Donnerstag, 4. April 2013

Vier Tage zum Wundern - Osternachlese.


Das große Wunder an Ostern, die größte Freude von uns Christen, das Wunder des auferstandenen Herrn ... Jedes Jahre aufs Neue wird dieses Fest in aller Welt gefeiert.


Was aber machen die, für die solche Feiertage nur etwas mit freien Tagen zu tun haben?
Vor allem dann, wenn es kalt ist und die Sonne nicht scheint. Die meisten fliehen – der Sonne entgegen, die sich an diesem „verlängerten Wochenende“ aber fast überall in Europa rar machte. Trotzdem hatte es den Anschein, dass den meisten Zeitungsschreibern die Flucht gelungen ist und dass die VolontärInnen und PraktikantInnen derweil in den ungeheizten Redaktionsstuben schuften durften.
So hatten wir zusätzlich zu unserer Osterfreude auch noch ein Ostervergnügen.

Los ging’s am Hohen Donnerstag, dem Tag der im allgemeinen „Gründonnerstag“ heißt. Und da fing auch schon das Missverständnis an. Denn die jahrelange Gehirnwäsche in den Schulen hat wohl bei den journalistischen Berufsanfängern dazu geführt, dass sie glauben, der Gründonnerstag hätte irgendwas mit den Grünen zu tun. Und so konnte man in den üblichen Gazetten viel über das neue Wahlprogramm der Grünen erfahren. Besonders erheiternd war das Grünen-Hochjubeln bei der SZ, die einen google-streetview-Link in die sog. Sperrzone von Fukushima setzten, wobei man aber sehen konnte, dass das google-Auto offensichtlich in der Sperrzone fahren durfte ... Offensichtlich hatten sie auch nicht mitbekommen, dass der Facebook-Eintrag von Claudi R. über die 19.000 Atomtoten in Fukushima beim wahrheitsliebenden Teil der Bevölkerung nicht so gut angekommen war.

Noch erheiternder für alle ist die Atheistentruppe, die sich jedes Jahr mit einem Hasenfest darum bemüht, mal in die Medien zu kommen. Die SZ Jugendredaktion fand diesen Kinderfasching auch ganz klasse und berichtete über eine frierende Truppe, die vor dem Münchner Kreisverwaltungsreferat stand und jedem ein Glas Sekt spendieren wollte, der aus der Kirche austritt..... Das hat im letzten Jahr schon nicht geklappt: Da konnten sie gerade mal 6 Gläser Sekt an den Mann/die Frau bringen und aus dem Artikel ging auch nicht hervor, ob das evangelische oder Katholiken waren. In diesem Jahr werden’s wohl noch weniger gewesen sein. Es war viel kälter und Glühwein hatten die Hasenfestler auch nicht auf der Karte. Wahrscheinlich mussten sie den ganzen Sekt selbst trinken, was zu einem Kater am Karfreitag führte...

Aber Gründonnerstag war nur der Anfang.
Schon am Karfreitag begann das mit großer Spannung erwartete „Wer ist besser-Rennen“ zwischen Papst Benedikt und Papst Franziskus, das sich über die gesamten Ostertage hinzog. Die SZ eröffnete den Reigen mit: „Bergoglios Brandrede- das Gegenteil von Benedikts Programm!“ Offensichtlich kennt man in der Münchner Redaktion die Freiburger Rede nicht, dann passieren eben solche Unfälle. Aber die armen zuhause gebliebenen PraktikantInnen wollten wenigstens ein bisschen Spannung in ihr langweiliges Wochenende bringen, und so konnte man bei WON lesen: "Franziskus ist den Menschen nah, auch zu Ostern, diesem höchsten Fest der katholischen Kirche. Das unterscheidet ihn von seinem Vorgänger Benedikt XVI. und begeistert die Gläubigen." Über die inhaltlichen Fehler dieses Satzes schweigen wir lieber. So ging es weiter im Blätterwald und alle, die von Benedikt nichts gelesen und nichts gehört und nichts gesehen haben, wussten plötzlich, warum Papst Franziskus so viel besser ist als Papst Benedikt. Natürlich durften wir bei WeltOnline auch noch lernen welche hohen Erwartungen die Deutschen an Papst Franziskus haben. Man kommt echt ins Staunen, dass die "Stille Post" immer noch ein so beliebtes Spiel bei den PraktikantInnen ist.
Irgendwann war’s mir über und ich freute mit über einen WOn-Artikel, der sich mit der Zukunft von Erzbischof Gänswein befasste. Die Tatsache, dass der Erzbischof weiterhin Sekretär von Papst Benedikt ist und andererseits Präfekt des päpstlichen Hauses, wirkte da eher störend, denn auch in Deutschland gibt es attraktive Stellenangebote für ihn. Hier muss wohl eine besonders verliebte PraktikantIn am Werk gewesen sein. Wie es Erzbischof Gänswein ergehen würde, wenn er denn nach Deutschland umsiedeln würde, kann man sich ungefähr ausmalen, wenn man das hier liest.

