Freitag, 20. September 2013

Das Ende einer Religion.

Es ist aber auch wirklich schlimm mit den Naturreligionen. Diese Erfahrung hat ja schon der heilige Bonifatius gemacht, als er nach Germanien kam. Überall fürchteten sich die Menschen vor den Göttern, die angeblich in den Bäumen wohnten und wenn sie nicht nett zu den Bäumen waren, wurden sie vom Blitz getroffen. Dachten sie - bis der heilige Bonifatius die Donar-Eiche fällte und den Menschen Christus brachte. Europa blühte auf, bis in die heutige Zeit. Aber wie das halt so ist, wurde es (besonders dem Deutschen) Esel zu wohl und er ging auf's Eis. Er folgte den Verlockungen der linksgrünen Heilsversprecher, denen es gelang, innerhalb von 30 Jahren neue Götter zu etablieren. Sie nutzen zwar das christlich-kulturelle Erbe, wenn es ihnen nützlich erschien, aber ansonsten duldeten sie den christlichen Gott nicht mehr, weil sie sich ja selbst zu Gott erhoben hatten.
Dazu haben wir am letzten Sonntag, als es um das Gleichnis vom verlorenen Sohn ging, eine sehr gute Predigt gehört. Es ging nämlich um den verlorenen Sohn, der sein Erbe verjubelt hat. Und dass Europa gerade dabei ist, ebenfalls sein  Erbe zu verjubeln. Viele würden zwar immer noch auf das christliche Erbe verweisen, aber sie würden nichts mehr dazu tun, dieses Erbe zu bewahren oder zu vermehren, sondern sie würden es - ganz wie der verlorene Sohn - verjubeln und verspielen.

Soweit die Predigt. Und wir wissen alle, wie das Gleichnis vom verlorenen Sohn geendet hat. Der Sohn hatte nichts mehr, war verarmt und hungerte, ehe er sich entschloss, zu bereuen und zum Vater zurückzukehren.

Aber viele in Europa wollen ja gar nicht mehr zum Vater zurückkehren. Sind sie doch der Meinung, dass es sich mit dem selbstgeschaffenen "Elter1" prima leben lässt und haben deshalb eine neue Religion gegründet. Die Naturreligion, die seit ca. 30 Jahren ihr Geschäft mit der Angst betreibt und aus diesem Grund viele Gläubige für sich gewinnen konnte, wird heute täglich von neuen Hiobsbotschaften heimgesucht. Sei es ihre überdimensionierte "Kinderliebe", die sie jetzt einholt oder aber die Tatsache, dass immer wieder die "Glaubensinhalte" sich als Lüge erweisen.
So kann man heute in Welt-Online lesen, dass es mit dem Klima auch ganz anders ist, als sie es ihren Gläubigen vermittelt haben.
"Die IPCC-Ergebnisse können nicht nur eine kleine Wende im Klimadiskurs einleiten und die Abkehr vom lautesten Alarmismus bedeuten. Sie entziehen auch europäischer und nationaler Klimaregulierung den festen Boden der Annahmen, die der Politik bisher als gesichert galten....Die beobachteten Daten aus den vergangenen Jahren entsprechen nun nicht den Modellen der Forscher, die von größerer Erwärmung ausgegangen waren....."
Ein schwerer Schock für unsere Medien sollte man meinen. Ihre ganze Glaubenswelt ist auf einen Schlag zusammengebrochen. Doch - weit gefehlt. Sie haben bereits Ersatz gefunden: Unsere heilige katholische Kirche ist plötzlich "en vogue".  Nicht zu fassen, aber so ist es. Kaum gibt der Papst mal ein Interview, in dem er sagt, was im Katechismus steht - mit seinen Worten und in "leichter Sprache", schon jubeln die, die vorher noch der Meinung waren, dass die katholische Kirche doch in der heutigen Zeit gar keine Daseinsberechtigung mehr hätte. Das führt zu komplett absurden Situationen, wie zum Beispiel die, dass der Herr Wensierski (Spiegel), der doch seit Wochen die Kirche in Person von Bischof Tebartz-van Elst bis aufs Blut bekämpft hat, plötzlich in laute Hosianna-Rufe verfällt und unseren Papst lauthals lobt, ohne aber darüber nachzudenken, dass es eben dieser Papst ist, der Bischof Tebartz-van Elst sein Vertrauen ausgesprochen hat. Man könnte meinen, schlimmer geht's nimmer. Geht aber doch. Denn den Vogel hat heute der Focus abgeschossen. Der titelt nämlich: "Scharfe Papstkritik an Kirche sorgt für Aufsehen".  Nee jetzt? Oder? Der Papst kritisiert seine eigene Kirche?  Ja, wenn das so ist, dann können wir das natürlich verstehen, wenn die Medien in ihm einen neuen Helden gefunden haben.
Luja sog i. Damit ist dann wieder erstmal alles gesagt. 

