Montag, 25. März 2013

Sei kein Spießer – sei katholisch!


Donnerstag – Talkshowtag. Ein Blick ins TV-Programm ließ Schlimmes ahnen. Energie- und Klimakatastrophe und dazu das überhebliche Gegrinse des Grünen Kandidaten JT.

Da kam der Tipp einer Mitbloggerin gerade recht: Michael Ragg interviewte am gleichen Abend in seiner „Domspatz-Soiree“ den Wallfahrtsdirektor von Maria Vesperbild, Prälat Wilhelm Imkamp. Und ich wurde nicht enttäuscht. Deshalb stelle ich das Resümee mal an den Anfang. Nach dem Ende der Veranstaltung war ich richtig gut drauf und freute mich, dass ich noch genauso begeistert von meiner Kirche bin, wie ich es war, als ich vor 7 Jahren konvertierte.
Der Mann hat einfach Feuer und einen so festen Glauben, dass es einfach nur eine große Freude ist, ihm zuzuhören.

Die Zuhörer, die gekommen waren, trieb das Gleiche um, wie mich. Was wird aus unserer Kirche nach dem Rücktritt von Benedikt XVI und der Wahl von Franziskus?
Das war auch die erste Frage, die Michael Ragg an Prälat Imkamp richtete. Der ging zunächst einmal darauf ein, dass die Befürchtung, dass die Kirche an Bedeutung verliert, durch den Papstrücktritt und die Wahl des „Neuen“ widerlegt wurde. Selten habe ein solches Medieninteresse bestanden. Mehr als 5000 Journalisten, die Rom belagerten, hätten jede Kleinigkeit berichtet und die Kirche sei Hauptthema in allen Nachrichtensendungen gewesen. Die Kirche habe den Wechsel sehr gut hinbekommen und das sei in der Welt sehr gut aufgenommen worden. Das zeige, an uns kommt keiner vorbei. Auf die Frage, wie er denn den neuen Papst sehe, antwortete Prälat Imkamp, dass ihm zuerst der große Humor des neuen Papstes aufgefallen sei. Dann ging er ein auf Benedetto, dass er die Kirche halt durch seine Intelligenz, seinen Geist und seinen Glauben geführt habe. Und dass die Kontinuität zu Franziskus jetzt darin bestehe, dass Franziskus ein sehr frommer Mann sei, sehr Mariengläubig und dass er die Volksfrömmigkeit in den Mittelpunkt seines Pontifikats stellen werde.

Sein wichtigeres Anliegen war aber die Kirche in Deutschland, der Gremienkathalozismus und was von dort noch zu erwarten ist. Ich kann das gar nicht wiedergeben, denn es  ging so schnell und es folgte Knaller auf Knaller.... Wir dürfen uns also schon jetzt auf das neue Buch von Prälat Imkamp freuen, das derzeit in Arbeit ist und unter dem obigen Titel „Sei kein Spießer – sei katholisch“ im Sommer erscheinen wird. Da wird er sicher in seiner direkten Sprache auf das Thema eingehen. 
Als Michael Ragg ihn nach dem „Spießer“ befragte, antwortete er: „Der deutsche Spießer trägt Turnschuhe, wählt grün, glaubt an den Klimawandel und trennt seinen Müll“. Damit hatte Prälat Imkamp die Lacher auf seiner Seite und ergänzte, dass er nichts gegen das Müll trennen an sich habe, aber das überlegene Gefühl, das mancher dabei entwickle, ginge dann doch etwas zu weit.
Und überhaupt die Grünen. Er scheint sie genauso zu „lieben“ wie ich. Denn er sprach von einigen besonders kirchenkritischen Grünenmitgliedern „Wenn Herr Beck von den Grünen die Position der Kirche gut findet, machen wir etwas falsch.“
Er ging dann noch mal auf die Bundestagsrede von Papst Benedikt ein und dass sie von den Abgeordneten keiner verstanden habe, aber dass es wohl die intelligenteste Rede gewesen sei, die jemals dort gehalten wurde.

Katholisch sein, sei heute nonkonformistisch und wir sollten uns darüber freuen, anstatt uns zu verstecken. Wir sollten unseren Glauben bekennen und nicht in etwa sagen „Ich bin zwar katholisch, aber ......“.
Das ganze Interview war eine einzige Wohltat und es war gut, dass EWTN mit Mikrofon und Kamera dabei war und alles aufgezeichnet hat. Ein Sendetermin steht zwar noch nicht fest. Ich bleibe am Ball und gebe den Ausstrahlungstermin bekannt, sobald er im Programm bei EWTN oder auf der Website von Michael Ragg steht.

