Dienstag, 6. November 2012

Klotzen statt Kleckern!


Begeisterung für die Neuevangelisierung:

Gerade  wurde in Sao Paolo die größte Kirche der Welt geweiht.
Gut, schön ist sie nicht, und auf den ersten Blick wirkt sie eher wie eine Eventhalle oder ein Fußballstadion – womit sich die Brasilianer bestens auskennen.
Aber die Kirche fasst 20.000 Gläubige und das ist doch ein Grund zur Freude – denn wer eine so große Kirche baut, weiß auch, dass er sie „füllen“ kann:

Initiator für den Bau der Kirche und der größte Spendensammler ist Pater Marcelo Rossi
der in Brasilien den Status eines Popstars hat. Seine CDs mit geistlichen Liedern haben sich über 12 Millionen mal verkauft, dazu hat er ein Buch „Agape“ geschrieben, das sich 8 Millionen Mal verkaufte. Alle Erlöse hieraus flossen in den Kirchenbau. Und natürlich hat er die Gläubigen auch zu Spenden aufgefordert – und wie man sieht, das Ziel ist erreicht. Wenn das Gelände komplett fertig ist, sollen 100.000 Menschen dort mit ihm die heilige Messe feiern können.

Rossi ist in Brasilien sehr bekannt, seine Messen werden  im Fernsehen übertragen und er nutzt auch Radio und Internet für die Neuevangelisierung. Der Papst hat sicher seine Freude an diesem begeisterten Priester, dessen größtes Anliegen es ist, den Glauben zu verbreiten.  

Kleckern statt klotzen?

Das Gegenteil von solchem Blick nach vorne erleben wir derzeit hier in München.
Im Rahmen einer Vesper wurde am letzten Sonntag Weihbischof Siebler in den Ruhestand verabschiedet. Während seiner Ansprache ließ Kardinal Marx durchblicken, dass er in Rom bereits darum gebeten habe, vorerst keinen neuen Weihbischof zu ernennen. Er begründet das mit Pastoralen Veränderungen und Umbrüchen im Erzbistum, die es schwierig machten, „langfristige Entscheidungen zu fällen, die dann über Jahrzehnte auch Bestand haben“, so der Erzbischof im Münchner Kirchenradio. Es sei wichtig, den Pfarreien zu signalisieren, dass in Zeiten des Umbruchs nicht einfach alles so weitergehen könne, wie es bisher war. Man müsse nun „gut überlegen, ehe man sich über Jahrzehnte bindet“, so Marx weiter. Aus diesen Gründen habe er entschieden, zunächst nicht um die Ernennung eines Weihbischofs durch den Heiligen Stuhl zu bitten.

Das klingt ja so, als ob er nicht allzu viel Vertrauen in das „Jahr des Glaubens“ und die Neuevangelisierung habe. Vielleicht sollte er mal Pater Rossi besuchen.

Die Aufgabe des Bischofsvikars wurde Domvikar Rupert Graf zu Stolberg übertragen, der seit September 2011 im Personalressort des Ordinariats für die Priester in den Seelsorgsregionen Nord und Süd zuständig ist. 




1 Kommentar:

  1. "...eher wie eine Eventhalle.."

    Ich konnte gerade einen kritischen Bericht darüber bei "Pius-Info" lesen. Tatsächlich scheint der zelebrierende Priester die hl. Eucharistiefeier (sog. neue Messe) mit einem Event zu verwechseln, oder diese dazu zu machen.

    Keine Ahnung, ob sowas katholisch ist. Auch die FAZ scheint da so ihre Zweifel zu haben....

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