Dienstag, 18. Dezember 2012

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen


Auf dem Gemeinschaftsblog Ja des Glaubens zum Jahr des Glaubens haben sich verschiedene Blogger zusammengetan und anhand des Glaubensbekenntnisse, zu bloggen.
Im Dezember war nun "dran":  "Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde". Ich habe mich beschäftigt mit "Ich glaube an Gott, den Vater".
Wen es interessiert hier noch mal mein post:

Ich gestehe, dass es mir Schwierigkeiten macht. Zu glauben, dass Gott mein  Vater ist.
Es liegt wohl daran, dass ich, wenn ich Vater höre, automatisch an meinen leiblichen Vater denken muss und wenn Gott so wäre wie er, naja, dann würde ich mir wünschen, wenigstens Gott wäre anders.
Zur Erklärung, mein Vater ist kein böser Mensch, er ist nicht aufunddavon, und hat meine Mutter mit mir sitzen lassen, nein, das nicht.
Er hat mich auch, obwohl ich ja schon was älter bin, nie geschlagen und  diese  antiautoritäre Erziehung immer vor sich her posaunt, obwohl er auch kein Linker ist, nein treues CDU Mitglied isser.
Wobei ich das so prickelnd nun auch nicht fand, ich wäre ich ihm dankbar gewesen, wenn er mir ab und an mal, wie es bei meinen Freundinnen üblich war, eine geknallt hätte, mich angebrüllt hätte, oder sonstwie die Grenzen aufgezeigt hätte.
Aber er verfiel dann nur in (wenn es sein musste wochenlanges) Schweigen und überließ es mir, herauszufinden, was ich denn jetzt schon wieder verbockt hatte.
Gut das war damals le dernier cri in der Erziehung, aber ich finde immer, Eltern sollten Halt, Orientierung und Weisung geben und nicht die Kinder sich selber überlassen und dann beleidigt sein, wenn die Mist gebaut haben.
Aber wie gesagt, er hat ja auch seine Geschichte, sein Vater hat seine  Mutter nach einigen Jahren Ehe verlassen, nicht wegen einer anderen Frau, nein, weil es ihm zu stressig wurde mit den Kindern und überhaupt.
Gut, ich könnte jetzt noch zeilenweise weiter lamentieren, aber irgendwie hat ja wohl niemand den optimalen menschlichen Supervater und gerade meine Generation hatte viel unter den Vätern, die durch Krieg, Vertreibung und drgl um ihre Kindheit gebracht worden waren, zu leiden.