9 Kommentare:

  1. ja so kann´s gehen, wenn die Glaubensanalphabeten und-wie sie gerade beweisen-im Textverständnis schwachen Reporter aller Medienarten mit ihnen wesensfremden Texten konfrontiert werden-und sich dann noch gegenseitig mit ihren Schlagzeilen überbieten müssen/wollen.
    Sagt der Papst:" die Kirche soll nicht immer nur über Zölibat, Abtreibung,Homosexualität, Scheidung sprechen- sondern über das Zentrum des Glaubens: Jesus Christus", jubeln unsere Klippschüler in den Redaktionsstuben:"Die Kirche soll über Zölibat, Abtreibung, Homsexualität und Scheidung sprechen- sagt der Papst"
    Da werden vom nicht allzu intelligenten ZDF-Moderator treuherzig guckend schnell noch einige altersdiskriminierenden Bemerkungen in die Kamera gesprochen: " als dieser alte, 76jährige Mann zum Papst gewählt wurde, konnte die Kirche von ihm nichts erwarten (wg. seines hohen Alters eben) -nun aber überrascht er die Menschheit und zuvörderst die Katholiken mit "nie gehörten Botschaften", daß man seinen Nächsten und seine Feinde lieben soll, auch die Sünder....
    Daß sie, die Moderatoren und Schreiber, das noch nie gehört haben-ist allerdings nicht allzu aussagekräftig, haben sie doch-und sie sind stolz darauf- auch sonst von der Lehre der Kirche bis jetzt eher nichts gehört.

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    1. Kirchenfreund20.09.13, 18:26

      Na gut, so lange sie nicht schreiben, dass der Papst aus der Kirche austritt, damit er sie nicht mehr kritisieren muss, ist ja alles gut.

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    2. Zum Thema "Sagt der Papst..., jubeln die..." hab ich etwas, was fast noch besser ist:
      Sagt der Papst:"die Kirche soll NICHT immer nur über Zölibat, Abtreibung,Homosexualität, Scheidung SPRECHEN", jubelt "Wir sind Kirche": "Franziskus lebt uns eine Denk- und REDEFREIHEIT vor".
      (Quelle:http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/papst-franziskus-reaktionen-auf-interview-a-923499.html)
      Böse Nebenbemerkung: Hätte Benedikt das Selbe gesagt, hätten die Wir-sind-Kirchler das wahrscheinlich nicht als Redefreiheit, sondern als Maulkorberlass bezeichnet.

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    3. das ist wahr! Aber phantasiebegabt sind sie schon, wenn es um die parforce Realisierung ihrer Wunschträume geht.
      Dabei ist der Kampf um die pole-position aber noch nicht entschieden. Das ZDK liefert sich ein Kopf-an-Kopfrennen mit den Meinungsmachern der Laienpresse und hat massiv mit der Aussage gepunktet, daß die Annahme des Rücktrittsgesuches durch den Papst-eigentlich gegen den Willen von EB Zollitsch- dessen Position gestärkt habe. Chapeau Herr Glück, derlei Verdrehungskunststücke sind zirkus-und bühnenreif.

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  2. Der Papst hat mit keinem Wort Tebartz sein Vertrauen ausgesprochen. Das waren Kardinal Quellet und zuletzt EB Müller.

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    1. Und was ist das hier:
      "Nachdem ich die Lage in lhrer Diözese und lhr Anliegen inzwischen dem Heiligen Vater vortragen konnte, darf ich Ihnen folgendes mitteilen:
      Der Heilige Stuhl hegt volles Vertrauen in lhre Amtsführung und sieht darum auch keinen Anlass für eine Apostolische Visitation im Bistum Limburg..."
      Das ist der Originaltext aus dem Schreiben das Kardinal Ouellet an Bischof Tebartz-van Elst geschickt hat. Haben Sie den etwa nicht gelesen?
      Der Originalbrief steht immer noch auf der Website des Bistums Limburg. Ich empfehle Ihnen, einfach mal dort vorbeizuschauen.

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  3. Hätte "der Heilige Stuhl" (interessant, dass Quellet hier diese politische Funktionsbezeichnung gebraucht und nicht vom "Heiligen Vater" spricht!) tatsächlich volles Vertrauen in Tebartz gehegt, dann hätte er eine Apostolische Visitation angeordnet - denn genau um die hatte Tebartz auf Anraten von Kardinal Meisner ja dringlich gebeten!

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    1. Hätte hätte Fahrradkette

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    2. @Ottaviani. Der heißt Ouellet, nicht Quellet (ist offenbar kein Tippfehler, sondern etwas mit System, weil es ja öfter passiert). Zum Üben: O-U-E-L-L-E-T.
      Ich korrigiere Poster normalerweise nicht wegen irgendwelcher Schreibfehler, jedenfalls nicht öffentlich. Es sei denn, man merkt deutlich, dass dieser Schreibfehler - wie in Ihrem Fall - ein Symptom dafür ist, dass sich der Betreffende nur sehr oberflächlich mit dem beschäftigt hat, worüber er postet.
      Anders ausgedrückt: Ich kommentiere hier nicht ihre Schreibkünste, sondern Ihre Kompetenz, sich zu diesem Thema zu äußern.

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