Freitag, 26. April 2013

Neues aus der Geschichte

Es kommt doch immer mal wieder vor, dass - wenn es gerade passt - die diversen Medien ihren Lesern auch gerne mal ein bisschen Geschichten aus der Geschichte erzählen wollen.
Derzeit ist gerade das Steuerzahlen (oder auch nicht) sehr en vogue und weil es zum aktuellen Fall absolut nichts Neues gibt, ist es gut, wenn man mit eine oder anderen Histörschen die geneigte Leserschaft am Thema halten kann.
So geschehen vor ein paar Tagen bei Welt Online. Der Fall Hoeneß gab absolut nichts neues mehr her. Alles was man zu wissen glaubte, was schon 150 durch den Fleischwolf gedreht worden und in immer neuen Zusammensetzungen schien das Gericht immer fader zu werden.
Da guckte WON mal schnell bei den Alten Römern nach. Denn dort hatte es ja auch schon Steuern gegeben ("Pecunia non olet") und demzufolge auch entsprechende Steuervermeidungsstrategien. Die Tipps von damals haben einen gewissen Unterhaltungswert, wären heute aber nicht mehr so leicht zu befolgen.  WON beschreibt das so: "Nicht umsonst übernahmen zahlreiche Großgrundbesitzer Bischofsämter, um ihren Besitz vor dem gierigen Zugriff des Staates zu retten. Da es noch keine Banken auf den Kaimaninseln gab, könnte man Einrichtungen wie Klöster oder Kirchenverwaltungen als Analogien heranziehen."


Das Thema hat mich allerdings interessiert und ich habe dann mal so ein bisschen nachgeforscht. Und siehe da, der beschriebene Zeitraum um das Jahr 305 nach Christus unter Kaiser Diokletian war eine Zeit der härtesten Christenverfolgung. Man muss sich das einmal bildlich vorstellen. Da sind Leute Christen geworden, Bischöfe sogar, um ihr Geld vor dem Staat zu retten, um sich dafür dann hinrichten zu lassen?

Man könnte ja solche hanebüchenen Geschichten einfach abhaken, aber wir ahnen es, wie solches Garn weitergesponnen wird.

Die böse Kirche als Refugium für Steuerflüchtlinge. Und wir können uns vorstellen, dass uns demnächst vom Forenprekariat entgegengerufen wird: "Die Kirchen haben ja auch damals schon den Steuerflüchtlingen geholfen ....." Und niemand wird widersprechen, weils alle glauben ...




1 Kommentar:

  1. Die Artikel zur Geschichte der Welt werden zunehmend schlechter (nicht, dass sie jemals wirklich gut waren...). Mittlerweile geht es aber um ganz massive Geschichtsfälschung.
    In dem besagten Artikel sind eine Menge Fehler oder veralteter Aussagen, so bspw. die "vergrößerung des Heeres". Zwar ist die Zahl der Einheiten stark erhöht worden, man geht aber mittlerweile davon aus, dass schon zu Gallienus Zeiten die Mannschaftsstärken deutlich geringer waren, als es bei den alten Legionen und ihren Hilfstruppen der Fall war.
    Außerdem wird das Konstrukt Heer viel komplexer... aber was schert Journalisten heute die Sorgfaltspflicht.
    Bitte nicht als Werbung verstehen sondern als Hinweis in besagter Sache: die Tage habe ich genau über das gleiche Thema aber einen anderen Artikel geschrieben: http://staunend.blogspot.de/2013/04/al-andalus-verklart-weltredakteur.html

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