Sonntag, 30. Juni 2013

Pomp und Renaissance

Mit den Worten "Musik ist eine Verbindung zu Gott und sie zeigt die Schöpferkräfte, die Gott dem Künstler geschenkt hat" eröffnete Friedrich Kardinal Wetter den diesjährigen Eröffnungs-Gottesdienst für die Münchner Opernfestspiele.

Solisten, Chor und Orchester der Bayerischen Staatsoper unter der Leitung von Kent Nagano gestalteten die diesjährige Messe,  incl. der beiden Lesungen, des Antwortpsalms und der Fürbitten. Musikalischer Rahmen war die Messe As-Dur von Franz Schubert, D678. Das lockte natürlich viele Menschen nach St. Michael und 1 Stunde vor Messebeginn gab es nur noch Stehplätze. Man kann sich das Gerangel und Gedrängel um die letzten "Sitzplätze" vorstellen, irgendwann saßen wir dann alle wie die Heringe. Sämtliche verfügbaren Treppen und sonstige Stufen waren auch rasch besetzt und viele mussten stehen. Man kann sich dann fast nicht aufs Beten konzentrieren, und wenn die Glocke den Messbeginn ankündigt, ist es wie eine Erlösung.  Dann kehrt "endlich" Ruhe ein.
Die Schubert-Messe ist grandios und sehr lang, trotzdem gab es zwei Lesungen + Evangelium und es wurde nirgendwo gekürzt - eine Wohltat.
Erfrischend war die Predigt von Kardinal Wetter, der anlassgemäß über das göttliche Wirken in der Kunst sprach:
"Die Musik ist die Nabelschnur zwischen Gott und den Menschen", diesen Satz wiederholte er mehrfach und flocht auch einen Text von Kardinal Ratzinger mit ein, der in etwa einmal sagte, dass manchmal das Gebet für das Gespräch mit Gott nicht ausreicht, sondern, dass die Musik dazu gehört.

Kardinal Wetter sprach über die vielen Künstler, die ihre Kreativität aus Gottes Schöpferkraft erhielten. Dies habe auch L. van Beethoven mehrmals gesagt.
Eine wirklich großartige Predigt, die auch den vielen Anwesenden Ensemble-Mitgliedern zeigte, wie sehr ihre Tätigkeit von der Kirche geschätzt wird.

Zum Ende der Messe bedankte sich Kardinal Wetter nochmals bei allen Mitwirkenden für die grandiose Aufführung, insbesondere beim scheidenden GMD Kent Nagano, was in einen langanhaltenden Beifall mündete.
Immer wieder gerne wiederhole ich hier die Aussage Naganos, der ja zu Beginn seiner "Amtszeit" in München gar nicht so recht an diese Gottesdiensttradition heranwollte und erst mal zuschaute. Im nächsten Jahr dirigierte er dann Mozarts C-Dur Messe, KV337. Und sagte dazu in einem Interview "Ohne die katholische Kirche hätte es keinen Mozart gegeben."
Hier eine Impression des Opernfestspieleröffnungs-Gottesdienstes aus 2011 mit dem "Kyrie" aus Mozarts "Krönungsmesse":


Kommentare:

  1. Ich stimme, auch wenn ich als nicht in Bayer Lebender diese sicherlich wunderbare Messe nicht habe miterleben dürfen, sehr zu. Schade nur, dass der schöne Bericht durch einen (weiteren) Seitenhieb auf den Papst im Titel konterkariert wird. Muss das sein?

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    1. Ganz falsch gedacht, Anonym. St. Michael war die erste Renaissance-Kirche nördlich der Alpen. Sie war ein Geschenk von Herzog Wilhelm an die Jesuiten, die von ihm nach Bayern geholt wurden, um den Glauben zu stärken und gleichzeitig für die Bildung des Volkes zu sorgen.
      St. Michael ist ein weltberühmter Renaissance-Bau und hat das größte Tonnengewölbe nördlich der Alpen und - nach dem Petersdom - das zweitgrößte weltweit. Ein durchaus imposantes beeindruckendes Bauwerk, sie sollten es sich einmal ansehen. Der Opernfestspiel-Gottesdienst hat eine sehr lange Tradition, und das was Kardinal Wetter heute in seiner Predigt sagte - nämlich die Verbindung von Kunst und Musik zum Glauben wurde über die Jahre auch schon von Kardinal Marx oder Prälat Beer und vielen anderen Predigern betont. Sie Interpretieren also völlig unmotiviert Dinge in meinen Beitrag, die ich gar nicht geschrieben habe.

