Samstag, 15. Dezember 2012

Dornröschen ...


Früher ging das Märchen so: Die Prinzessin wurde von einer bösen Fee verwünscht, sie stach sich in den Finger und fiel in einen hundertjährigen Schlaf und mit ihr das ganze Land – bis es einem Prinzen gelang, das mittlerweile undurchdringliche Rosengestrüpp zu durchdringen und die Prinzessin wachzuküssen. Seitdem leben sie herrlich und in Freuden ...

Aber heute sind auch die Märchen moderner. Prinzessinnen gibt es nur noch in Kleinmädchenträumen und die, die einen wirklichen Prinzen erwischen, kann man an einer Hand abzählen.

Die Dornröschen von heute sind trotzdem noch in großer Zahl vorhanden, wenn man etwas genauer hinschaut, findet man sie überall.

Da ist uns doch letztens gerade wieder so eine Variante über den Weg gelaufen:


Es war einmal eine evangelische Prinzessin, die sooo gerne katholisch werden wollte. Da begegnete ihr eine Fee. Die Fee Uta ist uns allen sehr bekannt. Die war ja auch einmal ein braves evangelisches Mädchen mit großen Plänen. Sie wollte die Kirche unseres Herrn dem Zeitgeist zu unterwerfen. Auch sie erzählte aller Welt, wie gerne sie katholisch geworden sei, weil sie sich zum Glauben hingezogen fühlte. Was dann über die Jahre passierte wissen wir. Sie wurde immer lauter, weil es ihr nicht gelang, ihre Pläne umzusetzen und ihre legendären Auftritte kann man immer noch bei YouTube abrufen. Aber auch Feen werden älter und dann auch meistens böse. Sie spüren ihre Macht schwinden und so ging es auch Uta. Sie braucht eine Nachfolgerin, die ihr Werk fortsetzt.
Da begegnete ihr die evangelische Prinzessin Maria von W.. „Mach’s wie ich,“ lockte Frau Uta, „werde katholisch und versuche, die Kirche dem Zeitgeist zu unterwerfen...“. Irgendwas muss dann aber schiefgelaufen sein, denn die Fee versetzte das arme Kind versehentlich in einen langen langen Schlaf, schaffte es aber nicht mehr, das Umfeld ebenfalls einzuschläfern. Nur noch ein paar alte Männer und Frauen, berühmt geworden als „Alt68er“ wurden ebenfalls vom Schlaf ergriffen, während das übrige Land und Volk weiter seinen Geschäften nachgehen konnte.
So schlief sie nun, die gute Prinzessin, in trauter Eintracht mit den alten Gefolgsleuten der Fee..... Dummerweise muss aber jemand einen Wecker in das Dachstübchen geschmuggelt haben, so dass die Prinzessin vor ihrer Zeit aufwachen konnte. Es wurde schlimm für sie, denn sie hatte gar nicht gemerkt, dass die Alt68er zu totalen Spießern mutiert waren.
Niemand wollte mehr etwas hören von Modernisierung von all diesen seltsam altmodischen Ideen. 
Das Mädchen war zunächst verwirrt, aber dann ging sie unbeirrt ihres Weges. Sie schaffte es sogar zum Fernsehen, moderierte dort "Frauensendungen," verkündete dort unbeirrt ihren Sermon und wähnte sich immer noch modern und auf der Höhe der Zeit. Sie wunderte sich nicht, dass es keiner mehr hören will, deshalb schreibt sie jetzt im Internet darüber, um Modernität vorzutäuschen. Sie wird wohl vergeblich auf den Prinzen warten, der sie wachküsst und ihr erklärt, dass die wahre Welt schon ein paar Schritte weiter ist. 
.... und Frau Uta kann sich jetzt unbesorgt aus dem öffentlichen Leben zurückziehen, denn sie hat eine würdige Nachfolgerin gefunden. 

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