Samstag, 27. April 2013

Ein Fundstück von Chesterton, oder warum der märchenhafte Prunk der Kirche gut ist, weil Märchen gut sind

Ich habe mir neulich die die Autobiografie von Chesterton gekauft und vorhin angefangen zu lesen.
Da beschreibt er, wie er,  auf der Straße einen Aufzug gesehen habe, der eines Puppentheaters würdig war.
Das ist bei Chesterton eines der größten Komplimente, die er vergeben kann, ist er doch Zeitgenosse von so Leuten wie Tolkien und C.S Lewis, die mit Narinia und Mittelerde Märchenlandschaften geschaffen haben, die immer noch fazinieren, weil sie wahr sind.
Wahr in dem Sinn wie Chesterton das versteht, wahr, weil in der Staffage das Wahre sichtbar wird.

Auf jeden Fall beschreibt er, wie er als Junge folgendes gesehen habe:
Eine Menschenmenge, durch die plötzlich sowas wie ein Wellengekräusel läuft und alle fallen auf der Straße auf die Knie. Einer Art Drosche entsteigt ein:
"Geist in Flammen gekleidet. Keine Farbe aus dem billigen Malkasten hätte jemals einen solchen  Brand von Scharlach, einen solchen See von Lack verbreitet, oder schien so herrlich glänzend  zu röten die vielfache See (wobei letzteres ein Shakespeare Zitat ist) Er schritt daher mit all seinen glühenden Faltenwürfen, wie eine große karminfarbene Wolke des Sonnenuntergangs, wie er segnende zerbrechliche Finger über die Menge erhob.. Dann schaute ich sein Gesicht, und war überrascht von dem Gegensatz. Das Antlitz ...............war sehr runzelig und alt..............in jeder Linie von ruinenhaften Schönheit. Das Gesicht war so außerordentlich, dass ich für einen Moment selbst die so vollendet köstlichen Scharlachgewänder vergaß"
(Zitat aus Chesterton, Autobiographie, Verlag nova et vetera Seite 64) .


Als ich  das las, wurde mir wieder klar, all, der Prunk und Pomp, all das wundervolle, geheimnisvolle, das Gemurmel und das gedämpfte Licht durch gotische Fenster, soll uns daran erinnern, dass es das Märchenland gibt, das es das Reich des Wahren, Guten, Schönen gibt.
Das es mehr gibt als Stuhlkreise, Antidiskriminierungsgesetze, Energiespareffizenz, fair trade, Klimaschutz  und Agenden für irgendwas.
Ich erinner mich noch wie heute, wie ich zu Beginn meiner linken Jahre, als sich  "von einem Tag auf den anderen   der Glaube meiner Kindheit einschloss  wie in einen Kokon". (das hat Peter Seewald in "Als ich began wieder  an Gott zu denken" so formuliert) da geriet ich, im Rahmen einer Klassenfahrt,  nach Notre Dame in Paris. Das Licht fiel duch die Rosettenfenster und jemand übte auf der Orgel. Ich hatte mir damals so gewünscht, dass es doch wahr sein möge, dass Gott ist.

Der Kardinal Manning übrigens, den der jungen Chesterton damals zufällig sah, war ein berühmter Konvertit und ein Mensch der sehr "sozial" war, aber im Sinne der katholischen  Soziallehre
hier ein wundervolles Video



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