Montag, 19. November 2012

Erfüllungsgehilfen

Es ist, wie es immer war:

Schon mit ihrer "Gründung" war die evangelische Kirche abhängig von der Politik. Da hatte Herr Luther auch gar keine Wahl, denn er hätte es anderenfalls nicht überlebt, sich mit seiner Rebellion gegen Kaiser und Papst zu stellen. Ohne die Unterstützung einiger Landesfürsten, hätte er seinen Privatkrieg gegen den Glauben gar nicht führen können.
Es war eine "Win-Win"-Situation für Beide: Luther behielt sein gutes Leben - die Landesfürsten konnten sich die Güter der Kirche aneignen und ihre Schätze vermehren.

Das setzte sich fort über die Jahrhunderte. Die evangelische Kirche wuchs und die Landesfürsten konnten sich ihre Untertanen verpflichten, denn das Wort der Könige und Fürsten wurde als Wort Gottes von den Kanzeln herabgepredigt. Das bedeutete "Für Gott, Kaiser und Vaterland" - bis der Kaiser 1918 ins holländische Exil ging. Die Allianz von evangelischer Kirche und den Mächtigen hielt aber auch weiterhin, ja sogar bis in die dunkelste Zeit - auch wenn es hier mit der bekennenden Kirche eine Abspaltung gab, die eben "nicht mitmachen" wollte.

Diese "Erfahrung" führte dann erstmal zu einer Rückbesinnung auf Gott und Christus, aber lange hielt es nicht an. Der Schulterschluss mit der Politik war Teil der Kirche und so kamen die ersten 68er in die Pfarrhäuser, die das, was sie vorher auf den Straßen skandiert hatten, in die Gotteshäuser brachten.
Von da an bestimmte die Politik, was "christlich" war und was nicht --- der schleichende Niedergang der evangelischen Kirche in Richtung "gutmenschlicher Sozialverein" hatte begonnen.

Heute ist das Ziel komplett erreicht. Die evangelische Kirche ist wieder da, wo sie begonnen hat, ein Sprachrohr des Zeigeistes. Die "Mächtigen" sind zwar nicht mehr ganz so mächtig, wie vor fast 500 Jahren, aber ihr Wort ist trotzdem jeden Sonntag von den Kanzeln zu hören. Dieses Wort sagt uns heute, das Gott und Christus Grüne waren und sind.

Da wundert es uns nicht, dass die EKD das "wertkonservative  Profil vieler Grünen-Politiker" lobt, wie das Kölner Domradio vor einigen Tagen berichtete.
Ja, der Herr EKD-Ratsvorsitzende Schneider sieht mit Freude die Übereinstimmung in Fragen der sozialen Gerechtigkeit und bei "wertkonservativen Positionen zur Frage der Bewahrung der Schöpfung". Ausdrücklich lobt er die Wahl von Frau Göring-Eckart in die Grünen-Spitze.

Da kann man nur staunen, wie der Herr Ratsvorsitzende die ihm von der Politik in den Mund gelegten Worte als seine eigenen und die seiner Kirche verkauft. Folgt er doch damit seinem Kirchengründer Luther und all den Vorgängern, die es sich unter dem Schutz der jeweiligen Staatsführung gut gehen ließen.

Und wieder einmal scheint es so zu sein, dass die evangelische Kirche stramm der Parteilinie folgt und davon überzeugt ist, das richtige zu tun. Die Worte Gottes im Sinne der Grünen verdrehen, sich in die zugedachte Rolle zu fügen und bloß kein Wort über den zerstörerischen grünen Zeitgeist verlieren und sich bei den Themen Abtreibung, Euthanasie und Genderwahn besser wegzuducken.

Weiß man doch, dass wenn das Desaster offenkundig wird, der "Schuldige" schnell gefunden ist: die katholische Kirche, die nicht laut genug protestiert hat.....


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