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  2. Naja, sagen wir mal so, wir haben die Kirche halt auch deshalb gern wegen ihrem Pomp und Prunk, kurz ihrer Schönheit!
    Für mich persönlich darf ich sagen, ich liebe die römischen Kirchen gerade wegen ihrem Prunk, der doch irgendwie den Eindruck von "nebenbei" erweckt und wie schon mehrmals ausgeführt, er irritiert mich der Papst.
    Aber lieber Anonym , sie scheint er auch zu irritieren, weil wer kommt schon von Renaissance und Pomp auf den Papst?

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    1. Liebe Ester, das war sicherlich eine rhetorische Frage. :-) Der Link von "Renaissance" und Pomp zum Papst ist für jeden derzeit ein kinderleichter, weil der Papst (angeblich!) seine Entscheidung, lieber zu arbeiten als Beethoven und Schiller zu hören, mit dem Wort erklärt haben soll, er sei "kein Renaissancefürst".

      Hony soit qui mal y pense...

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    2. Eben lieber Anonym das ist aber ganz allein das Problem des Papstes, dass er kein Fürst sein, will auch kein Kirchenfürst, obwohl er einer ist.
      Man könnte sich fragen ob die Krankheit, das Männer keine Männer mehr und Frauen keine Frauen mehr sein wollen und dürfen, was uns ja aktuell als gaaaaaanz gaaaanz klaaaaase verkauft wird, dadurch geheilt wird, dass auch der Papst kein Papst mehr sein will, sondern zusammen mit anderen Bischöfen sich selber dienen will hier das Zitat aus der Rede bei der Pallium Verleihung : Wir müssen auf diesem Weg der Synodalität gehen, wir müssen wachsen im Einklang mit dem Dienst des Primats...
      Weiter stimme ich Papst Franziskus sogar zu, dass Musik Luxus, überflüssig und nutzlos ist, aber gerade im Kampf für das Leben wird von katholischer Seite immer und immer argumentiert, dass man den Mensch und sein Sein nicht nach Kosten und Nutzen beurteilen könne. Genau deshalb find ich ja die Gesten von Papst Franziskus so besorgniserregend.
      Um es kurz zu machen, ja die Frage war rhetorisch udn der Seitenhieb musste sein.
      Und ganz am Schluß, was heißt: Hony soit qui mal y pense... ?

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  3. Sorry, dass ich das nicht übersetzt habe! Es heisst: Ein Schelm, der Schlimmes dabei denkt!

    Dass Franziskus "nicht Papst sein will", lese ich, ehrlich gesagt bisher nur in einschlägigen Traditionalisten-Foren, denen selbst die Piusbrüder zu liberal sind. :-) Es gibt, denke ich, die (bereits im NT angelegte) "produktive Spannung" zwischen Petrusprimat und Kollegialität der Bischöfe (s. der Vergleich zw. Mt 16 u. 18: dort schreibt Jesus dem Apostelkollegium als Ganzem dieselbe Schlüsselgewalt zu wie zwei Kapitel voher dem Petrus.)Man bewegt sich also innerhalb dieser beiden Pole und jeder Papst hat die Balance wieder neu auszutarieren. Dabei kann man sehr wohl die Akzente verschieden setzen. Hat Benedikt stärker den Jurisdiktionsprimat gemäß Vat. I betont, deutet nun manches darauf hin, daß Franziskus stärker die Kollegialität gemäß Lumen Gentium betont. Beides ist legitim. Weshalb man ihm deshalb unterschiebt, er wolle nicht Papst sein so wie gendermainstreamige Frauen nicht mehr Frauen sein wollten ist mir nicht nachvollziehbar.

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  4. Jetzt haben Sie mich aus der Reserve gelockt und ich muss nun Farbe bekennen. Aber Franziskus spricht von sich selber, nie als Papst, allerhöchstens als Bischof von Rom.
    Wendet er in den Predigten den rhetorischen Kunstgriff an, eine Frage an ihn zu formulieren, so bezeichnet er sich meist als "Herr Pater............" (Nachzulesen bei Radio Vatikan) er hat erst einmal in einer seiner morgendlichen Predigten, in einer rhetorischen Figur von sich selber als "Herr Papst .." gesprochen.

