Montag, 29. April 2013

...............am dritten Tage auferstanden von den Toten.

Die Blogger betrachten  im April auf  dem Gemeinschaftsblog "Ja des Glaubens" den Satz des Glaubensbekenntnisses der da lautet: "Am dritten tage auferstanden von den Toten" auch ich habe mir Gedanken drüber gemacht:

Mit diesem Glaubensartikel sind wir bei dem zentralen Ereignis, sozusagen dem Dreh-und Angelpunkt des Glaubens angekommen.
Stellt doch der Apostel Paulus im ersten Korintherbrief, im 15ten Kapitel fest:
Wenn aber verkündigt wird, dass Christus von den Toten auferweckt worden ist, wie können dann einige von euch sagen: Eine Auferstehung der Toten gibt es nicht? Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, ist auch Christus nicht auferweckt worden.Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos.Wir werden dann auch als falsche Zeugen Gottes entlarvt, weil wir im Widerspruch zu Gott das Zeugnis abgelegt haben: Er hat Christus auferweckt. Er hat ihn eben nicht auferweckt, wenn Tote nicht auferweckt werden. Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, ist auch Christus nicht auferweckt worden. Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos und ihr seid immer noch in euren Sünden;und auch die in Christus Entschlafenen sind dann verloren.Wenn wir unsere Hoffnung nur in diesem Leben auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen.Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen. (1Kor 15, 12ff)
Mit dieser Stelle wird auch klar, die Idee, dass Christus nur in der Phantasie der Jünger auferstanden sei, ist sooo originell nun auch wieder nicht ist, wie ihre Apologeten behaupten.
Darum soll es nun aber nicht gehen!



Er ist von den Toten auferstanden und wenn man nicht zu den Menschen gehört, die einfach jegliches metaphysisches Geschehen  und jegliches, nicht durch physikalischen Gesetze, Erklärbare, leugnen, (wobei solche Leute einfach nicht begreifen wollen, dass die Physik  “nur” für die Materie zuständig ist und  das “Wie” erklärt und nicht das “Warum”, aber auch das ist ein anderes Thema) gehört der Satz “Christus ist von den Toten auferstanden” einfach zu dem, was man glaubt, aber worüber man auch irgendwie nicht nachdenkt.
Man müht sich, seit dem Konzil, ja redlichst um Osterjubel und vor lauter Ostern und Auferstehungsrhetorik und Liedern darf man in der besten aller Welten (ist ironisch gemeint) ja noch nicht mal mehr bei einer katholischen Beerdigung ordentlich flennen, was ich sehr bedaure.
Ich habe vor Jahrzehnten  jahrelang im Cafe in Friedhofsnähe gejobbt und habe es wie oft erlebt, da wankt die Trauergesellschaft vom Friedhof, die Hauptleidtragenden müssen teilweise gestützt werden, man wankt die Treppe hinauf, bestellt gesittet Kaffee und Kuchen dann Schnaps und BIer und abundan wirft dann noch wer die Musikbox an und die Trauergesellschaft singt “So ein Tag so wunderschön wie heute…………”
Ich habe immer drüber gelästert, aber wenn ich mir so angugge, wie man heutzutage mit dem Tod umgeht, finde ich die damals einfach normal. Man war traurig , (wobei ich immer den Eindruck hatte,  dass sich zu der Trauer über den Verstorbenen meist auch die Trauer über den eigenen, unausweichlichen  Tod gesellte) aber nicht, so wie heutzutage, absolut empört über den Tod.
Ein  diffiziles Thema., aber von tragischen Unfällen mal abgesehen sind die meisten Sterbenden ältere Leute, wo es teilweise zutrifft wenn dann in der Traueranzeige steht “von langem schweren Leiden wurde erlöst…..” und irgendwie passt die absolute Empörung über den Tod doch nicht  zur gleichzeitig vorgetragenen Behauptung, dass  man sich sicher ist, der Verstorbenen ist im Himmel oder zumindest nicht fern davon, (was, aber auch das gehört zu den modernen Tabus  gar nicht so häufig sicher ist, wie es uns erzählt wird, aber auch das ist ein anderes Thema).
Man weint jedoch meines Erachtens auch um sich selber, weil jede Beerdigung einem sagt “Auch du landest mal in der Gruft” und “Auch du hast mal dein letztes Hemd an, das keine Taschen hat”
Auf was ich heraus will, auch heute sind wir davon überzeugt dass der Tod unwiderruflich ist , auch wenn der moderne Mensch irgendwie empörter als früher, über diese Tatsache ist.
Manchmal frage ich mich , ob das nicht Ergebnis sich von seinen Wurzeln gelöst habender christlicher Kultur ist. Viele von dem was ja aktuell in Europa gegen uns ins Feld geführt wird, ist ja “durchgeknalltes Christentum” (Manfred Lütz).
Man hat also die Botschaft der Auferstehung von den Toten, dass dem Tod sein Stachel genommen ist, vernommen, aber man versteht das alles nur noch innerweltlich.
Ich kenn genug Leute, die damals zu Zeiten des 2ten Vatikanums junge Erwachsene, oder ältere Jugendliche gewesen sind zu deren Standardspruch, betreffs der schlechten alten Zeit gehört: ” Ja früher das hat die Kirche die Leute aufs Jenseits vertröstet, davon ist man aber gottseidank abgekommen!” Hört sich gut an, bedeutet aber im Umkerschluß, dass alles was es gibt dieses bisschen Leben hier auf dieser Erde ist und da das optimale rausgeholt werden muss und es danach nichts gibt, und schon gar keinen Gott der das Krumme grad macht, dem Leid Sinn geben kann und alle Tränen trocknet!
Es wartet also keine Herrlichkeit auf uns, von der gilt
Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. (Röm 8,18)

