Sonntag, 16. Dezember 2012

Zwerge allein zu Haus: Ihre kleine Welt ist bedroht!


Hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen- aber ohne Schneewittchen

Ganz hinten in der hintersten Provinz in der Mitte Deutschlands, da wo die großen Städte weit weg sind, sind die Märchen zu hause. Es gibt weniger schöne Städtchen dort und einige schöne. Ein besonders schönes ist die Stadt der heiligen Elisabeth, dort wo sie ihre berühmte Kirche im Tal erbauen ließ und fortan wirkte. Ein Landgraf gründete eine Universität und versuchte damit seinen Bewohnern ein bisschen Bildung beizubringen. Das ging gut über die Jahrhunderte, doch wie das so ist, verunglückten in den späten 60ern dort ein paar LKWs, die Kanister voller roter Farbe geladen hatten. Sie  verloren ihre Fracht und diese Farbe ist nun unumkehrbar über das schöne Städtchen und besonders seine Universität gekommen.
Die Tücke dieser Chemikalie war aber nicht nur ihre Dauerfarbe, viele wurden durch sie auch zu Zwergen, die in früheren Jahren hinter den 7 Bergen einer geregelten Arbeit nachgingen und wenigstens eine Frau ernähren konnten.
Doch – auch hier haben sich die Zeiten geändert. Die Bergwerke wurden geschlossen und so kam es, dass die Zwerge sich in dieser Welt nicht mehr zurechtfanden und ihr kleines Häuschen fortan nicht mehr verließen. Seit Jahren hoffen sie nun darauf, dass Schneewittchen vorbeikommt, aber selbst der verfolgten Prinzessin war die Provinz zu viel Provinz und sie zog in eine der großen Städte, wo ihr die Anonymität Schutz vor der bösen Königin gewährte und sie Karriere machen konnte.



Die Zeit zieht dahin ins Land und einige Zwerge haben das Zwergenhaus inzwischen verlassen Die verbliebenen beschäftigen sich mit ihrem Aquarium und seinen seltsamen Fischen* und basteln sich daraus ein paar Lach- und Sachgeschichten, was man Neudeutsch auch „Klatschen und Watschen“ nennen könnte.
Es könnte also alles so schön sein, aber seit einigen Jahren wird es immer gefährlicher für die Zwerge. Gefahr droht für ihre kleine Welt:
Da gibt es eine Stadt im fernen Italien, aber in den Köpfchen der Zwerge ist sie sehr präsent. Von dort werden nämlich andauernd Menschen ausgesandt, die für die Zwerge einen großen Schrecken darstellen: "Fundis". Zuerst glaubten sie noch, dieser Bedrohung mit ihren üblichen roten Waffen entgegen treten zu können, stand der Gegner doch deutlich vor ihnen und hielt ihnen auch immer die andere Wange hin. Doch jetzt ist alles ganz anders. Sie wittern tödliche Gefahren, seitdem die kleinen Truppen, die aus der großen Stadt ausgesandt werden, immer schlagkräftiger werden. Seitdem fühlen sich die Zwerge umzingelt von großen „Fundi“-Internetportalen und von kleinen „Fundi“-Bloggern. Es sind deren viele und wenn sie glauben sie hätten mal einen „erwischt“, tauchen 5 neue wieder auf. Die kommen mit Booten, mit Pferden und anderen großen Tieren, sind unsichtbar und wortgewaltig. Immer schneller kommen  immer wieder immer mehr hinzu und es gibt kein Entrinnen für die Zwerge. In ihrer Furcht erfinden sie immer neue Schauergeschichten,  sprechen sich aber auch gegenseitig Mut zu. Manche - die Zwerge sind fast durchgehend heidnisch - haben sich abergläubischerweise wenn auch leicht verballhornte Heiligennamen ( wie z.B.eine niederdeutsche Form des Hl. Nikolaus) oder klerikal wirken Sollende in falschem Zwergenküchenlatein zugelegt. Sie erhoffen sich dadurch Schutz,
Durch ihre Fundi-Märchen, die sie ihren noch viel kleineren Zwergenkindern erzählen ( falls sie welche haben) versuchen sie, sich ihre Angst vor dem alles verschlingenden Fundi-Tsunami, den ihnen ihre mit sibyllinischen Kräften ausgestatteten Zwergen-Gurus vorhergesagt haben, wegzuphantasieren.

Wir aber rufen ihnen zu:
Heute ist der 3. Advent, der Sonntag Gaudete.
Freut Euch und fürchtet euch nicht!

*der seltsame Fisch ist inzwischen bekannt, deshalb verlinken wir ihn nicht. 

1 Kommentar:

  1. Orlando f.17.12.12, 09:50

    Nun sind Zwerge ja nicht gleich Zwerge, da waren die Heinzelmännchen zu Köln, hilfreiche Gesellen, da sind die Zwerge, die Frodo bei seiner Aufgabe mit dem Ring tapfer zur Seite stehen, aber: da sind auch die Giftzwerge.
    Zu dieser Kategorie gehören auf alle Fälle unsere bloggenden kleinen Freunde, die mit Natternaugen die blogozoese bespähen und, vielleicht liest es ja jemand, ihre amateursicherheitsdienstlichen Erkenntnisse anklagend in die Welt posten, eine Art Zwergen-Stasi.

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