    Was mir aber wirklich Sorgen macht ist seine Art Messe zu feiern.
    Ich habe gelernt, dass die einzige Möglichkeit Christus sicher zu begegnen, in den Sakramenten besteht.
    Diese Sakramente, führt Kardinal Ratzinger lang und breit aus, erhalten ihre Gültigkeit von der Kirche. Garant der Gültigkeit der Messe ist der Papst. Genau deshalb hat ja Redemptoris Sacramentum so darauf herumgeritten, dass der Papst und die mit ihm verbundenen Bischöfe im Hochgebet erwähnt werden, weil es ansonsten Probleme gibt. Genau deshalb ist ein Schisma ja sowas schrecklich schlimmes!
    Guggen Sie sich doch einfach mal eine Messe mit dem neuen Papst an, der guggt so wie die pubertierenden Kinder, die es nicht vermeiden konnten, in einen Gottesdienst zu gehen, gelangweilt und mit einem Gesichtsausdruck "Hoffentlich ist es bald vorbei!".
    Ich kann nur immer wiederholen, ja ich habe mich bemüht ihn zu verstehen, ihn zu lieben und ihm treu zu sein. Ich habe mich gemüht hinter seinen widersprüchlichen Äußerungen den Sinn zu sehen. Ich bin wahrscheinlich auch so ein böser gebildeter Mensch und versteh das deshalb nicht. Ich habe mich auf die Position zurückgezogen, dass er genau noch nichts lehramtliches gesagt hat und mit von daher die Predigten, die spontanen, morgendlichen egal sein können (hätte nie gedacht das mal von einem Papst zu sagen). Bei den anderen Predigten kann ich mir sagen, Naja die richten sich auch an die, die da sind und nicht an mich.
    Jedoch erhebt sich dann die Frage, "Wann lehrt er denn dann die Kirche? wenn mich alle seine Äußerungen nicht meinen?"
    Ich würde vorschlagen wir warten die Enzyklika ab, aber die ist ja (gottseidank) noch von Papst Benedikt.

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  5. Ja, da stimme ich Ihnen zu: warten wir die Enzyklika ab. Und ersparen wir uns die sinnlose Kaffeesatzleserei, inwieweit und in welchen Teilen und Formulierungen sie ("Gottseidank", wie Sie sagen) vom früheren Papst stammt. Benedikt wird uns wohl nicht den Gefallen tun, uns aus seinem Retiro zu verraten, was er geschrieben hat und was nicht. :-)

    Ich habe mir auf Ihren Post hin mal die franziskische Messe zu Peter und Paul ein wenig angesehen - und kann ehrlich gesagt Ihre Wahrnehmungen, er wirke "gelangweilt" und habe einen "Hoffentlich ist es bald vorbei"-Gesichtsausdruck nicht nachvollziehen. Mein geistlicher Begleiter, ein tief kluger Jesuit, hat mir erklärt, vieles an Franziskus "Stil", der so anders rüberkommt als bei seinem Vorgänger, sei weniger "lateinamerikanisch" als vielmehr jesuitisch. Das fand ich interessant und erhellend. Die Jesuiten sind nun mal die großen Individualisten der Kirche, das gehört seit Anfang an zu ihrem besonderen Charisma. Wenn es dem Hl. Geist gefallen hat, einen solchen auf die Cathedra Petri zu setzen, so what? Ich bilde mir auch ein, ein halbwegs "gebildeter" Mensch zu sen, und manchmal vermisse ich die "Tiefe" und ästhetische "Schönheit" der Benediktschen Gedanken und seiner Sprache schon auch. Aber haben wir nicht in den Jahren seines Pontifikates gegen seine Kritiker immer ins Feld geführt, daß wir weder eine deutsche Nationalkirche snd noch eine europäische Kirche, sondern eben WELTkirche?! Dazu gehört dann auch zu akzeptieren, dass einer "vom Ende der Welt", halt einen sehr anderen Stil hat. Wenn Sie als Erzbischof einer südamerikanisch Mega-City tagtäglich ein Elend um sich sehen, wie wir es uns in unserer saturierten alteuropäischen Welt gar nicht vorstellen können: ist es dann nicht verständlich, dass einer andere Schwerpunkt setzt als "schöne Liturgien" und "barocken Prunk"? Ich mag diese Dinge auch. Aber eben, ich bin europäischer Wohlstandsbürger.

    Ich seh es ganz schlicht so: wenn das schöne Wort Benedikts XVI. stimmt: "Es gibt so viele Wege zu Gott, wie es Menschen gibt" - dann gibt es ach so viele Arten, das Papstamt auszufüllen, wie es Menschen gibt, Wenn dies nicht stimmt, dann wäre auch Benedikts Satz falsch. Das glaub ich aber nicht.

