Donnerstag, 30. Mai 2013

Fronleichnam in München: Von großen und kleinen Wundern

Wettervorhersage mies bis katastrophal: Die Chancen für unsere diesjährige Fronleichnamsprozession standen nicht gut. Als ich heute früh Richtung Innenstadt losfuhr, regnete es noch leicht und so war ich ganz erstaunt, dass am Marienplatz keine Polizisten standen, die uns Richtung Dom weiterschickten.
Gemeinsam mit Maria warteten
wir auf den Beginn der
Messfeier und auf die Sonne ..
Eine halbe Stunde vor Messebeginn sah es noch ziemlich trostlos aus, der Blick in den Himmel ließ nur die Gottesmutter leuchten ... Langsam füllte sich der Platz und zum Beginn der Messe waren es dann doch viele Tausend, die genug Gottvertrauen mitgebracht haben, um auch unter nicht ganz so schönen Wetterbedingungen das Fest des Leibes des Herrn mitzufeiern. Offensichtlich diente der gestrige "GA-Auftritt" von Papst Franziskus im strömenden Regen doch dem einen oder anderen als Vorbild und Mutmacher.
... und es hat sich gelohnt. Das Wetter hielt und es schien schon zu Messebeginn etwas heller geworden zu sein. Gemeinsam mit zwei Kardinälen und 3 Bischöfen feierten wir die festliche Messe. Kardinal Marx hielt eine mitreißende feurige Predigt, so dass es uns allen gleich wärmer wurde.
Wer früh genug da ist, hat einen
guten Platz mit freier
Sicht auf das Geschehen am Altar
Er betonte, wie wichtig es sei dieses Glaubensbekenntnis, diese Demonstration des Glaubens öffentlich zu feiern, weil eben der Glaube und Christus zu unserer Stadt gehören - auch wenn die Stadt heute weltläufig und pluralistisch ist. Er machte uns Mut, die "Speise des Glaubens" weiterzutragen und den Glauben zu leben.
Während der Gabenbereitung brachten Mitglieder vieler ausländischer Missionen ihre Gaben zum Altar und der Himmel fing an, leicht "zu lächeln" ... Das steigerte sich während der Wandlung, als die wärmenden Sonnenstrahlen endgültig durch die dunkle Wolkendecke drangen. Die Wärme, die uns durchdringt, wenn der Herr in unsere Mitte tritt, konnten wir so noch intensiver erleben. Gleich nach der Kommunionausteilung machten sich die ersten Gruppen auf den Weg.

Die Pfadfinder, die das Kreuz tragen führen traditionsgemäß den Prozessionszug an, danach folgen die städtischen Kirchengemeinden, Studentenverbindungen, Handwerks-Innungen, Trachtengruppen Ordensfrauen und Ordenspriester, gefolgt von Seminaristen, dem Domkapitel und dem Kardinal, der das Allerheiligste auf dem ca. 3 km langen Prozessionsweg trägt.


Impressionen aus der Ludwigsstraße: Wir waren noch auf dem Weg zur
Ludwigs-Kirche, als uns die vorausgehenden Teilnehmer auf dem Rück-
weg schon wieder entgegenkamen
Die Mitglieder der vielen Kongregationen waren wie jedes Jahr in großer Zahl dabei, ebenso die viefältigen ausländischen Missionen in ihren farbenprächtigen Trachten und mit ihren jeweiligen Flaggen. Das ist fast ein bisschen "GA-Feeling" auf der schönsten Prachtstraße Münchens.
Begleitet wurden wir diesmal auch von Reportern des  ZDF und sie haben es sogar geschafft, einen positiven Bericht zu bringen. Dass das Bayerische Fernsehen das noch besser kann, sind wir ja gewohnt.

Mit weiteren Gesängen folgten wir der Prozession zurück zum Marienplatz. Die Organisatoren hatten dann auch noch einen kleinen Scherz für uns übrig, als der Chor das Lied "Geh aus mein Herz und Suche Freud, in dieser sommerliche Zeit" sang. Das hat dann doch einigen, die in dicken Wintermänteln (so wie ich), teilweise Pelzmänteln und Stiefeln unterwegs waren, ein belustigtes Lächeln entlockt. Als uns der Kardinal mit dem "TeDeum Laudamus" aufforderte, "Großer Gott, wir loben Dich" zu singen, hatten wir den Marienplatz wieder erreicht und durften erneut den Eucharistischen Segen empfangen. Und dann gab's doch noch eine himmlische Taufe .... Viele flüchteten sich in die U-Bahn-Eingänge, aber die meisten waren ohnehin mit Schirm unterwegs, so konnten wir noch das "Salve Regina" singen - bevor sich Kardinal und Domkapitel mit dem Hinweis verabschiedeten, dass sie von der Stadt München zu einem Weißwurstessen eingeladen seien und er wünschte uns ebenfalls einen gesegneten und vergnüglichen Frühschoppen.
Dank an Petrus, für das Wunder des perfekten Timings und dass er es geschafft hat, die himmlischen Schleusen lange genug geschlossen zu halten.

Inzwischen hat der Dauerregen wieder eingesetzt. Und morgen gibt es die letzte Maiandacht. Die ist ohnehin im Dom geplant und wird mit einer Lichterprozession beendet. Da kann uns das Wetter egal sein.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Mit dem Posten eines Kommentars erteilen Sie die nach der DSGVO nötige Zustimmung, dass dieser, im Falle seiner Freischaltung, auf Dauer gespeichert und lesbar bleibt. Von der »Blogger« Software vorgegeben ist, dass Ihre E-Mail-Adresse, sofern Sie diese angeben, ebenfalls gespeichert wird. Daher stimmen Sie, sofern Sie Ihre email Adresse angeben, einer Speicherung zu. Gleiches gilt für eine Anmeldung als »Follower«. Sollten Sie nachträglich die Löschung eines Kommentars wünschen, können Sie dies, unter Angabe des Artikels und Inhalt des Kommentars, über die Kommentarfunktion erbitten. Ihr Kommentar wird dann so bald wie möglich gelöscht.