Was ich wortreich versuche auszudrücken ist, wir leben, im Gegensatz zu früher, in Zeiten, wo wir den Tod verdrängen, komplett verdrängen. Wir muten ihn zwar jedes Jahr genug Ungeborenen zu, und denken immer lauter drüber nach, auch den Alten, Kranken einen schönen Tod zu verschaffen, was doch bedeutet ihn, den Tod,  in den Griff kriegen zu wollen.
Ich bestimme wann ich meine Kinder kriege, und wann Onkel Eduard eine Last wird, aber für mich selber kommt sowas nicht in Frage und wenn der Tod an die Tür klopft bin ich beleidigt.
Wie sagte mein Sohn “Es ist erschreckend wie sehr gerade fromme Leute den Tod fürchten!”
Mir scheint, dass die Glaubensüberzeugung, das Christus den Tod überwunden hat, aber so überwunden hat dass wir da durch können, schwach geworden ist. Ich finde halt, einfach auf dem Hintergrund der Abtreibungen und unbedingten Verhütungsmentalität, den Weihnachtshype irgendwie absurd, aber mit Ostern können wir noch weniger anfangen und mit Himmelfahrt schon dreimal nicht, aber das kriegen wir nächsten Monat.
Ich war kurz nach Ostern in einer Messe, wo der Priester meist frei  predigt, es ging um die Geschichte mit dem ungläubigen Thomas, wo Christus durch die geschlossenen Türen hereinkam.
Der Priester hat mehrmals betont, dass man das mit dem “Kommen durch geschlossene Türen” auf gar keinen Fall wortwörtlich verstehen solle, weil das gehe ja doch gar nicht, höchstens in Gespenstergeschichten , aber Gespenster gäbe es ja gar nicht und selbst wenn es Gespenster gäbe, dann könne Jesus immer noch nicht durch geschlossene Türen gehen, weil er ja kein Gespenst sei……….
An der Auferstehung von den Toten hatte selbiger Priester aber keine Probleme.
Ich war schon schwer versucht mich rechtgläubig über die Predigt aufzuregen, als mir aufging, so verkehrt war das gar nicht.
Es ist einfach so, eine Auferstehung von den Toten das ist, was ich oben versucht habe zu beschreiben, etwas was so jenseits der normalen menschlichen Erfahrung ist, dass man das eher glaubt.
So wie in den Zeiten vor Internet  und Massentourismus, ferne Länder so weit weg waren, dass die Leute da allen möglichen Unfug drüber geglaubt haben.
Man glaubt z.B leichter dass die Druiden früher alles mögliche Tolle gekonnt, haben, als das  man seinem Hausarzt zutraut, recht zu haben, wenn er einem eine bittere Pille zu schlucken gibt.
So haben wir mit der Auferstehung der Toten weniger Probleme, als mit der Vorstellung durch geschlossene Türen zu gehen, weil ja jeder schon mal vor verschlossener Tür  mit vergessenem Schlüssel stand und  da einfach nur wieder hineinkam, mit dem Ersatzschlüssel von der Nachbarin oder dem Schlüsseldienst.
Gleichzeitig sollten wir aber mit der Auferstehung der Toten Probleme haben, weil diesuns  ermöglichen sollte unsere Probleme die wir mit dem Tod haben, (und die ich oben, gewiss teilweise überzeichnend und schwarz-weiß gemalt, versucht habe zu skizzieren) überhaupt mal zu artikulieren.
Mir schient hier die neumodische Sucht, zu trösten, bevor man sich des eigenen Elends bewusst ist,  schon alles schön und gut zu reden, bevor man weinen können könnte,  zu verhindern, zu begreifen wie groß die Erlösungstat Christi ist.