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    1. Aber es waren doch über die Jahrhunderte die Jesuiten, die Glauben und Schönheit incl. Musik und Pomp zusammengebracht haben. Als sie damals von Herzog Wilhelm nach München geholt wurden, haben sie musikalische Aufführungen von Bibeltexten auf dem Marienplatz gemacht, um die Leute zum Glauben zurückzubringen. Das hat eine lange Tradition. Und es ist heute noch so. Gerade bei den Jesuiten sind es Musik und Liturgie, die die Menschen in die Kirche locken. Wenn es keine Musik gibt - oder irgendwas "modernes" ist die Kirche bei weitem nicht so voll, wie wenn es große Musikmessen gibt. Und da sitzen ja nicht nur reiche, sondern (wie Kardinal Wetter es in seiner Predigt sagte) eben auch Arme, die sich keine Opernfestspielkarte leisten können. Aber auch die erfreuen sich an der prachtvollen Messe, an der schönen Musik usw. Und so ist es in Rom ja auch. Auch die Armen dürfen sich an einer schönen Messe im Petersdom freuen. Ihnen wird der Zutritt dort nicht verwehrt.

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  6. Meine Schweigeleute waren lange in Südamerika und die waren immer total von den Socken wie prunkvoll gerade kleinste Kapellen waren.
    Liest man die Texte der Befreiungstheologenfans genauer, so sind die immer ganz von den Socken wir sehr die Leute sich für die Messe fein machen. Viel mehr als wir im satten Europa.
    Gerade die Schönheit der Kirchen und Liturgie kommt doch dem Armen zugute!

    Gerade deshalb versteh ich ihn nicht, den Papst Franzikus!

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  7. Ich weis nicht was Ihre Bekannten für Kirche gesehen haben in Lateinamerika. Ich bin berufsbedingt einige Male in Argentinien, Peru und Boliven gewesen, und habe viele Kirchen und Kapellen gesehen. Eine Birnau oder eine Wieskirche habe ich dort nirgendwo gesehen. Alles vergleichsweise "nüchterner".

    Inwiefern die "Schönheit der Kirche und Liturgie" den wirklich Armen in ihrer dort unbeschreiblich elenden Lage zugute kommen soll, müssen Sie mir einmal erklären. So lapidar gesagt, verstehe ich das nicht, es kommt mir arg "dialektisch" vor. Das klingt für mich eher fatal, wie eine ungewollte Bestätigung von Marx und Feuerbach "("Opium fürs Volk" etc.)

    Ich denke, wir müssen in der Beurteilung des Papstes einfach unseren selbstverständlichen "Eurozentrismus" ablegen. Franziskus ist Jesuit (z.B. singen die nicht), er ist Südamerikaner und er war kein Professor. Weshalb freuen wir uns nicht, dass er die Menschen anzieht und begeistert wie lange kein Papst mehr? Und dass sogar die bösen Medien, die seinen Vorgänger oft so ungnädig behandelt haben, ihm gegenüber fair sind? Etwas Besseres kann der Kirche doch nicht passieren! Wäre es Ihnen lieber, die Zeitungen würden schlecht über ihn schreiben?

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    1. Jesuiten singen nicht? Das wüsst ich aber .... ich bin sehr oft in St. Michael und von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen, singen sie alle....
      Und was die Pracht der Kirchen in Südamerika angeht: Hier ist die Kathedrale von Buenos Aires
      Schlicht ist das nun gerade nicht zu nennen. Spätbarock, dann upgrade auf Neo-Renaissance und Neobarock. Man schaue sich nur mal die Kuppel an. Und auch in dieser Kirche gibt es keine Einlasskontrolle für Arme.
      Man darf nicht vergessen, dass die meisten Kirchen Südamerikas in Zeiten der Spanier entstanden und der Pracht der spanischen Kirchen in nichts nachstehen.

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  8. Ich schreib das jetzt mal kurz plakativ hin wie das mit den Reichen und den Armen ist.
    Reiche gibt es immer und immer haben sie ihren Luxus in der gut abgesicherten Villa, ihre Parkettböden, ihre Marmorböden und vergoldeten Wasserhähne, ihre handgekettlten Spitzen als Vorhänge, ihren Kaviar und ihren Champagner.
    Dass, wenn der Reiche spart und sein Geld nicht mehr zum Fenster hinauswirft, ne Menge Leute nix mehr zu verdienen haben, das lass ich jetzt mal.
    Aber in der Kirche mit all ihrem Prunk und Ganz hat der Arme die Möglichkeit schöne Musik zu hören, architektonische Schönheit zu bewundern, teilzunehmen (wir erinnern uns participiosa actuosa (oder wie da heißt)) an den wunderschönsten Glanzleistungen christlicher Kultur! Oder zum Entsetzten modernisierungssüchtiger Vatikanum II Fans, seiner schlechtesten Auslegung, sich einfach berieseln zu lassen, mit kulturellen Glanzleistungen an denen er normal nie und niemmer auch nur den Hauch eines Anteils hätte!

