Montag, 19. November 2012

Ein Gebetsaufruf und eine Analyse der Lage der Nation

Dorothea hat in Anbetracht des mittlerweile wohl runtergefahrenen Halalis auf Hochwürden Jolie einerseits zum Gebet aufgerufen und andererseits sich Gedanken zum Internet gemacht, das doch eine Art "Westfernsehen" für papsttreue, eucharistische und marianische, kurz fundamentalistische, weil auf dem Fundament der Apostel und der Schrift und der Tradition stehenden Katholiken ist
Ihren Gedanken kann ich mich nur vollinhaltlich anschließen, weswegen ich hier einfach den Link setzte:
 http://nondracositmihidux.blogspot.de/2012/11/kreuznet-und-eine-bitte-um-gebet.html



Und noch ein paar weiterführende Gedanken von mir.
Seit ich denken kann, nervt mich, die, wie sag ich's nur ? Naivität der Frommen.
Ich erinnere mich noch an die in den Zeiten Ende der 60er gerade knapp 20 gewordene Kusine, die einfach vor sich hinfreakte, will heißen, die Schule schmiss und mit irgendeinem Typ auf und davon ging. Das wurde von der frommen Verwandschaft als  eine spirituelle Rettungsaktion für den Typ gesehen, und nicht gesehen, dass der  Kusine,  damals und (leider) heute  immer noch, das Spirituelle und der liebe Gott total egal waren.
Ihre Kollegin lebte munter mit ihren Freund in der von der Oma vermittelten Wohnung und die Oma war felsenfest davon überzeugt, die beten da zusammen Rosenkarnz.
Hab es übrigens immer wieder erlebt, da behaupten Mütter, ihre Töchter würden mustergültig die voreheliche Keuschheit leben, bis dann die, eh geplante, Hochzeit vorverlegt werden muss.
Der Patriarch von Venedig , Albino Luciani (1969 bis 1978) sagt dazu schon  in dem Buch "Ihr Ergebener" zu den Müttern die zu ihm kommen und sagen "Nee Hochwürden sie sehen das viel zu eng, wenn sie dagegen sind, dass die jungen Leute vor der Ehe  übers Wochenende gemeinsam zu zweit Wandern gehn. Meine Tochter weiß, wie weit sie gehen kann!" nur "Madame, ihre Tochter ist genauso ein schwacher Mensch, wir wir alle!"

Und so ging  es weiter, aus jeder Affäre im Verwandten und Bekanntenkreis (das waren damals die Zeiten von wegen Sexuelle Revolution und  naja der Ablehnung "bürgerlicher" =  fester Zweierbeziehungen) also aus jeder dieser Affären wurde eine echte, wahre Liebesgeschichte gemacht und dabei war dem gar nicht so.
Ich meine das übrigens keineswegs arrogant und hochnäsig, hab mich ja auch schon schwer verlaufen im Leben.

Diese gleiche Naivität der Frommen, findet sich im Umgang mit Scheidung, da tut man dann so, als habe das immer irgendwelche schwerwiegenden Gründe, die doch bitte, bitte das Kirchenrecht  berücksichtigen muss.
Auch in der Frage der Abtreibung sind das,  in den Augen durchaus gutmeinender, engagierter Katholiken immer irgendwelche Konflikte, die tief dramatisch sind und wo die Mutter sich doch wirklich einen Kopf macht und eigentlich gerne.....
Man realisiert gar nicht, dass es Frauen gibt, die jedes Jahr zu Dr XY,  reisen, weil das mit der Verhüterei doch lästig ist und diese Pillenschluckerei auf die Figur geht und dazu halt "viel Chemie" ist. Die Frommen können sich gar nicht vorstellen,  dass junge Frauen gar keinen Bock auf das Kind haben, weil es sie am Discobesuch und der Rumflirterei hindern würde.
Auch diese Dinge sind nicht zu verallgemeinern, es gibt Frauen die sich Gedanken machen, es gibt extreme Fälle, aber um mal Erich Kästner  zu zitieren, gilt doch meist das, was die Schüler, dem Matthias Selbmann als Petrus im Fliegenden Klassenzimmer antworten.
Petrus wirft den Menschen vor, alles wissen zu wollen und auch Dinge zu erforschen, die sie nicht erforschen sollen und Johnny antwortet:
"Sankt Peter übertreibt entschieden, wir sind gar nicht so wissbegierig, den meisten, wärs auch viel zu schwierig" und Martin ergänzt "Und Dummheit, Petrus, macht zufrieden"

Die gleiche Naivität findet sich von Seiten der Kirche, in der Bewertung der Homosexualität. Da wird immer wieder davon ausgegangen, das ist die wahre, gute echte Liebe, nur ist dem lieben Gott ein Fehler unterlaufen und er hat sich, zumindest was eine Person des Paares, angeht, im Geschlecht geirrt.
Wobei ein  einfacher Blick ins inkriminierte Nachrichtenportal, (Ich meine jetzt lediglich die Bilder) den katholischen Gutmenschen schon überzeugen sollte, dass die Homos nicht lauter gute, nette, adrette, hochanständige Menschen sind.
Und der Verlag mit dem der Herr D. Berger jetzt zusammenarbeitet, sollte das noch bestärken.