Deren Väter wiederum waren entweder gar nicht da, weil sie auf irgendwelchen Schlachtfeldern lagen bzw. an den Folgen gestorben waren und wenn  sie nicht gestorben waren, so hatten sie Schlimmes erlebt und vielleicht auch getan. (Soll jetzt kein Pauschalurteil sein, ist nur ein Versuch holzschnittartig zu beschreiben).
In der Folge sind Väter irgendwie außer Mode gekommen bzw. man hat in der Folge der Vaterlosen Gesellschaft (Mitscherlich) alle Autorität unter Generalverdacht gestellt.
Dabei leitet sich alle Autorität ja von der Autorität Gottes ab und es gehört zu den Eigenschaften des irdischen Jammertals, dass selbst die best gelebteste menschliche Eigenschaft, mit der wir Gott beschreiben, nur ein ganz schwaches, verdrecktes, verfälschtes  Abbild dessen ist, was Gott wirklich ist.
Will heißen und deshalb das Beispiel am Anfang: ja es gibt Gründe (zwar z.T schwer aufgebauscht) aber es mangelt weit und breit an echten Vaterfiguren, echten Männern im guten Sinn.
Und dann kommt das Credo und wir beten es jeden Sonntag “Ich glaube an Gott, den Vater……………..”
ja und vielleicht kann man es andersherum angehen, die Kritik an real existierenden Vätern, real existierenden männlichen Autoritätspersonen schweißt jede zufällige Gruppe zusammen, alle könne mitreden und alle wissen was verkehrt ist.
Und irgendwie steckt doch dahinter, die Sehnsucht, das Wissen, so wie wir es erleben, so ist es nicht richtig, es sollte anders sein.
Beim Nachdenken darüber wie das so ist mit den Vätern so scheint mir das meist anklagend erhobene Kennzeichen zu sein “Nie war er da, wenn er gebraucht wurde.  Nix hat er mitgekriegt, von mir!”
Dass er arbeitete und deshalb nicht da war, das ist aber nicht der Vorwurf, der Vorwurf ist, kaum war  er daheim, so war  er unterwegs, in irgendwelchen Vereinen,auf irgendwelchen Sitzungen, beim Sport. Mein Vater hat es immer gut gemeint, war deshalb z.B. ziemlich häufig Elternbeirat
Die Väter der Freundinnen waren im Musikverein, im Kirchenchor, im Pfarrgemeinderat (war ein katholisches Dorf, da hatte alles, auch der Sportverein was mit der Kirche zu tun) und dergl.
Irgendwie haben diese Geschichten mich zutiefst misstrauisch gemacht, gegen das berühmte Engagement der Laien.  Ist es bei mir im tiefsten Innern was, was die Väter von der Familie entfernt, und dass das heutzutage, unter dem Zeichen der Gleichberechtigung, auch für Mütter gilt, macht die Sache nicht besser.
Ja und jetzt bin ich beim Namen Gottes, der da lautet “Jahwe” und das heißt “Ich bin da!”.
Er ist ein Vater der da ist!
Dass er da ist, weil er mich liebt, das lehren die Theologen und dass er Vater ist, guter Vater, das erschließt sich auch nicht direkt und die Theodizee (also die Frage warum Gott der Allmächtige nicht eingreift, schreckliche Dinge zu lässt, scheinbar nicht hilft) ist alt und bisweilen so nahe, dass einem alle gutgemeinten, klassischen  Antworten wie Hohn vorkommen.
Auch stellt schon Hiob fest, dass es vorkommt, dass der Frevler mit hohen Ehren bestattet wird, während der Gerechte wie die Fehlgeburt im Sand verscharrt wird.
Das Vatersein Gottes, muss offenbart werden, es muss geglaubt werden und dann kann es einem immer noch gehen wie seinem Sohn, das man denkt er habe einen verlassen. Und doch schafft man dann nur aus dem Glauben den Sprung zu sagen “Vater ich empfehle mich in deine Hände”
Ich sage immer etwa spöttisch “Wenn Gott nicht gut wäre, dann könnte man nix dran machen. Er ist ja Gott und was will man schon gegen einen Gott unternehmen? Aber Gottseidank ist er mehr als gerecht (weil, wer könnte schon vor seiner Gerechtigkeit bestehen?) er ist gut”
Er ist unser aller  Vater. Er ist aber nicht so ein Vater, der ein Lieblingskind hat und dem alles zukommen lässt und die anderen können sehen wo sie bleiben.
Nein es gilt was Paulus im Römerbrief (11,32) formuliert:
Gott hat alle in den Ungehorsam eingeschlossen, um sich aller zu erbarmen. O Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Entscheidungen, wie unerforschlich seine Wege!
Und so kann man alle irdischen ungerechten, unfairen und unvollkommenen Väter ertragen, weil wir alle zusammen einen Vater im Himmel haben, der weil er der Allmächtige ist, einmal alles gut machen wird. So wie der irdische Vater das kaputte Spielzeug wieder ganz macht.
Und wenn der irdische Vater da auch oft die Erwartungen enttäuscht, der himmlische Vater tut das nicht, nur in Geduld üben müssen wir uns halt

Ich denke übrigens, dass all diese kitschigen Weihnachtsgeschichten, wo die Engel singen im Stall von Bethlehem, der Floh im Stroh das Kind nicht sticht und alle Armseligkeit vergoldet und verklärt ist,  versuchen genau das auszudrücken.
Es war ein absolutes Elend, wenige Kinder sind so geboren worden und doch war Gott der Vater da und deshalb war alles gut.

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