Freitag, 25. Januar 2013

……….und an Jesus Christus seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn

Die Blogozese hat bekanntlich zum Jahr des Glaubens den Gemeinschaftsblog Ja des Glaubens angefangen, wo die Blogger anhand des Credos bloggen.
Für Januar ist der Satz "[Ich glaube] an Jesus Christus seinen eingeborenen Sohn, unseren Herr" dran.
Hier meine Gedanken dazu:

Tja, das sagt sich so leicht und man ist  es, egal ob supergläubig oder eher religiös uninteressiert erzogen, von Kindesbeinen an gewöhnt, Christus ist der Sohn Gottes, sein eingeborener.
Frischer Wind hat zum Wort” eingeboren” erhellendes geschrieben, das will ich hier nicht wiederholen, nur verlinken.
Nun, weiß man, es wurde da erbittert drum gestritten, wie das so ist mit der Dreifaltigkeit , und auch wenn ich mir einfach denke:
“Je nun, Gott ist halt Gott und der kann und muss ja durchaus nicht menschlich sein, weil, wenn er rein menschlich wäre,. dann wäre er nicht Gott”
So macht es mir keine Probleme, einzusehen, dass der Vater immer schon den Sohn zeugt. Es also nicht mal so war, dass da zuerst Gott war, dem dann langweilig wurde und dann zeugte er seinen Sohn aus sich selber, und weil die beiden sich ja mochten, so ging als gegenseitige Liebe da dann als nächstes der Geist hervor und dann machten die sich ans Werk und bastelten aus dem Nichts die Welt.
So verlockend es ist, etwas respektvoller und mit wohlgesetzten Worten so zu denken, so sagen uns die Theologen “ist nicht” Vater, Sohn Heiliger Geist sind schon immer, Gott ist schon immer der dreifaltige.
Auch wenn ich kapiere, dass es kompliziert ist, so macht es mir doch keine Probleme, obwohl ich das große Glaubensbekenntnis. mit seinem: …. Gott, von Gott, Licht von Licht……….. irgendwie schöner, philosophischer und metaphysischer finde  So ist sagt das Wort von dem Gottssohn zunächst mal für mich :
Jesus ist von derselben Art, wie Gott, er ist Gott.
Womit ich aber dennoch Probleme habe ist der Begriff Sohn.


Man sagt das so, und betont immer wieder Sohn gibt es nur, in Beziehung zum Vater.
Bei normalem Menschen gibt es Sohn auch in Beziehung zur Mutter, aber das Credo meint eindeutig, dass Christus. als die zweite Göttliche Person, der Sohn der ersten göttlichen Person, eben Gottvaters ist.
Soweit so gut nur, wenn ich mir die Vater Sohn Verhältnisse in meiner unmittelbaren Umgebung angugge, so gibt das wenig positives her.
So und jetzt wollte ich eigentlich lang und breit über all die gestörten Vater-Sohn Verhältnisse im Verwandten- und  Freundeskreis berichten, aber ich lass es besser, weil, Hand aufs Herz, jeder kennt das ja.
Die von den Söhnen enttäuschten Väter, die von den Vätern, ob deren hohen Erwartungen, enttäuschten Söhne, die Sprachlosigkeit und einfach all die Missverständnisse.
Manchmal gibt es ja gute Vater-Sohn Verhältnisse, ich kenn so eins, aber da sind auch 1000 km dazwischen und der Sohn ist ein Muster an Geduld und Versuch, es dem Vater recht zu machen, aber, wen wundert es, der Vater ist trotzdem nicht zufrieden
Tja und so ähnlich oder anders, aber genauso wenig prickelnd sieht es aus, wohin man guggt, Auch die griechischen Sagen kennt das miese Verhältnis von Vätern und Söhnen auch schon bei den Göttern. Kronos tötet seinen Vater Uranos, verschlingt seine eigenen Kinder und wird schließlich von seinem eigenen Sohn entmachtet.
