Freitag, 1. März 2013

Adieu oder eine Hommage an den Theologen Ratzinger , der mir meinen Weg in die Kirche geöffnet hat

Der Stuhl Petri ist vakant. Ich könnte heulen,
Wie Thermometer bezeugt, hat auch ihm der "Panzerkardinal  Ratzinger" den Weg zur Kirche geöffnet und er ist nicht der Einzige.
Ich erinnere mich, wie ich mal mit dem Buch "Salz der Erde" unterm Arm an der Kirchentür stand. Eines der Mitglieder des Modernistenvereins sagte "Was liiieeest denn du da? (kopfschüttel, arrogant gugg)" und dann  "Leihst du mir das? Man muss ja wissen was der Feind so denkt?"
Ich hab's ihm geliehen! Und jetzt fährt er immer sehr weit um eine liturgisch vernünftige  Messe zu besuchen!
Ja mir ging es auch so, Ratzinger das ist nogo, das ist vorkonziliar und eben "kannste vergessen".
Ja und dann hab ich, wie viele andere,  was von ihm gelesen, das Buch  "Wahrheit, Werte, Macht".
An einem obsukuren katholischen Büchertisch gekauft, eigentlich um mir meine antigutkatholischen Vorurteile bestätigen zu lassen. Angefangen zu lesen und plötzlich wurde mir klar, "In dieser Welt ist Sinn!". Seitdem alles gelesen was es von Kardinal Ratzinger gab.
So fassungslos mich der Rücktritt macht, weil  "ein Papst tritt nicht zurück!" das hat es noch nie gegeben, auch wenn es es schon gegeben hat!
So wenig überrascht es mich von der Theologie des Joseph Ratzinger her.
Er hat es schon gesagt, als er noch Kardinal war, in "Salz der Erde" und es stimmt, ach lassen wir das.
Ich weiß das Kardinal Ratzinger ein großer Fan von Romano Guardini  war und von Guardini gibt es in "Ende der Neuzeit"* den  wundervollen melancholischen Schlusssatz der da lautet:


Die Einsamkeit im Glauben wird furchtbar sein, die Liebe wird aus der allgemeinen Welthaltung verschwinden.Sie wird  nicht mehr verstanden noch gekonnt sein. Umso kostbarer wird sie werden, wenn sie vom Einsamen zum Einsamen geht. Tapferkeit des Herzens, aus der Unmittelbarkeit zur Liebe Gottes.......Vielleicht wird man diese Liebe ganz neu erfahren: Die Souveränität ihrer Ursprünglichkeit, ihre Unabhängigkeit von der Welt, das Geheimnis ihres letzten warum. (R. Guardini, Das Ende der Neuzeit, S 117/118)  

Dazu passt das Wort von der  "Hoffnung gegen alles Hoffen"
und ja in diesem Sinn denke ich mal, geht der Rücktritt.
Entweltlichung eben.
Immer wenn ich Guardini lese, höre ich die Stimme Papst Benedikts.
Und es ist so schwer zu sagen, ja Guardinis Hauptanliegen war, den eschatologischen Ernst, zu verkünden. Es ging ihm nicht um billige Weltuntergangs Schwarmgeistermystik, nach dem Motto "Naja wenn der Herr dann kommt, dann erlöst er uns von all den bösen Leuten um uns rum und wir, wir sind ja eh die Guten". Nein es ging Guardini um den Ernst der Liebe Gottes, die sich in Christus offenbart und darum, dass das Reich Gottes nicht von dieser Welt ist und die Christen das sehr gerne vergessen, dass Christus nicht gekommen ist um uns zu lehren, wie man sich in dieser Welt häuslich einrichtet.
Ja und jetzt hör ich auf, weil ich fürchte, diesen Schritt, diese Realität zu zerreden.
Folgen wir dem Joseph Ratzinger ins Schweigen.

Und noch was der Satz, der für mich die Dinge geradegerückt hat, und wirklich genuin christlich ist, der fiel in Freiburg und lautete:
Agnostiker, die von der Frage nach Gott umgetrieben werden; Menschen, die unter ihrer Sünde leiden und Sehnsucht nach dem reinen Herzen haben, sind näher am Reich Gottes als kirchliche Routiniers, die in ihr nur noch den Apparat sehen, ohne dass ihr Herz davon berührt wäre, vom Glauben. 


* (es geht Guardini dadrum dass die Antike schon lange vorbei ist, die Zeit des Humanismus zu Ende geht und was Neues kommt, das von einer ungeheuren Macht über die Produktivkräfte geprägt ist und dass davor, all das was vorher war, offensichtlich  wenig zählt. Dass vor diesem Neuen das was christliche Kultur ist, nicht bestehen kann. Und dann sagt er (Gaurdini)  aber auch da, wo der Mensch offensichtlich an die Erfordernisse der Technik angepasst wird, sich anpasst,(was er als das Kennzeichen, dieser am Horizont seiner Zeit (ca 1930) dräunenden Zeit sieht) ist Heilszeit. Und es kommt in dieser Zeit, daruf an, worauf es immer ankommt, diese Zeit für Christus zu gewinnen).


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