Donnerstag, 21. März 2013

Papstinauguration in Rom .... ... und Pisa lässt grüßen.


Eigentlich wollten wir uns ja über die Texte der Medien, die uns in den letzten Tagen präsentiert wurden, gar nicht mehr auslassen ... da wird geschrieben, damit da was steht und das uninteressierte Publikum unterhalten werden kann. Da dürfen dann auch schon mal die Praktikanten und Volontäre ran und ich muss zugeben, diese Versuche  waren  besonders in den „Live-Tickern“ so voller unfreiwilligem Witz, das wollen wir unseren Lesern nicht vorenthalten.
Beginnen wir mit dem Focus-Liveticker:

11.22 Uhr: Die Kardinäle gehen, begleitet von Gesang, in den Petersdom zurück. Auch Franziskus folgt ihnen. Er wird vor dem Papstalter die Grüße der rund 130 offiziellen Delegationen entgegennehmen. Dann gehen alle ins Gästehaus Santa Marta, wo ein gemeinsames Mittagessen wartet.
11.14 Uhr: Manche Pilger können sich das ein oder andere Tränchen nicht verkneifen.
11.01 Uhr: 500 Priester schwärmen aus, um den anwesenden Christen die Kommunion auszuteilen. Erkennungsmerkmal: Ein weiß-gelber Schirm.
10.46 Uhr: Beim Hochgebet treten außer Franziskus auch andere Kirchenvertreter ans Mikrophon, darunter Kardinaldekan Sodano, der für die die ganze Gemeinde betet.
9.43 Uhr: Protodiakon Jean-Louis Tauran überreicht Franziskus das Pallium, der mit roten Kreuzen bestickte Wollschal – ein Symbol für das Leiden Christi.
9.33 Uhr: Begleitet von gesungenen Gebeten geht der Papst wieder auf den Petersplatz hinaus.
9.25 Uhr: Franziskus schreitet im Petersdom zum Grab des Hl. Petrus, wo er kurz innehält und betet. Währenddessen werden bereits die Insignien der Macht, den Petrusring und das Pallium, bereitgehalten. Das Pallium ist ein rund zehn Zentimeter breites Band, das aus Lammwolle gefertigt ist und an das Hirtendasein des Papstes erinnert.
9.03 Uhr: Franziskus unterstreicht seine Volksnähe: Als er ein kleines Mädchen aus der Menge gereicht bekommt, gibt er ihm einen herzhaften Kuss auf die Backe.

Über die Kleinigkeiten lassen wir uns nicht aus, aber die große Frage bleibt doch: ist das Pallium ein Hirtensymbol oder eine Machtinsignie oder erinnert es an das Leiden Christi?

Die Volontärin, die sich bei der SZ um die Ausgestaltung des „Live Tickers“ kümmerte hatten wir ja schon mehrfach zitiert, aber ich denke, dieses Highlight von Qualitätsjournalismus muss der Nachwelt erhalten bleiben:
"11:30 Uhr Messe endet mit Lobgesang
Zum Gesang des Sanctus endet der feierliche Gottesdienst zur Amtseinführung des neugewählten Papstes. Vor dem Grab des heiligen Petrus, wo vor zwei Stunden die Messe begann, nimmt Franziskus die Glückwünsche der Ehrengäste entgegen. ...."
Dieser Beweis der Uninformiertheit wundert mich eigentlich nicht mehr, wenn ich dann im Profil der Autorin nachlese, dass sie sich sonst um „Rotlicht, Blaulicht und Blitzlicht“ kümmert. Nun denn.

Ich dachte schon, damit ist die Sache abgehakt, wenn mir nicht gestern die folgenden Sätze zugelaufen wären:
...  dass manche Elemente in der Kleidung Benedikt XVI. einen konservativen oder gar traditionalistischen Eindruck vermittelten. So hatte Benedikt etwa vermehrt das sogenannte "Rochett" getragen, ein weißes besticktes Leinengewand, das vielen Katholiken unter dem Begriff "Gardine" bekannt ist und das auch Gruppierungen wie die Piusbrüder bevorzugt verwenden.


Und ich sage auch, wem dieser unsägliche Vergleich mal wieder eingefallen ist. Das steht natürlich in einem Artikel auf katholisch.de, wo man sich die kleinen oder großen Seitenhiebe gegen Papst em. Benedikt XVI nicht schenken will, im Gegenteil, man bekommt den Eindruck, dass jetzt von offizieller Seite zum Sturm auf ihn geblasen wird. 
Und die Verbindung mit den Pius-Brüdern ist natürlich besonders infam.  Gut, dass es auf der Facebook-Seite von katholisch.de schon zu entsprechenden Kommentaren gekommen ist – allerdings nicht so viele, weil diese Facebook-Seite nicht so stark frequentiert ist.

Es zeigt sich aber, dass die kirchenfernen und kircheneigenen Medien – weiterhin für viel Arbeit auf unserem Beiboot sorgen werden. Wir werden also wachsam bleiben und unsere Waffen einsatzfähig halten müssen.

Update:


Nach den diversen Hinweisen in Facebook-Kommentaren, hat katholisch.de den Text jetzt geändert:
"... dass manche Elemente in der Kleidung Benedikt XVI. einen konservativen oder gar traditionalistischen Eindruck vermittelten. Bei päpstlichen Messen hätten die Zeremoniare etwa vermehrt eine reich verzierte Form des sogenannten "Rochetts" getragen, ein weißes, besticktes Leinengewand, das vielen Katholiken in dieser Ausführung unter dem Begriff "Gardine" bekannt ist. Es ist nach Angaben Nersingers eher in konservativen Kirchenkreisen verbreitet".
Zumindest haben sie die Verbindung Papst Benedikt - Pius-Brüder rausgenommen.


1 Kommentar:

  1. Sind schön diese Rochetts, das sollte man auch mal feststellen.
    Sagt doch Dostojewski "Die Schönheit wird die Welt retten!"

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