Es soll in der Antike genug Könige gegeben haben, die ihre Söhne massakriert haben, Nero und Herodes und was weiß ich wer sonst noch und Söhne, die die Väter ausgetrickst haben.
Bei den Patriarchen verärgern schon 2/3 der Söhne Noachs ihren Vater, es trickst Jakob seinen Vater Isaak aus, und als Jakob den Segen weitergeben muss, so fallen die 3 ältesten Söhne, wegen Nichterfüllens der Erwartungen des Vaters, aus.  So wird das Haus Juda Träger der Verheißung und nicht das Haus Ruben, oder Levi oder Simon, wie es in der Antike wegen des Erstgeborenenrechtes Recht gewesen wäre,
Es wird auch unter dem Christentum das Verhältnis nicht besser, Franziskus und sein Vater, ist nicht das einzige Beispiel wo Väter sich dem Ruf Gottes an ihre Söhne in den Weg stellten, (auch wenn es in Heiligenlegenden oft eher implizit gesagt wird)
Dennoch trotz all der schwachen und unbefriedigenden Vater-Sohn Kisten im eigenen und fremden Leben, bleibt, die Szene  wo Aeneas seinen greisen Vater Anchises auf den Schultern aus dem brennenden Troja trägt. Da hat einfach was, was Wahres, Edles, Richtiges.
Und es was für sich, wenn einer der neuen oder auch alten Väter, die wir so am Start haben, sich für seinen Sohn einsetzt, mit dem Sohn Fußballspielen geht, oder beide den gleichen Kampfsport betreiben.
Und auch die gute alte Zeit gibt da nix her.
Mein Vater hat auf seine schnoddrige Art immer gesagt:
“Ich halte es ja für meine Pflicht als Vater im Elternbeirat und dergleichen zu sein, aber irgendwie drücken sich die Väter das mehrheitlich davor. Egal in welcher Schule, überall kommen nur die Mütter zum Elternabend. ”
Ja gute Beispiele sind dünn gesät und trotzdem hat der Klang Sohn irgendwie was sehr, sehr Gutes.
Es ist, wie wenn das Versagen auch daher kommt, das die Partitur so schwer ist. Betrachten wir jetzt aber Christus als Sohn, dem ja, der Gehorsam gegenüber dem Willen des Vaters, nix wie Ärger einbringt, zum Schluss gar den grausamen Tod am Kreuz.
So ist Sohn sein, doch was anders, als die “frommen Bücher für Kinder” aus meiner Jugend suggerierten, wo die Väter alle gut, die Kinder manchmal nicht so gut, aber das Hören auf den Vater dann doch dafür gesorgt hat, dass alles gut (weltlich gut, wobei möglicherweise hier eine der  Wurzeln der aktuellen Glaubenskrise liegt) geworden ist.
Ich versteh die Absicht hinter den Büchern, aber darum geht es grad nicht.
Jesus zeigt es, dass das Sohn sein, das perfekte und richtige Sohn sein, einem den Ärger nicht erspart.
So  bleibt das uralte Problem, wenn wir über Gott sprechen,
Wir brauchen Begriffe, die wir kennen, die Assoziationen wecken, die uns vertraut sind und die dennoch, eben weil sie Begriffe der Menschen sind, Gott nicht gerecht werden.
Aber es ist auch keine Lösung, dann eben nicht von Gott und über Gott zu sprechen, insbesondere, da ja sein Sohn als Mensch gekommen ist und somit unseren Begriffen und Kategorien entsprochen hat.
Und er hat sich selber als Sohn des Vaters bezeichnet.
Der Vater des Johannes sagt von diesem  “……. er wird das Herz der Väter den Söhnen zuwenden…………”
Mich fasziniert das immer, insbesondere, weil wir es ja immer und immer erleben, das es heutzutage (und wohl schon immer s.o.) eher anders ist.
So bleibt wohl, wenn wir Sohn sagen, dann ist es (eben wegen all unserer Erfahrungen) wie ein Schauen in einen (antiken) Spiegel, unklar und  verschwommen.
