Dienstag, 19. März 2013

Mediensplitter - was wirklich "wichtig" war!


Es war vorauszusehen:
Auch zur Einführungsmesse von Papst Franziskus hatten die Medien ihre intelligentesten Vertreter ausgesandt, damit sie dem unwissenden Volk von der heiligen Messfeier aus Rom berichten konnten. Ich habe mir mal 3 rausgegriffen. Kennt man die, kennt man alle. Wie überall war die Mode das beherrschende Thema. 
Was trägt er? wurde dann auch groß überall gefragt.
Im Mittelpunkt standen: 
Die roten Schuhe - fast schon ein Reizthema. So war es denn auch.
Die SZ schreibt z.B. "Franziskus trägt gewöhnliche schwarze Schuhe anstelle der roten Slipper des Papstes." Und auch beim SPON weiß man "...bald auch die Begeisterung darüber, dass er seine Rechnungen selbst bezahlt, zu Fuß geht, keine roten Schuhe trägt."
Da kann auch Welt-Online nicht zurückstehen: "Welche Schuhe trägt der Papst? Die Frage stellen sich einige italienische Beobachter. Vorgänger Benedikt XVI. zog sich edle rote Mokassins an."
Nun, die Schuhfrage war schnell geklärt und eine Welle der Erleichterung ging durch die deutschen Medienvertreter: "Schwarze Schuhe"! 


Zweites Thema war das Messgewand: Einfach und weiß!, und die SZ berichtet "Nur ein schmaler goldener Streifen ziert Messgewand und Mitra,"und weiter: "Benedikt XVI. feierte seinen Antrittsgottesdienst in einem prunkvollen goldenen Messgewand, mit goldener Mitra." 
Da ist es ja schon fast ein Wunder, dass sie doch noch merken, dass es "der Vorgänger" des jetzigen Papstes war, der in seinem Papstwappen die Krone durch eine Mitra ersetzt hat. Damit waren alle Modefragen abgehandelt und man konnte sich dem erweiterten Themenkreis der Bescheidenheit zuwenden, die sich darin zeigte, dass der Papst in einem offenen Wagen fuhr.
Und der SpOn muss bei der Amtseinführung von Papst Benedikt gar "Panzerglas" gesehen haben, denn Herr Wensierski schreibt: "Er brach alle Regeln des Sicherheitskonzepts, verzichtete auf Panzerglas, verließ spontan sein Gefährt, um Menschen zu berühren." 
Ich werde mir demnächst wohl eine neue Brille kaufen müssen, denn ich habe bei der Amtseinführung von Papst Benedikt kein Panzerglas gesehen.
Nachdem Mode- und Autofrage so viel Raum einnahmen, war der Bedarf an Sensationen gedeckt. Deshalb konnten die eifrigen Reporter von SPON, WON und SZ bei der Predigt nicht richtig zuhören. In den Zusammenfassungen der Predigten liest man nur, dass Papst Franziskus von Barmherzigkeit gepredigt habe, von Ökologie und Natur - also genau das, was der Papst als eine NGO bezeichnet hatte, wenn man den Glauben an und die Liebe zu Christus vernachlässigt. Vor allem hörten sie nicht, dass Neid, Hass und Hochmut nicht gut für die Menschen und die Schöpfung seien.
Aber vielleicht ist es auch gut, dass sie den Rest nicht hören wollten, sonst hätten wir heute schon mit den ersten Angriffen zu rechnen und es tut doch mal gut, dass auch die MSM unseren Papst und unsere Kirche loben. Dass sie das nicht lange aushalten, konnte man dann sehen, wenn man den SPON-Artikel weiterlas. Da ging der gute Mann in bekannter Manier gegen die sog. "Konservativen" vor: "Die ultrakonservativen Katholiken haben derzeit Mühe mit der Papsttreue. Die Revolutionierung der päpstlichen Umgangsformen hat bereits viele der bisherigen Ratzingergetreuen erschüttert." Und zum Beweis dieser Tatsache kramt der gute Herr Wensierski in einem Pensionistenclub:  "Die Ausstrahlung des neuen Papstes reaktiviert viele der etwa 70-jährigen Priester aus der Konzilsgeneration, die jahrelang an den Rand gedrängt wurden. Plötzlich sind sie in der ungewohnten Rolle der Papsttreuen." Sie kommen halt in die Jahre, die Alt68er - das ist nicht mehr zu verheimlichen - einfach nur ewiggestrig. Kein Wunder, dass sie mit der Verkündigung Benedikts nichts anfangen konnten:
Wie rief er doch bei seiner Einführungsmesse 2005 in die Welt hinaus:

"Die Kirche lebt und die Kirche ist jung!"

2 Kommentare:

  1. Da wird Daniel Deckers von der FAZ aber gar nicht erfreut sein, daß er in dieser Aufzählung nicht erwähnt wird, obwohl er doch alle Kriterien erfüllt. Er dilettiert ebenfalls in Modefragen, vergaloppiert sich auch sonst völlig.Als ausgewiesener Ratzingerhasser hat er ja nie viel Zurückhaltung gezeigt- aber jetzt sind die eh schwachen und niedrigen Dämme eines nicht wirklich akzeptierten Berufsethos bei dem irgendwann auf der Strecke gebliebenen Lehmann-Schüler komplett gebrochen, der letzte Rest Realitätsinn ist abhanden gekommen. Das Ressentiment ist nun allein federführend.
    So hält er jubilierend allen Ernstes Papst Franciscus für einen Befreiungstheologen, sieht in seinen Fieberphantasien schon die alten, abgetakelten Konzilstheologen zu neuen Ehren und Posten in der Römischen Kurie emporschweben. MAn fragt sich, was wird er tun und schreiben, wenn er wahrnimmt, was der neue Pontifex wirklich sagt und tut? Wir wissen ja, daß ideologischen Scheuklappen lange vor der Wahrnehmung der Realität schützen können- aber nicht ewig.
    Armer Daniel !

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  2. ElizaBerlin20.03.13, 23:31

    Dass der Herr Wensierski nicht nachdenkt, was er schreibt, ist aber wirklich peinlich. Die Ausstrahlung des neuen Papstes reaktiviert viele 70jährige Priester? Na, da können wir ja hoffen, dass Papst Franziskus diesen Text nicht zu lesen bekam. Denn um 70jährige zu reaktivieren, ist er sicher nicht Papst geworden. Und ein solcher Satz wir ihm auch mit Sicherheit nicht gerecht.

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