    Und das aber nur nebenbei, landen die ganze Kunstschätze im Museum, so werden sei dort auch nur von der Bildungselite bewundert.
    Bei uns zu Hause (armes rückständiges, vergessenes Bauerndorf mit schlechtem Boden, wo es aus lauter Not, schon seit über 120 Jahren einen Kindergarten mit Mittagsgruppe gibt) wurde nach dem Konzil all der böse Prunk, in einer Nacht und Nebel Aktion, im Wortsinn, aus der Kirche hinausgeworfen. Die damals noch echt armen Bauern und Arbeiter (mittlerweile ist das auch alles anders, die Äcker sind Bauland geworden) haben in der gleichen Nacht die prunkvollen, bösen, ALtarteile mit Handkarren vor der Kirche "weggeholt" und im Stall, auf dem Boden oder in der Scheune, versteckt.
    Und noch was, gerade die Jesuiten sind in ihrer Lateinamerika Mission dafür berühmt, dass sie in den Urwald zogen mit Geigen!!! und dort im Urwald europäische, prunkvolle böse Renaissance und Barock Musik spielten und die Indios so begriffen was der Himmel und der Gott der Schwarzröcke ist; und dass dieser Himmel was komplett anders ist, als der Aufenthaltsort ihrer Götter.

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  9. Ich spiele selber begeistert Geige und kann dem daher viel abgewinnen. Aber dass die Jesuitenmissionare die Wilden im lateinamerikanischen Urwald mit betörenden Saitenklängen von Albinoni bis Bach zum Christentum bekehrt haben sollen, erscheint mir doch als zu fantasievoll um wahr zu sein. :-) Das Erfolgsgeheimnis der Mission, sei es die der Jesuiten oder der Dominikaner (Las Casas!) lag wohl eher in dem, was man heute "Inkulturation" nennt.

    Aber nochmal zurück zum vorherigen Thema. Sie hatte sich echauffiert, dass der Papst von sich nicht als "Papst", sondern zumeist als "Bischof von Rom" spricht. Ic denke, das ist völlig korrekt, auch kirchenrechtlich. Man ist nicht Bischof von Rom, weil man Papst ist. Sondern man ist Papst, weil man Bischof von Rom ist. "Papst" ist kein Weiheamt. Deshalb wird man in dieses Amt gewählt, nicht geweiht. Nebenbei, Benedikt hat auch von sich als "Bischof von Rom" gesprochen. Nachzulesen z.B im großen Vorwort zu seine Jesusbuch: "Nach meiner Wahl auf den Bischofssitz zu Rom habe ich alle freien Augenblicke genutzt, um das Buch voranzubringen."

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    1. Benedikt sprach oft von sich als dem Papst und im übrigen ist der Papst mehr als der Pares inter Pares, aber egal.
      Klar ist der Papst auch Bischof von Rom, aber er war auch Papst als er in Avignon saß, deshalb ist Bischof von Rom zu wenig.
      BIn sehr in Eile, nur die Indios haben sich genau deshalb bekehrt, weil sie von ihren grausamen brutalen Göttern frei geworden sind.
      INkulturation ist ein Auswahlverfahren (sieh Hymnen an die Kirche, als passionierter Geigenspieler werde sie ja ne Ader für Poesie haben) das nur das nimmt, was auf Christus hindeutet und von allem anderen, was von der anderen Richtung kommt, befreit.
      Natürlich ist das mit den Geigenklängen auf dem Amazonas worauf die Indios sich sofort zum Taufbecken drängten eine jesuitische Propaganda, aber irgendwie scheinen die Jesuiten dann heutzutage auch nicht mehr das zu sein, was sie mal waren!
      Und ich denke in der jesuitischen Propaganda, aus den Missionsromanen, steckt schon ein bisschen Wahrheit.

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    2. Es stimmt mit der Musik. Hier gibt es sogar eine CD
      mit Jesuitischer Barockmusik aus Paraguay.

      Wenn man die Musik hört, kann man sich gut vorstellen, dass die Amazonasbewohner dieser Musik in die Gottesdienste gefolgt sind.

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