unterdrückten Massen werden durch die absurde Analogie („Sterne“ – „wir“) in einer menschenverachtenden Weise verspottet. Zudem erinnert der Sternenhimmel („oben“) an die von brennenden Scheiterhaufen übersäte Erde („unten“), ein Umstand, der durch die euphemistische Zustandsbeschreibung („leuchten“) dramatisch verharmlost wird.
Mein Licht ist aus muss als die geradezu logische Konsequenz dieser Verhältnisse gelten. Wie sollte es außerdem anders sein, in einer Lebensform, in der kirchliche Ignoranz gegenüber dem „Licht“ den Gläubigen das Dasein verdunkelt und der Aufklärung keine Chance auf Entfaltung gibt? Für Wissenschaft und Bildung ist es im klerikalen Repressionssystem umgehend „aus“! Dem seiner Würde vollends beraubten Menschen bleibt nichts anderes übrig: ich geh’ nach Haus’. Das gegängelte Pseudoindividuum endet im „Haus“, einem dogmatisch eingezäunten und strengstens bewachten Sittengefängnis, in dem sämtliche Lebensvollzüge permanent kontrolliert werden.
Doch damit nicht genug: Die Gewaltaffinität des Christentums gipfelt in der martialischen Schlusszeile Rabimmel, rabammel, rabumm. Man sieht vor dem freigeistigen Auge die Folterknechte des Pfarrgemeinderats vor der Tür jenes Hauses („rabimmel“), bekommt eingedenk der tradierten Grausamkeiten unweigerlich Angst („rabammel“) und kann sich wegen des großen Einflusses der Kirche gegen die vom Bischof angeordnete Zwangsöffnung („rabumm“) juristisch nicht zur Wehr setzen (Staatskirchenrecht). Die Trennung von Kirche und Staat ist hier eindeutig nicht mehr gegeben.
Fazit
Bei Laternenumzügen ist auf das Absingen von Ich gehe mit meiner Laterne zu verzichten. Es enthält zahlreiche weltanschauliche Konnotationen, die schwere psychische Beeinträchtigungen verursachen und nahtlos anknüpfen an die blutige Tradition der Kirche (Inquisition, Hexenverfolgung, Kreuzzüge – puh: endlich!).
Dr. Josef Bordat
Neutralitätsbeauftragter

1 Kommentar:

  1. Wie dringend notwendig dieser Text ist, kann man bei katholisch.de sehen. Da wird das katholische St. Martins-Fest zwar befürwortet, aber gleichzeitig soll man doch auch alle nichtkatholischen Kinder integrieren.
    Und allgemein gesprochen soll man natürlich schon katholisch sein, aber doch auch das negative berücksichtigen usw. usw. Wo werden denn die Inhalte dieser Seite erstellt? In Freiburg?

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