Als Mikrofone und Kameras ausgeschaltet waren, gab es noch eine Fragerunde, in der sich die Zuschauer direkt an Prälat Imkamp wenden konnten. Hier tauchten die altbekannten Probleme auf. Z.B. schilderte eine Besucherin, dass ihre Kinder von ihrer Religionslehrerin lernten, dass es „Priester nur noch für die Wandlung brauche, alles andere könnten die Laien besser“. Da hat’s glaube ich, sogar dem wortgewandten Prälaten für einen Augenblick die Sprache verschlagen. Und in der Sonntagsmesse würde am Altar auch schon mal eine Luftmatratze aufgebaut (den tieferen Sinn konnte sie aber nicht erklären) usw. Prälat Imkamp schlug vor: "Abstimmung mit den Füßen!" Im Bistum Augsburg sei jetzt eine Kirche geschlossen worden, weil keiner mehr dorthin ging, da der Pfarrer dort auch immer solche Showeffekte gemacht hätte. Alternative wäre, in den Pfarrgemeinderäten diese Showpriester nebst Pfarrgemeinderäten aufzumischen und immer dagegen zu stimmen. Aber das erfordere viel Kraft und Durchhaltevermögen und er könne verstehen, wenn man sich das nicht antun will
Fragen nach dem  neuen Papst und was denn nun aus den Traditionen der Kirche würde, beantwortete er mit Gelassenheit, dass wir fest im Glauben bleiben sollen. Der neue Papst sei erst seit einer Woche im Amt und da könne man noch gar nichts sagen. Aber dass wir uns darauf verlassen sollen, dass dieses Amt immer ein Amt sei und keine Person. Jeder Papst habe bisher kleine eigene Akzente gesetzt, hier mal ein Rädchen gedreht und dort mal eins verstellt. Aber alles in allem sei die Kirche immer die Kirche geblieben. Natürlich ging er auch auf die von Franziskus geforderte „arme Kirche“ ein und meinte, dass er die traditionellen Gewänder weiter nutzen wird, weil er sich keine „armen“ Gewänder leisten könne.
Er erzählte dann von sich, dass er mit dem Überlegen des liturgischen Gewandes eben nicht mehr eine Person sei, sondern der Vertreter Christi, der in diesem Gewand "verschwindet". 
Wir sollten aber nicht nur nach Rom starren, denn die Probleme in Deutschland seien größer, da hier eine Clique aus Gremien und Räten dabei sei, die Kirche zu übernehmen. Er erzählte dann aus Priesterseminaren, wo motivierte tief gläubige junge Männer reingehen und Männer, die nichts mehr glauben, auf der anderen Seite rauskommen. Und es sei das große Problem, dass darauf hingearbeitet würde, dass die Leute nicht mehr glauben. 
Wichtig sei vor allem, für die Kirche zu beten, besonders für die in Deutschland.
Zum Abschluss betete Prälat Imkamp mit uns ein Ave Maria und segnete uns.
"Der Mann ist einfach Klasse" sagte Henryk Broder einmal in einer Folge seiner Deutschland-Safari - und dem ist nichts hinzuzufügen.

Epilog:

Dass Prälat Imkamp mit seiner Warnung recht hat, dass gewisse Cliquen die Kirche übernehmen wollen, wissen wir ja schon aus dem Mitwirken sog. Grün-Katholiken beim ZDK. Wie bestellt, lieferte heute katholisch.de einen weiteren Beweis. Der Artikel über die Gemeinsamkeiten von Grünen und Katholiken ist ein guter Hinweis, wie man sich bei den Grünen einschleimen will. Z.B. indem man behauptet, dass Papst Benedikt in seiner Bundestagsrede ja auch die Ökologie sehr stark betont habe. Dass das nicht stimmt, konnten wir ja kürzlich auf der Achse des Guten nachlesen. Seien wir also wachsam und folgen wir dem Rat von Prälat Imkamp: Beten wir für unsere Kirche - besonders die in Deutschland.

Michaela Koller hat an diesem Abend in München mitgeschrieben und einen Artikel für die Tagespost draus gemacht. Da steht vieles drin, was ich mir nicht gemerkt habe. Deshalb ist es eine schöne Ergänzung und kann hier und hier nachgelesen werden.

Kommentare:

  1. ähm...war ich da auf beiden Augen blind? Ich war nämlich auch da, habe aber die erlauchte Beiboot Mannschaft nicht entdeckt. Das tut mir leid, es wäre nämlich die Möglichkeit zu einem spontanen Mini-Blogger-Treffen gewesen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das ist wirklich schade, gerade weil man nach einem solchen Abend ja auch gerne die Gelegenheit nutzt, sich über das erlebte und gehörte auszutauschen...

      Löschen
  2. Vielleicht sollte man das nächste Mal, wenn man als Blogger auf eine Veranstaltung geht, vorher einen kurzen Hinweis bloggen, damit andere das auch wissen?
    Und man ein spontanes Mini Blogger Treffen machen kann.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, den nächsten Termin sollten wir als Veranstaltungshinweis auf den Blog stellen .. dann weiß man zumindest, dass der eine oder andere dort sein könnte oder macht einfach was aus ... Vielleicht sollten wir Blogger doch einen Button entwerfen, den wir als Erkennungszeichen tragen?

      Löschen
  3. Vielen herzlichen Dank für den Hinweis auf meinen Artikel in der Tagespost und zu vaticanista.info. Auch mir war nicht mehr alles so präsent. Darum ist es ja auch sinnvoll, dass zu solch wichtigen Terminen viele Blogger und Journalisten kommen. Auf Facebook gab es eine Veranstaltungsseite, wo ich zum Beispiel mein Kommen angekündigt habe. Eine stärkere Vernetzung halte ich auch für wünschenwert. So, jetzt hole ich das gleich mal auf meiner Seite nach. Saluti, Michaela Koller

    AntwortenLöschen

Mit dem Posten eines Kommentars erteilen Sie die nach der DSGVO nötige Zustimmung, dass dieser, im Falle seiner Freischaltung, auf Dauer gespeichert und lesbar bleibt. Von der »Blogger« Software vorgegeben ist, dass Ihre E-Mail-Adresse, sofern Sie diese angeben, ebenfalls gespeichert wird. Daher stimmen Sie, sofern Sie Ihre email Adresse angeben, einer Speicherung zu. Gleiches gilt für eine Anmeldung als »Follower«. Sollten Sie nachträglich die Löschung eines Kommentars wünschen, können Sie dies, unter Angabe des Artikels und Inhalt des Kommentars, über die Kommentarfunktion erbitten. Ihr Kommentar wird dann so bald wie möglich gelöscht.