Freitag, 21. Dezember 2012

Ich glaube, an Gott… den Schöpfer des Himmels und der Erde


So lautet der zweite Teil des Glaubenssatzes, den die Blogger im Dezember betrachten wollen.
Im Gegensatz zum ersten Teil, wo es darum geht dass, wir an Gott, den Vater den Allmächtigen, glauben und wo ich hier von meinen Schwierigkeiten geschrieben habe, möchte ich, wenn es um Gott, als den Schöpfer des Himmels und der Erde geht, zunächst ganz spontan sagen “Klar, jemand muss ja diese ganze, wunderbare, komplexe Welt (wobei ich der Einfachheit halber Erde mit Universum gleichsetze) geschaffen haben.”
Ich weiß natürlich schon, dass es den meisten Menschen da anders geht und jedes studierte, oder nicht studierte Lieschen Müller mit Gewissheit in der Stimme sagt “Urknall” und “Evolution” und meint, damit den Schöpfer Gott erledigt zu haben.



Fragt man dann nach, wo denn die Materie für den Urknall hergekommen sei, so ist Schweigen im Walde und entsprechende Ideen der theoretischen Physik, z.B darüber das die Materie schlussendlich aus einem  Elektron-Postron Paar im Zusammenwirken mit anderen, ebenfalls im Bereich der durch die Heisenberg’sch Unschärferelation erlaubten Zeit und Länge, sich gebildet habenden Teilchen, entstanden ist. Naja, das sind Spekulationen von und für Fachleute, interessante Ansätze, aber auch die können nicht erklären, warum eigentlich die Gesetze der Physik immer und überall gelten, aber die meisten Leute,  sind damit überfordert.
Nebenbei, die pure Kenntnis der Gesetzmäßigkeiten des Universums bedeutet nicht, dass der Mensch selber Schöpfer und Designer der ihn umgebenden Welt ist. So lassen sich z.B alle elektrischen und magnetischen Phänomene mithilfe der sogenannten (wunderschönen) 4 Maxwellschen Gleichungen beschreiben und trotzdem haben wir immer noch das Problem, woher wir all den vielen Strom, den wir brauchen, kriegen und man kann elektrischen Strom, trotz aller Kenntnis,einfach nicht einfach speichern.
Das nur als Nebenbemerkung für die Panik katholischer und anderer Frommer vor der “Weltformel”
Dabei,  ist es doch einigermaßen faszinierend, dass gerade die Sprache der Mathematik (das Hassfach der meisten Schüler) genau die Sprache ist, in der die naturwissenschaftlichen Abläufe des  Universum beschrieben werden können.
Also wenn eine, experimentell gefundene  Formel mathematisch verkehrt ist, dann ist die Formel mit Sicherheit verkehrt, wobei der Umkehrschluss nicht gilt.
Will heißen Physiker und Chemiker, die erfinden und kreieren nicht die Gesetze der Welt, nein sie finden und entschlüsseln sie.
Damit kann man vieles und faszinierendes tun und ein Besuch im Deutschen Museum in München, kann einem einen kleinen Eindruck davon vermitteln und wenn man die Macht der Gewohnheit abstreift und sich in Science Fiktion Manier vorstellt, dass ein Bronzezeitmensch plötzlich im eigenen Wohnzimmer stünde und Computer, Lichtschalter, Zentralheizung, Kühlschrank, Cerankochfeldherd, Kunstfasern, Fenster, Porzellan  und überhaupt das Vorhandensein des Wohnzimmers, bestaunen würde, dann bekommt man eine Idee, was der Mensch alles schon herausgefunden hat.
Aber eines kann der Mensch, der viel kann, nicht. Er kann nicht schaffen aus dem Nichts, er kann nur umwandeln und der Mensch kann auch nicht der Natur die Gesetze vorgeben.
Im Physikbuch meiner Studienzeit waren oft so Aufgaben wie : irgendwelche Physiker treffen sich im Himmel und diskutieren über ein Problem, die Aufgabe für die Studenten war dann: diskutieren Sie mit!
