Montag, 29. April 2013

Das Imperium schlägt zurück - Episode I

Ich gehöre ja zu den Menschen, die ganz fest daran glauben, dass die "goldene Regel" (Was du nicht willst, das man Dir tu, das füge keinem anderen zu), die Jesus uns gelehrt hat, in vollem Umfang der Wahrheit entspricht.
Auch wenn wir in den letzten Jahren manchmal guten Grund hatten, an dieser Aussage zu zweifeln, so muss man doch feststellen, dass der Herr uns eben auch Geduld gelehrt hat. Und diese Geduld muss man eben manchmal haben.
Vor ein paar Tagen wurde zum Beispiel der Grüne Europaabgeordnete Cohn-Bendit mit dem Theodor-Heuss-Preis ausgezeichnet. Er hat den Preis natürlich entgegengenommen, aber wir können davon ausgehen, dass seine Freude darüber, nicht mehr besonders groß war. War diese Ehrung doch damit verbunden, dass längst unter den Teppich gekehrte und dort sanft ruhende Vorkommnisse aus seiner 68er-Zeit, wieder zum Vorschein kamen. Danken wir dem Bundesverfassungsrichter Voßkuhle, dass er mitgeholfen hat, den Teppich hochzuheben und tüchtig auszuklopfen. Wir müssen jetzt nicht näher ausführen, was da so alles unter dem Teppich hervorkam, denn die meisten wissen, wofür Herr Cohn-Bendit traurige Berühmtheit erlangte.
Nachdem in der letzten Woche ja eine ganze Menge neuer Säue durch die Dörfer getrieben wurden, schien es erstmal so, als würde der Teppich wieder ruhen. Doch - heute hat die FAZ erneut zum Teppichklopfer gegriffen und nochmal ordentlich zugeschlagen.

Hier wurde nämlich nicht nur Herr Cohn-Bendit thematisiert, sondern das generelle Verhalten in Sachen Kinder und Sex innerhalb der Grünen und ihrer diversen "Gründungsgruppen" in den 70er und 80er Jahren. Interessant ist, dass in diversen Parteipapieren das Thema "Missbrauch" generell nur in Anführungszeichen gesetzt wurde, weil man eigentlich der Meinung war, dass etwas, das im gegenseitigen Einvernehmen geschehe, gar kein Missbrauch sei.
Einer der Leserkommentatoren unter dem FAZ-Artikel stellte dann auch mal zusammen, wie sich die derzeitige Grünen-Prominenz echauffiert hat, als es um den "Missbrauch" in der Kirche ging:

>Die zahlreich bekanntgewordenen Missbrauchsfälle nannte Göring-Eckardt "ein Problem für beide Kirchen". Die Debatte müsse dazu führen, dass das Tabu falle, über sexuellen Missbrauch zu reden.<
>Grünen-Chefin Claudia Roth sagte der Augsburger Allgemeinen: "Es ist nicht nur haarsträubend, sondern auch eine beispiellose Verhöhnung der Opfer sexuellen Missbrauchs, wenn an diesem Skandal innerhalb der katholischen Kirche nun andere schuld sein sollen", so die Politikerin.<
>Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, sagte dem Tagesspiegel: "Das Problem, das die katholische Kirche hat, ist viel älter als die sexuelle Befreiung." Er machte die "systematische Unterdrückung von Sexualität" verantwortlich für die Vorfälle und wies die Thesen Mixas als "historisch absurd" zurück.<
>Renate Künast sprach von einem "Schlag ins Gesicht der Opfer". Es müsse schnell ein neuer Weg für die rückhaltlose Aufklärung gefunden werden, verlangte sie in der Neuen Osnabrücker Zeitung.<



Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang noch, dass lt. dem FAZ-Artikel neben Cohn-Bendit ein weiterer Grünenabgeordnete verfügt hat, dass archiviertes Material zu dem Thema erst in ca. 20 Jahren veröffentlicht werden darf.

Hoffen wir, dass die FAZ dranbleibt und nutzen wir die kommenden Maiandachten für intensive Gebete, dass die FAZ nicht lockerlässt und dass den Grünen nicht wieder das gelingen wird, was sie der Kirche in den letzten Jahren so vehement vorgeworfen haben: Vertuschung!

Epilog:
Gerade eben meldet die Süddeutsche Zeitung, dass Herr Cohn-Bendit auf die Auszeichnung mit dem deutsch-französischen Medienpreis verzichtet. Offensichtlich sind die Grünen von sich aus bestrebt, dass die "peinliche Angelegenheit" nicht noch weitere Kreise zieht, oder sie haben Angst, dass  noch weit mehr zu diesem Thema auftauchen könnte, als ihnen lieb ist, was vor der Wahl natürlich überhaupt nicht passen würde. Also, dranbleiben FAZ!

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