Mittwoch, 19. Dezember 2012

Der rote Faden des Joseph Ratzinger

Zenit hat heute die deutsche Übersetzung der Ansprache des Papstes an der Mariensäule an der Piazza di Spagna, wo wir auch dabei waren, gebracht.
Eine wundervolle Rede, die das stundenlange Ausharren in eisiger Kälte selbst, als ich sie nur bruchstückhaft verstand, lohnte, aber es ist sehr gut, den Text nochmals zu lesen.
Er hat es mit dem reinen Herzen Mariens, das den bringt,der niemanden, sei er auch noch so unrein aufgibt.
Hier der Link http://www.zenit.org/article-26197?l=german.
Beim folgenden Angelus am 2ten Adventssonntag hat der Papst dann auf deutsch gesagt, dass Gott auch das verzagte Herz birgt, ein wundervolles weihnachtliches, tröstendes Bild.
Interessanterweise hat Zenit eine alte Weihnachtspredigt des Bischofs von München und Freising Joseph Ratzinger ausgegraben und auch wenn er sich heute anders ausdrücken würde, so sagt er immer noch dasselbe. http://www.zenit.org/article-26191?l=german
In der Predigt geht es um die einfachen Menschen, die Hirten die wach sind und deshalb leicht zur Krippe kommen, aber auch um die, wie er sich ausdrücke "heiklen" Seelen wie die der Heiligen 3 Könige die auch auf Umwegen und mit viel Fragen zur Krippe finden.
Auch Augustinus, sei eine solche heikle Seele gewesen, der sich aber zur Demut durchgerungen habe und die Demut als den Kern des Christusgeheimnisses, erkannt habe.
Im "Tod der Demut" sieht der Bischof das Grundübel unserer Zeit.
Papst Benedikt hat nicht ohne Grund  die Muschel des heiligen Augustinus im Wappen und ich denke es fehlt uns an der Demut, aber genauso wie der gebildete, von seinen  Hormonen umgetriebene  und superschlaue Professor für Rhetorik, den Weg zur Krippe gefunden hat, so können auch die superschlauen, gebildeten und von ihren Hormonen umgetriebenen Menschen des Westens den Weg an die Krippe finden.

hier noch für die, die es nicht kennen, die Geschichte, von Augustinus und dem Kind, das mit einer Muschel das Meer in ein Loch schöpfen wollte:

Vom heiligen Augustinus wird erzählt, dass er am Meer spazieren ging - damals, als er an seinem großen Werk über die Dreifaltigkeit arbeitete.
Und man weiß zu berichten, wie er dort ein kleines Kind beobachtete. Das Kind hatte ein Loch in den Sand gegraben und lief nun mit einer Muschel in der Hand immer wieder zum Wasser, schöpfte mit seiner Muschel, rannte zurück und goss das Wasser in das Loch. Darauf lief es wieder zum Wasser, schöpfte und wiederholte das Ganze immer aufs Neue.

Nach einiger Zeit fragte Augustinus: "Was machst Du denn da?" Und das Kind antwortete ihm: "Ich schöpfe das Meer in dieses Loch!"

Augustinus schüttelte den Kopf und sagte: "Du kleiner Narr, das ist doch unmöglich. Du kannst das große, weite Meer, doch nicht in dieses Loch füllen!"

"Aber du bildest dir ein," meinte daraufhin das Kind und blickte den großen Gelehrten durchdringend an, "dass du das große Geheimnis der Dreifaltigkeit mit deinem Kopf erfassen kannst!?"

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