Auch die Mythen kennen zwar Gestalten die als Lebende einen Blick ins Totenreich warfen, oder auch mit den Toten geredet haben, aber es ist noch nie jemand von den Toten wiedergekommen und schon gar nicht aus eigener Kraft.
Ich denke hier an Orpheus und Euridike, wo es doch nicht funktioniert und das wissen alle Mythen.
Ich weiß zwar es ist bei Katholiken schwer unbeliebt, der Harry Potter, aber wenn wir mal davon ausgehen, dass J. Rowling einfach in den alten keltischen Sagen gewühlt hat, so gibt es auch hier eine das Thema erhellende Geschichte.
Es gibt ja diesen Stein der Auferstehung und  ein  Zauberer holt damit seine verstorbene Verlobte wieder ins Leben zurück, das funktioniert zwar, aber das Mädchen fühlt sich nicht wohl und der Zauberer nimmt sich dann selber das Leben um mit ihr zu sein.
Die Toten sind von den Lebenden geschieden, das wissen alle.
Was aber die Menschen bis auf heutzutage auch immer geglaubt haben, ist, dass mit dem Tod keineswegs alles aus ist.
Nein von frühester Zeit an sind uns Bestatungsriten überliefert, die auch egal wo Grabbeigaben beinhalteten. man war also der Ansicht der Verstorbene benötige im, wie auch immer beschaffenen, Jenseits, Dinge aus dem Reich der Lebenden.
Ich bin ja immer noch der Ansicht dass die Grabräuberei der alten ägyptischen Pharaonengräber, mit  Wissen und Billigung der Priester und Finanzminister geschah, einfach weil das sonst wohl die ägyptische Wirtschaft innerhalb kürzester Zeit ruiniert hätte, all das vergrabene Gold und so, aber das hindert nicht die Grundidee.
Es gibt auch in manchen Gräbern Keramikbeigaben die so dünn waren, das sie nicht praktisch zu gebrauchen war, oder die Beigaben wurden nur aufgemalt.
Es war also immer klar, die Existenz nach dem Tod ist anders, als die davor.
Die alten Germanen waren übrigens der Ansicht, dass Ende der Welt käme, dann wenn man die Toten nicht mehr respektvoll behandeln würden.
Für alle Kulturen gehörte der Tod zum Leben, weswegen sich die Lebenden um die Toten sorgten. Und es gilt auch als eines der Werke der christlichen Barmherzigkeit, die Toten zu begraben, das ist gleichwertig mit die Hungernden speisen. Wobei hier von Denkmälern und sich ruinieren für die Toten nicht die Rede ist.
Um zur Quintessenz zu kommen:
Christus hat alles was zum menschlichen Leben gehört durchlebt und durchlitten, und er hat nichts ausgespart, und alles überwunden, sogar den Tod.
Wer Ostern kennt kann nicht verzweifeln! (Dietrich Bonhoeffer) Halleluja!

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