Mittwoch, 27. Februar 2013

Questa Fortuna!

So rief eine Frau die hinter uns stand laut aus, und dann sahen wir, was die Frau gemeint hatte: Zum zweitenmal an diesem Vormittag fuhr Papst Benedikt "zum Greifen nah" an uns vorbei. Er winkte und segnete uns, während er von den mehr als 200.000 auf dem Petersplatz bejubelt wurde.
Alles hat gepasst an diesem Tag. Das Wetter, über das sich nicht nur die Pilger freuten, auch der Papst freute sich über den strahlenden Sonnenschein und die wärmenden Sonnenstrahlen.
Und dabei schien gestern alles noch so grau und trostlos. München versank im Schnee und es war fast keine Aussicht, dass auch nur ein Flieger pünktlich landete oder abflog. Aber es klappte. Unsere bis auf den letzten Platz besetzte Alitalia-Maschine hob wegen der langen Enteisungszeit mit etwas Verspätung ab, landete aber fast pünktlich in Rom. Was für ein Segen: klarer Himmel in Rom und ein ganz warmer Empfang in der "Casa Tutzing", wo wir von den Nonnen herzlich aufgenommen werden.

Ein frühes Frühstück an diesem Morgen und los geht's in Pilgerbüro, wo die Tickets für die Generalaudienz auf uns warten. Wir waren früh genug dort, und so bekamen wir die Tickets ausgehändigt, bevor sich eine Warteschlange bilden konnte. Es schien unser Tag zu werden.. Auf dem Weg von San Angelo zum Petersplatz wurden wir nur von einigen roten Ampeln aufgehalten - als wir dort ankamen, waren noch viele gute Plätze frei. Wie schön! Fast an der Absperrung, wo der Papst ganz sicher vorbeikommen würde! Schnell füllte sich unser "Quadrat - mit Franzosen, Italienern, Portugiesen, Slowaken, Japanern und natürlich ganz vielen
Bayern, die an diesem Tag überall präsent waren. "Dahoam" war heute überall. Fast zweieinhalb Stunden Wartezeit waren zu überbrücken und so genossen wir erstmal die Sonne, die uns warm ins Gesicht schien. Ein Münchner TV- und Radioteam saß direkt vor uns. Bald tauchte eine Reporterin der Augsburger Allgemeinen auf und hat uns interviewt, sie wollte wissen, warum wir diesen Papst so toll finden. Haben wir ihr gesagt und lassen uns jetzt überraschen, was sie darüber schreibt. "Papstkritiker" wird sie wohl an diesem Tag eher keine gefunden haben.
Endlich war es soweit: Die Orgel verkündete, dass der Papst auf dem Petersplatz eingetroffen ist. Lauter Jubel erfüllte den Platz, während der Papst im offenen Papamobil vorbeigefahren wurde.
Und wir hatten Glück: Wir standen direkt an der Absperrung - und ich konnte mir unter den bösen Blicken der Besitzerin noch einen Stuhl zum Draufsteigen schnappen und stand dem Papst fast Auge in Auge gegenüber - bewaffnet mit einer Bayern-Fahne, die mir ein Herr aus Altötting noch in die Hand gedrückt hatte. Da wollte ich natürlich keine Kamera dazwischen lassen und deshalb gibt's auch keine Fotos.
Es dauerte nicht lange, als die Frau hinter mir rief "Questa Fortuna!" Ja und es war tatsächlich ein großes Glück, dass der Papst ein zweites Mal bei uns vorbeifuhr! Unvergesslich! Und ein ganz großer Moment, der den Abschiedsschmerz ein bisschen kleiner macht!
Bald darauf begann die Audienz, in der der Papst seine Entscheidung noch einmal begründete und immer wieder von Beifall unterbrochen wurde.

Das letzte gemeinsame "Pater noster" der letzte "Apostolische Segen" ... dann war's vorbei und wir waren froh und glücklich, dass wir dabei waren.

Der BR hat den Tag in diesem Video zusammengefasst

Kommentare:

  1. »Non solo fortuna ma benedizione«

    Nicht nur Glück sondern Segen - ich freu' mich für Euch und die Eindrücke, die Ihr von diesem ganz speziellen Tag mit nach Hause nehmen dürft.

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    1. Es war wirklich ein großer Moment, ihn noch einmal so nah zu erleben.
      Für diesen Moment hat sich der ganze Reisestress gelohnt !!

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