Mal davon abgesehen, dass Gott keinen Fehler macht, möchte ich auch mal  Dante  bemühen, der stellt in seiner Göttlichen Komödie im 2ten Kreis der Hölle zwar fest, das die Liebe schon stärker als der Tod ist, weswegen im 2ten Kreis  "unerlaubten" Liebespaare (am Beispiel Francescas und Paolos) zwar zusammen sind, es ihnen aber wenig nutzt, während er, Dante, von der zwar sehr geliebten,  aber wegen anderweitig Verheiratenseins, "in Ruhe gelassenen",  Beatrice ins Paradies geführt wird.
Wobei man vielleicht auch noch erwähnen sollte, dass Dante als Anführerin der Verdammten im 2ten Kreis, die Königin Semiramis verortet, die der Legende nach, die Gesetzte ihres Landes änderte, damit ihre Neigung zu jungen männlichen Verwandten legal wurde. Dem Richter am Eingang der Hölle war das egal, was menschliche Gesetzte erlaubten oder nicht, und die Legende untermauert das, weil ja angeblich  der von den Nachstellungen der Semiramis bedrohte (Stief)sohn  das fruchtbare und hochentwickelte Land verließ und ins nebelige, kalte und damals schwer unterentwickelte  Deutschland gelangte und dort die wunderschöne Stadt Trier gründete.
Ich weiß schon, dass Legenden keine historischen Fakten erzählen wollen, aber manchmal scheint mir, die alten Heiden waren bedeutend klüger, als die modernen.

Ich möchte hier noch auf den Heiligen Augustinus verweisen. Der Gute hat sich in seinem unguten Zeiten komplett ausgetobt (schreibt er selber in den Confessiones). Irgendwann einmal war es ihm zu blöd, das immer wieder wen anbaggern müssen und er blieb bei der Mutter seines Sohnes (seiner Söhne?). Das war aber nicht, wie gutmeinende Katholiken meinen, eine Liebesgeschichte. Sie war dem Herrn Professor so wurscht, wie ihm die Idee der Keuschheit war. Das sie das anders sah, mag sein, aber das ist ein Drama das es auch heute noch immer wieder und immer dramatischer gibt.
Es wird dem Heiligen Augustinus ja oft vorgeworfen, Ideengeber sittenstrenger katholischer Vorschriften zu sein.
Ja, das ist er wohl, aber er hat am eigenen Leib erfahren, wie schnell es nach unten geht und wie schnell  man verrohen kann. ER hat das nämlich  sowohl bei sich, als auch bei anderen gesehen.
So hat er uns aufgegeben den Sünder zu lieben und die Sünde zu hassen.

Und damit die Sache klar ist, es geht hier nicht darum, den Gefallenen in den Dreck zu stoßen, damit ich mir selber gut vorkommen. Es geht immer wieder darum festzuhalten, was immer wieder von diversen Leuten festgestellt wird "Es geht im christlichen Leben nicht darum nie zu fallen, sondern darum immer wieder aufzustehen" es geht auch nicht um's richten der  Sünden anderer Leute, aber  es ist wie beim Autofahren. Jeder der mal irgendwo sich hoffnungslos verfahren hat, kennt das beglückende Gefühl, wenn irgendwo ein Schild auftaucht, auch, wenn das Schild einem eröffnet, das man ewig weit in die verkehrten Richtung gefahren ist.
So gleichen die Guten doch Leuten, die dem Autofahrer nicht den Frust zumuten wollen, feststellen zu müssen weit, weit in die falsche Richtung gefahren zu sein, aber damit kommt der Autofahrer halt nicht auf den rechten Weg.
 Und so wären wir wieder bei dem, was der obenerwähnte Erich Kästener im "Fliegenden Klassenzimmer" als Strafarbeit hundertmal schreiben lässt.
"An jedem Unfug der geschieht, sind nicht nur die schuld, die ihn begehen,sondern auch die, die ihn nicht verhindern!"
Und etwas was man immer tun kann ist Beten, Beten für die Täter, die Opfer und die toleranten Schweigenden, die die Theophoben nicht erschrecken wollen.



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