Aber es geht ja nicht darum, wie ich Christus definiere, es geht darum wie er sich definiert.
So bleibt, das was immer bleibt, wenn wir von Gott und den Menschen sprechen, das Kreuz, das Leid, das Aushalten und durchtragen und doch wissen, es ist der Wille des guten Gottes, der es nicht, wie eben normale Väter “gut meint”; sondern das Gute schafft, nur Gutes schafft und wenn er das Böse zulässt, es deshalb tut, weil daraus das Gute werden kann.
Und das ist zu glauben, das kann man nicht wissen.
Gerade als Mensch unserer Zeit, habe ich persönlich (das Zeugnis sei mir gestattet) die üblichen nach 68′er Probleme mit meinen Eltern und jeder, der mal irgendwie in den Bereich Altenpflege geschnuppert hat, weiß ich bin da eher mainstream.
Auch wenn, das sei hier auch gesagt, es fantastische Söhne und Töchter gibt.
Und Christus kommt jetzt nicht und redet dem Aufstand das Wort, nein er trägt es durch auch bis hin zur absoluten Gottverlassenheit.
So finde ich, der Begriff Sohn vernebelt (eben wegen der menschlichen Erfahrungen, die im Widerspruch zu den Moralanweisungen für liebe Kinder stehen) fast mehr, als er erhellt, andererseits erteilt Jesus höchstpersönlich all den aktuellen Bestrebungen das Verhältnis Vater-Sohn auszuhebeln -auch durch die Erleichterung der Scheidung, durch die Propagierung und Lobhudelei der Patchworkfamilien (“Ach ja der Karl-Egon ist ja nicht der Vater, aber der kümmert sich ja so liebevoll…” was so lange geht bis Karl-Egon von Otto-Dieter abgelöst wird) eine eindeutige Abfuhr.
Vater ist nicht der, der uns gut tut, sondern erstmal der, der es ist. Sohn sein suchen wir uns nicht aus, wir sind es und es stellt eine Aufgabe dar.
Und hier und nur hier ist es völlig klar, dass all die wohlgemeinten feministischen Insistiereien  auf den Schwestern und Töchtern (wie ja in der letzten Ausgabe des Gotteslobes Buchstabe geworden, “Lasst uns loben, Schwestern loben…….”) daneben sind.
Gott ist nicht Mensch geworden, um sich unseren Kategorien anzupassen, nein er hat sich unseren Kategorien unterworfen, damit wir sie übersteigen können. Und deshalb ist die Richtung all dieser ” gerechten Sprache-Menschen”, gerade im Sprechen von Gott eben verkehrt, weil sie nicht nach oben strebt, sondern in der Horizontalen bleibt.
Die Treue durchgehalten bis in den grausamen! Tod, die bringt die Herrlichkeit der Herrlichkeit, so ist Christus der Garant und Mahner für die Familie, auch wenn es anders ist, als die katholischen Kitschgeschichten aus den 50ern und 60ern suggerieren.
Es geht nicht um irgendwelche süß-sauren, bürgerlich wohlanständigen, moralinsauren, durchzuhaltenden Verhaltensregeln, nein es geht um die Liebe und das, was der Volksmund so ausdrückt “Blut ist dicker wie Wasser”.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Mit dem Posten eines Kommentars erteilen Sie die nach der DSGVO nötige Zustimmung, dass dieser, im Falle seiner Freischaltung, auf Dauer gespeichert und lesbar bleibt. Von der »Blogger« Software vorgegeben ist, dass Ihre E-Mail-Adresse, sofern Sie diese angeben, ebenfalls gespeichert wird. Daher stimmen Sie, sofern Sie Ihre email Adresse angeben, einer Speicherung zu. Gleiches gilt für eine Anmeldung als »Follower«. Sollten Sie nachträglich die Löschung eines Kommentars wünschen, können Sie dies, unter Angabe des Artikels und Inhalt des Kommentars, über die Kommentarfunktion erbitten. Ihr Kommentar wird dann so bald wie möglich gelöscht.