Donnerstag, 14. März 2013

Seitenhiebe

Die deutschen Medien sind gerade dabei, auch beim neuen Papst nach den Haaren in der Suppe zu suchen... Sie können offensichtlich nicht anders. Was aber auffällt, ist, dass sie unisono schwer beeindruckt sind von der Bescheidenheit des Heiligen Vaters. So schreibt die Süddeutsche-Online heute "Als Südamerikaner kennt Bergoglio beide Welten - Arm und Reich. Er stammt aus kleinen Verhältnissen, war als junger Mann schwer krank. Er verabscheut Pomp, hört gern Tango, liebt Fußball und fuhr als Kardinal U-Bahn, was man sich bei Joseph Ratzinger schwer vorstellen konnte. Natürlich durfte dieser Seitenhieb auf Papst Benedikt nicht fehlen. Peinlich für die Schreiberlinge ist allerdings, dass sie von Kardinal Ratzinger so gar nichts wissen. Deshalb muss man sie natürlich mal wieder darauf hinweisen, dass sie natürlich recht haben, denn der Kardinal Ratzinger hat die U-Bahn in Rom eher selten benutzt, ist er doch jeden Tag von seiner Wohnung aus zu Fuß ins Büro gegangen.
In München hat er es wahrscheinlich ähnlich gemacht. Für den Weg von seiner Wohnung im Holnstein-Palais bis zum Büro im Holnstein-Palais war die U-Bahn eher überflüssig. Auch um in den Dom zu kommen, war er zu Fuß schneller als mit dem Auto und die U-Bahn-Station einfach zu weit weg. Kardinal Marx macht das inzwischen genauso. Der geht auch zu Fuß in den Dom. Als er noch in Schwabing wohnte, hat er auch die U-Bahn benutzt, um ins Büro zu kommen. 

Man fragt sich, ob die SZ nicht einmal einen Artikel schreiben kann , der nicht irgendwelche Seitenhiebe auf Papst Benedikt enthält? Die sind einfach nur noch peinlich.  Und vergessen dabei sogar, dass der von der SZ so hochgeschätzte Theologe Hans Küng schon in den 60ern mit seinem Alfa Romeo-Cabrio durch die Gegend gebraust ist, als Professor Ratzinger zu Fuß durch Tübingen lief."
Ist es um die SZ schon so schlecht bestellt, dass die sich dort nur noch zweite-Wahl-Jourmalismus leisten können, der woanders abschreibt und nicht selbst recherchiert?

3 Kommentare:

  1. Mann kann auch den Kopf solange über der Suppe schütteln, bis man endlich ein Haar drin gefunden hat.
    Das scheint mir vielfach die Methode des deutschen Journalismus zu sein.

    AntwortenLöschen
  2. Nun und in Münster ist der Theologieprofessor Ratzinger mit dem Rad zur Uni gefahren- in Tübingen teilweise auch, es gab sogar einen Buchtitel dazu.
    Von Pentling aus ist er mit dem Bus nach Regensburg in die Uni gefahren...das weiß auch die SZ- nur paßt das nicht ins Propagandakonzept. Da darf man mit derlei Wahrheiten nicht so pingelig sein, so eine kleine oder auch größere Lüge- wen stört das schon? Die zwar schrumpfende aber treue Leserschaft des Prantl-Journals jedenfalls nicht.

    AntwortenLöschen
  3. Pauline aus dem Schlauchboot15.03.13, 08:54

    Ginge es nach den Foulspielern der SZ, hätte der damalige Präfekt der Glaubenskongregation und enge Vertraute JPs II (an den sie sich nicht herantrauen) eben den Bau einer U-Bahn-Linie von der Piazza Leonina zum Sant´Uffizio beantragen und, indem er den Verantwortlichen "die Instrumente" aus den Kellern der Inquisition (die er in seiner Aktentasche immer bei sich führte)gezeigt hätte, auch durchsetzen müssen.
    Jeder weiß, daß die Glaubenskongregation einen alten, gebraucht gekauften Mercedes als Dienstwagen besaß. Derlei Luxus aber können unsere Amateurjakobiner von der Isar nicht durchgehen lassen.
    Nachdem das Projekt, Herrn Ude zum säkularen Messias aufzubauen, der die Bayern durch Egalitarismus und einen jakobinischen Nanny-Staat zur Erlösung führt, als komplett gescheitert aufgegeben werden mußte, konzentrieren unsere Prantlianer ihren ganzen Frust wieder auf den Sündenbock Römische Kirche und da speziell auf Joseph Ratzinger, Papa emerito, der für eine, wie es aussieht, unendliche Serie von Nachtretereien herhalten muß.

    AntwortenLöschen

Mit dem Posten eines Kommentars erteilen Sie die nach der DSGVO nötige Zustimmung, dass dieser, im Falle seiner Freischaltung, auf Dauer gespeichert und lesbar bleibt. Von der »Blogger« Software vorgegeben ist, dass Ihre E-Mail-Adresse, sofern Sie diese angeben, ebenfalls gespeichert wird. Daher stimmen Sie, sofern Sie Ihre email Adresse angeben, einer Speicherung zu. Gleiches gilt für eine Anmeldung als »Follower«. Sollten Sie nachträglich die Löschung eines Kommentars wünschen, können Sie dies, unter Angabe des Artikels und Inhalt des Kommentars, über die Kommentarfunktion erbitten. Ihr Kommentar wird dann so bald wie möglich gelöscht.