Von daher habe ich immer die Vorstellung, da kommt dann der Forscher im Himmel an, stellt völlig konsterniert (oder auch froh) fest, Gott gibt es wirklich und fragt ihn dann über sein wissenschaftliches Problem.
Gott der Herr ruft einen Engel und der erklärt dem Wissensdurstigen das Problem, nach einer halben Ewigkeit kommt Gott dann und fragt: “nun mein Sohn hast du es verstanden?”
Der Wissenschaftler nickt glücklich, Gott lächelt und sagt: “Übrigens mein Sohn ich habe das alles nicht nur gerechnet, ich habe es auch aus dem Nichts, mitsamt der zugehörigen Ordnung,  geschaffen!”
Der Mensch kann nicht beschließen, dass die Lichtgeschwindigkeit plötzlich höher ist oder dass die Naturkonstanten einen anderen Wert haben oder die Elemente so gestrickt sind, dass für chemische Bindungen eine volle 7er Schale maßgeblich ist, oder ähnliches.
Und um mal, die Sache mit dem Urknall auf den Punkt zu bringen, das wusste schon die Kirchenlehrerin Hildegard von Bingen vor gut 900 Jahren sie schreibt am Anfang von “Cause und Curare” nämlich :”………….als Gott sprach, “es werde Licht” sah ich aller Welt Materie  hervorgehen in Gestalt eines ungeformten Klumpens……….”
Ergo es ist mir schon immer schleierhaft, wie die Theorie des Urknalls den Schöpfergott obsolet machen soll.
Ähnlich ist es mit der Evolution, dass etwas soundso passiert ist, erklärt noch lange nicht, warum etwas soundso abgelaufen ist.
Trotzdem, all diese Überlegungen beweisen nicht zwingend, dass es einen Schöpfergott gibt und dieser zudem noch so ist, wie Christen und Juden ihn sich vorstellen, bzw. korrekt formuliert, wie er sich offenbart hat.
William von Orkham gilt als Ketzer, weil er sein Grundprinzip “Wenn du in nicht weiterkommst, dann ist es Zeit deine Axiome zu überprüfen” auch auf das Axiom “Gott ist!” angewendet hat.
Und damit sind wir Kern des Problems mit dem Credo.
Gehen wir davon aus, dass Gott der Schöpfer von allem ist, so gibt vieles Sinn, aber zwingend ist es nicht.
Schlussendlich lässt sich das, was zu Glauben ist, nicht sicher wissen, (der alte Kalauer aus dem Matheunterricht. Lehrer “Was ist die Wurzel aus 256?” Schüler  “Ich glaube 16″ Lehrer “Glauben kannst du in der Kirche!”) und es bleibt schlussendlich die Geschichte vom  Rabbi, der dem Aufklärer antwortet “Bedenke mein Sohn, vielleicht ist es doch wahr”
Hier der Link (es geht um die Geschichte gleich am Anfang der Seite).
Wenn wir jedoch davon ausgehen, dass Gott die Erde (im Sinne von Universum) geschaffen hat, dann ist es kein Problem zu glauben, das er auch den Himmel (im Sinne dessen was die Engländer “heaven” nennen), geschaffen hat.
Und schlussendlich gibt es in diesem Glaubensartikel noch eine implizite, tröstliche Botschaft: die Hölle, das Reich des Bösen hat Gott nicht geschaffen, das gehört nicht zu den Dingen die in Gott (= in der Wahrheit) Bestand haben.
Das Reich des Bösen ist bodenlos, haltlos, zwar teilweise übermächtig bedrängend, aber letztendlich grundlos in beiden Bedeutungen des Wortes.
Und so bleibt der Glaube, an einen Gott, der alles geschaffen hat, die “sichtbare und die unsichtbare Welt” (großes Glaubensbekenntnis) bzw. “Himmel und Erde” (apostolisches Glaubensbekenntnis) und erst daraus kann man überahupt erfassen was für eine unfassbare Sache es ist, dass der Schöpfer der Milchstraße, der Milchstraßen Mensch geworden ist, für uns!

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