Schrecken aller Medien wurde derweil die Story über den „ungläubigen Deutschen Osten - und das zu Ostern. Ja, das macht so manchem Online-Redakteur Sorgen. Wenn der Osten neu evangelisiert würde, wäre das kirchenhassende Forenprekariat mit einem Mal marginalisiert und mit ihm die Klickrate in den Leserkommentaren.

Im kalten Paris, wo sie sich zwar ein schickes Hotel leisten, aber nicht nach draußen konnte, ließ derweil Frau Berg ihren Frust ab. Sie jammerte laut über die 1,4 Millionen Franzosen, die eine Woche vorher für eine bessere Familienpolitik demonstrierten. Frau Berg bezeichnete diese Menschen als hirnlos oder zumindest geistig beschränkt, worin sie auch gleich alle Katholiken einschloss. Abgehakt, die Dame. 

Aber es gab auch Grund zur Freude. Das anhaltend schlechte Wetter führt zu sinkenden Umfragewerten der Grünen und es zeigte sich zumindest an Ostern, dass die Klimareligion keinen Gott hat, der die Gebete seiner Anhänger erhört. Sie müssen ja sogar schon ihre Glaubensbekenntnisse umdichten. Der heilige Bonifatius hatte ja schon vor 1200 Jahren erklärt, dass Bäume keine Götter sind, aber das will man halt gerade nicht wissen.

Wenigstens im TV gab’s an Ostern ein unterhaltsames Programm für Atheisten.
Beglückt von der ARD mit Geschichtsunterricht wurde das Forenprekariat der kommenden Generationen mit „die Päpstin“.  Auf RTL konnte man derweil die xxxxte Wiederholung von „Stirb langsam“ und das auch noch in mehreren Teilen verfolgen. Vor 6 oder 7 Jahren gab’s dafür noch Proteste aus der kirchlichen Ecke, inzwischen hat man sich wohl an die Einfallslosigkeit der TV-Redakteure gewöhnt und macht nicht auch noch Werbung dafür.

Jetzt dürften die Chefs wieder in ihren Redaktionsstuben sitzen. Denn das Programm wird wieder härter. Und das Papstrennen scheint erstmal vorbei zu sein. Die heutige Generalaudienz fand in den Online-Medien eher nicht statt.  Ist vielleicht auch besser so.

2 Kommentare:

  1. Abgesehen von immer dreisteren Fotoshop-fälschungen auf diversen Video-kanälen und schon teilweise lächerlichen Ausläufern der neuen medialen Papolatrie beweisen die gesammelten Kunstwerke der österlichen Redaktionsstuben-Praktikantenschar, aber auch ihrer Chefs, nur eines: sie waren nie dabei. Sie haben keine Hl. Messe, keinen Kreuzweg, keine Generalaudienz o.ä. von Benedetto je miterlebt oder auch nur zur Kenntnis genommen.
    Und was sie überhaupt nicht wissen (was sie auch noch ganz unbefangen zur Schau stellen)ist, daß im Zentrum des Glaubens für Katholiken nicht der Papst sondern Gott steht- Jesus Christus.
    Aber das ist für ihre Denkstrukturen schon zu kompliziert.
    Dennoch hat dieser Medienhype, der nicht weniger hysterisch ist als die vorhergehenden, auch etwas Gutes: viele interessieren sich zunächst für den neuen Papst -und lernen dabei zwangsläufig nebenbei etwas über die RKK.
    Und die sonstigen Dauerbrenner mit Alleinstellungsmerkmal in den Medien: der Mißbrauchskandal, Vatileaks, um nur 2 zu nennen, wie weggeblasen. Kein Wort, kein Jota mehr.
    Darauf kann man schon mal ein Glas Sekt trinken.

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  2. Eule aus Athen04.04.13, 11:09

    Und um die propagandahaften Wortmeldungen der Großkopfeten in den Redaktionen, die dem Hl. Vater auf Biegen und Brechen ihre Ideologie unterjubeln und diktieren wollen ( wir denken da an derlei Kulturkämpfer wie z.B. Herrn Drobinski, die im Neuen Süddeutschland, vulgo SZ, jede Lüge verbreiten dürfen) und dabei jede Realität souverän mißachten, ist es kein bißchen besser bestellt.

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