Freitag, 24. Mai 2013

Der Hallefax


oder Geschichten aus der Kindheit – wie immer aus gegebenem Anlass.


Heute war mal wieder so ein Tag ... wo man dann abends gerne mal ein paar Minuten vor der Glotze abhängt. Ja und zufällig lief da gerade das heutejournal, was in mir mal wieder eine Initialzündung in Richtung Vergangenheitsbewältigung ausgelöst hat:

Meine ersten Kindheitserinnerungen belaufen sich (in Ermangelung von Teddybären jedwelcher Art) auf einen imaginären Freund, der immer an meiner Seite war. Das war der Hallefax. Der Hallefax konnte Dinge kaputtmachen, Schokolade stibitzen, aber auch mal meine kleine Schwester ärgern. Kurz und gut, er war immer da, wenn ich eine Ausrede gebraucht habe, wenn mal irgendwas nicht so war, wie es meine Eltern von mir erwartet hatten.

Und dieser Hallefax tauchte heute ganz plötzlich im heutejournal auf. Natürlich hieß er dort nicht „Hallefax“. Aber, wie das halt so ist, ein solcher Freund hat viele Namen.
Heute hieß er „Stadtindianer“. Was diese Stadtindianer allerdings von meinem Hallefax unterscheidet: Die gab’s wirklich. Das war ein Mann, der in Frankfurt Jugendliche von der Straße holte und mit ihnen in einer Kommune lebte. Was der jetzt mit ihnen so veranstaltete, wollen wir hier nicht näher erläutern, aber er war ein Verfechter der freien Liebe – auch mit Kindern. Erst schloss er sich den Roten an, aber die waren viel zu spießig. Und deshalb kamen ihm die Grünen gerade recht. Und er tat etwas ganz böses (so zumindest Frau Slomka): Er unterwanderte sie und schaffte es, seine „Forderungen“ über den Sex mit Kindern in das Parteiprogramm der Grünen zu drücken. Heute wollen die davon gar nichts mehr wissen. Und jetzt sind die ziemlich froh, dass sie die Stadtindianer als die wahren Übeltäter identifizieren konnten. 
Diese bösen gemeinen Stadtindianer haben das doch tatsächlich geschafft, dieses Kindersexthema klammheimlich ins Parteiprogramm der Grünen zu schmuggeln und zwar so geschickt, dass es unbemerkt auf einem Parteitag verabschiedet wurde. Erst als es dann ein paar Proteste gab, aus der Bevölkerung, hat man das Papier klammheimlich wieder einkassiert . Und schon war alles sauber und rein .... Leider gibt’s da aber einen grünen Europa-Abgeordneten, der sogar ein Buch über die Freuden des Kindersex geschrieben hat (waren wahrscheinlich stadtindianische Ghostwriter) und dann auch noch mal in einer (französischen) Talkshow erzählt, wie erotisch er das findet, wenn sich 5jährige ausziehen (waren wahrscheinlich Stadtindianer, die da souffliert haben). Und ein paar Jahre später hat ein weiterer bekannter, heute hochrangiger Grüner in einem Buch einen Artikel über die Streichung des Pädophilieparagraphen geschrieben. Auch da muss der Verleger ein Stadtindianer gewesen sein. Denn der Herr B., der diesen Artikel angeblich verfasst hat, hat 20 Jahre nicht gemerkt, dass der Artikel ohne seine Zustimmung redigiert wurde .... obwohl er doch eigentlich ganz was anderes geschrieben hat....
Tja und wir fragen uns, warum unsere Bischöfe so einfallslos waren und das mit dem Missbrauch einfach so angenommen haben? Es wäre doch sicher ein leichtes gewesen, in den eigenen Reihen ein paar Stadtindianer auszumachen. Zumal – wenn man bedenkt, wie leichtgläubig unsere Medienvertreter auf so was reinfallen (wollen)?

1 Kommentar:

  1. Unsere grünen Kinderfreunde scheinen nicht nur, was das Wirken der geheimnisvollen "Stadtindianer" angeht, sondern auch sonst von einem akuten Gedächtnisausfall betroffen zu sein- eines ihrer Lieblingswörter, jedenfalls wenn es um Mitglieder anderer Parteien und Organisationen geht, ist auf ebenso geheimnisvolle Weise aus ihrem Wortschatz verschwunden: RÜCKTRITT.
    Etwas, das jetzt bei einigen grünen Gedächtnisakrobaten wirklich fällig wäre.
    Spekulationen, ob auch hier Stadtindianer ihre amnesiefördernde Hand im Spiel hatten, sind dagegen müßig.

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